Frieden zu Noruz
Noruz und der Frühlingsbeginn gehören für die Iraner zusammen. Der erste Tag dieses Festes ist der Geburtstag der Natur. Noruz ist seit jeher das Fest der Natur und der Schöpfung, das Fest des Lichtes über das Dunkle und das Fest der Freude.
Noruz geht in eine Zeit zurück, in der der Frühling jedes Jahr als Höhepunkt galt. Noruz kommt in den verschiedenen Bräuchen der Kulturen in seiner Heimat zum Ausdruck, aber es enthält die gleiche Botschaft. Dieses Fest hebt für die Iraner die Begriffe Leben, Natur und Welt hervor. Das Noruzfest wird fröhlich und friedlich begangen. Es enthält die Botschaft der Hoffnung – Hoffnung auf ein besseres Leben .
Von Beginn an hat das antike Noruz-Fest die Botschaft des Friedens, der Sicherheit und des Frohsinns mit sich gebracht. Noruz bedeutet Neuwerdung – und im engeren Sinne ist die Neuwerdung der Seele und des Geistes gemeint. Also soll ein neuer Anfang gemacht werden. Wenn Noruz im Sonnenjahr mit religiösen Anlässen des kürzeren Mondjahres zusammenfällt, besitzt es die Kapazität sich mit der religiösen Stimmung zu verbinden. Noruz lehrt uns, dass nichts wichtiger ist als die Ausgewogenheit und jede Art von Unter- und Übertreibung, wo auch immer auf der Erde, die Welt in die Vernichtung treibt. Noruz verleiht den Iranern, mit ihrer abwechslungsreichen Kultur, Einheit . Es zeigt, dass sie alle einen gemeinsamen kulturellen historischen Ursprung haben. Somit überbringt Noruz die Botschaft der Freundschaft und des Friedens.
Das Neujahrsfest wird seit langer Zeit vielerorts gefeiert – im Nahen Osten, in Mittelasien, auf dem Kaukasus und dem Indischen Subkontinent und dem Balkan. Der breite geografische Raum in dem dieses Fest bei Frühlingsbeginn gefeiert wird und die Menschenliebe, mit dem es einhergeht, haben die UNO und andere Länder auf das antike Noruzfest aufmerksam gemacht. Die UNESCO hat Noruz als Weltkulturerbe, das den Frieden fördert, anerkannt und das Noruz-fest wurde unter dem Namen Irans eingetragen. Das universale Noruz-Fest wird heute in 12 Ländern zur gleichen Zeit als nationales Fest begangen. Noruz enthält also ein hohes Potential für Frieden, Freundschaft und Vereinigung und verdient noch mehr Beachtung wegen seiner wertvollen Wirkung auf Kultur, Gesellschaft und Sicherheit.
Das Noruz-Fest blieb erhalten, weil es besondere Eigenschaften besitzt. Zum Beispiel stellt es eine logische Verknüpfung mit der Natur her, es würdigt die menschliche Moral, hebt die Achtung der Eltern und der Älteren hervor, stärkt die emotionalen Verbindungen in der Gesellschaft, streicht den Wert der Familie heraus, verleiht Frohsinn und motiviert zu größerem Dienst am Nächsten. Somit besitzt dieses Fest ein hohes Potential für die Herstellung von Freundschaft und Frieden zwischen den Menschen. Noruz fordert uns auf, Misstrauen und Feindschaften beiseite zu stellen und dem Edlen und Guten entgegenzugehen. Diese Werte tragen zur Wahrung des Friedens und zur Stärkung der Freundschaft zwischen den Völkern und Kulturen bei.
In den Noruztagen sind Besuche zwischen Verwanden und Freunden Sitte. Als erstes werden die Älteren in der Verwandtschaft besucht. In diesen schönen Tagen sollen sich die Menschen versöhnen und etwaige Verstimmungen und negative Gefühle aus dem Vorjahr vergessen. Sie sollen fröhlich zusammen das neue Jahr beginnen. Einige nutzen die freien Noruztage für eine Reise in die Natur, die sie überall mit dem Frühling empfängt.
Übrigens geht gemäß Untersuchungen die Zahl der Straftaten in dieser Zeit auffällig zurück.
Hieran zeigt sich dass das Noruz-Fest ein Fest der Liebe und des friedlichen Zusammenlebens der Menschen ist.
Iran ist eines der ältesten Länder der Welt mit mehreren Kulturen. Es besteht aus mehreren verschiedenen Völkern und Kleinkulturen. Im Iran leben diese Völker seit langer Zeit friedlich zusammen - von den Balutschen und Türken bis zu den Nomadenstämmen in Khuzistan und in Bushehr. Sie alle feiern liebevoll das Noruzfest und schützen ihr Land vor einer Spaltung. In der Noruz-Kultur haben Hass und Feindschaft keinen Platz und jeder soll sie meiden. Die Iraner feiern gemeinsam das Noruzfest zum Frühlingsbeginn und diese kulturelle Gemeinsamkeit festigt die emotionalen und menschlichen Bande unter ihnen. Noruz lässt sich mit einem Regenbogen vergleichen, der in jedem Teil Irans seine besondere Farbe hat. Die kulturelle Vielfalt hat die Iraner gelehrt, dass die verschiedenen Farben ihrer Kultur alle in einem gemeinsamen Ursprung wurzeln und sie durch diese Wurzel miteinander verbunden sind.
Durch eine gemeinsame Überzeugungsbasis, und die Bräuche die aus dieser gemeinsamen Basis erwachsen, entstehen feste Verbindungen zwischen den menschlichen Gemeinschaften. Je älter diese Gemeinsamkeiten und je fester sie in der Geschichte verwurzelt sind, umso effektiver wirkt diese Verbundenheit zwischen menschlichen Gruppen. Angesichts dieser Einheit spendenden Elemente von Noruz, welches allen und nicht nur einer besonderen Gruppe gehört, kann dieses Fest ein wichtiges Verbindungsglied für verschiedene Kulturen sein. Diese Rolle des Noruzfestes bleibt bestehen und ist das Geheimnis der Beständigkeit und Verbreitung von Noruz.
Die heutige Welt dürstet nach Frieden und die hohen Werte des Noruz können mehr denn je der Welt die Botschaft von der Freundschaft und Liebe, dem Austausch und der Einmütigkeit und Zusammenarbeit und in einem Wort: die Essenz der Menschlichkeit überbringen.
Für Iran als Heimat des Noruzfestes ist es von besonderer Bedeutung, wenn dieses Fest auch in anderen Nachbarländern gefeiert wird und zum Frieden in der Region beiträgt. Der Islamische Iran trägt als Heimat dieses Friedensfestes besondere Verpflichtungen, zum Beispiel die Pflicht zur Herstellung von Frieden und Förderung der sozialen Beziehungen. Samiullah Huseini Mukaram, der Leiter des Ausschusses für den Nationalbrauch -Noruz kündigt an, dass das Noruzfest dieses Jahr wegen dieser Pflichten auf besondere Art begangen werden wird. Er sagt: „Wir wollen durch die nationalen Noruzbräuche den Dialog Irans als Friedensdialog hervorheben.“
Seit 4 Jahren findet in Teheran und einigen Provinzen Irans ein Nationalkongress zu dem Motto „ Friedenserbe Noruz“ in Zusammenarbeit mit der Organisation für Kulturerbe, Kunsthandwerk und Tourismus und des Forschungsinstituts für Kulturerbe und Fremdenverkehr sowie des Volkskunde-Forschungsinstitut statt. Dieser Nationalkongress wurde in Teheran vom 7. bis 8. März im Nationalen Molk-Museum und im Forschungsinstitut für Kulturerbe veranstaltet.
Ali Resa Hasan-Zadeh, der Leiter des Forschungsinstituts für Volkskunde und Beauftragte des wissenschaftlichen Komitees für den Nationalen Kongress „Friedenserbe Noruz“ sagte auf diesem Kongress, sein Institut sei bei der Untersuchung des Noruzfestes auf die Beziehung zwischen Noruz und den Frieden aufmerksam geworden und hätte daher diesen Kongress unter dieses Motto gestellt.
In den letzten Jahren haben Terrorismus und die Aktivitäten von Extremistengruppen wie IS und Taliban die Sicherheit und den Frieden in der Region gestört. Wenn ein richtiger Dialog hergestellt werden kann, lassen sich viele Formen der Gewalt und eine Fortdauer der Kriege in dieser Region verhindern. Die gemeinsamen Noruz-Sitten rufen eine Art Einheit hervor und sie können zum Frieden in der Region beitragen. Noruz kann die Basis für Solidarität in den Ländern bilden.
Sayyed Ahmad Mohittabatabai , Berater in der Direktion des Forschungszentrums für das Kulturerbe und den Fremdverkehr sagte auf dem Nationalkongress „Friedenserbe Noruz“ : „Frieden bedeutet nicht nur Abwesenheit von Krieg. Frieden beginnt bei einer bestimmten Denkweise: bei der Denkweise der Toleranz und der Nachsicht. Es ist ein Frieden gemeint, der aus dem friedlichen Zusammenleben der Menschen hervorgeht. Noruz ist die Grundlage für Kulturerbe und bestes Zeichen für die iranische Identität und sein besonderer Aspekt ist die Toleranz. Alle können sich an dieser Festtafel bedienen und gemäß ihrer eigenen Interpretation etwas dazu beitragen. Noruz besitzt ein großes Potential für den Frieden und für das Zusammenleben. Dieses Potential ist so groß wie die kulturellen Potentiale und das historische Gedankengut Irans.“