Anti-Schiffs-Marschflugkörper „Abu Mahdi“ – Langstreckenwaffe gegen den US-amerikanischen Gegner
https://parstoday.ir/de/news/iran-i102360-anti_schiffs_marschflugkörper_abu_mahdi_langstreckenwaffe_gegen_den_us_amerikanischen_gegner
ParsToday – Nach der jüngsten Aggression der USA und des zionistischen Regimes gegen Iran hat die Luft- und Raumfahrteinheit der Islamischen Revolutionsgarden im Rahmen einer Gegenmaßnahme die Operation „Wahres Versprechen 4“ gegen feindliche Stellungen eingeleitet.
(last modified 2026-03-23T13:18:01+00:00 )
Mrz 23, 2026 14:11 Europe/Berlin
  • Anti-Schiffs-Marschflugkörper „Abu Mahdi“
    Anti-Schiffs-Marschflugkörper „Abu Mahdi“

ParsToday – Nach der jüngsten Aggression der USA und des zionistischen Regimes gegen Iran hat die Luft- und Raumfahrteinheit der Islamischen Revolutionsgarden im Rahmen einer Gegenmaßnahme die Operation „Wahres Versprechen 4“ gegen feindliche Stellungen eingeleitet.

Wie ParsToday berichtet, läuft die Operation seit dem 28. Februar 2026 und umfasst bislang 76 Phasen, in denen verschiedene ballistische Raketen, Marschflugkörper und Drohnen eingesetzt wurden. Zu den eingesetzten Waffensystemen gehören auch Marschflugkörper in Varianten für Landangriffe und zur Bekämpfung von Seezielen.

Überblick

Anti-Schiffs-Marschflugkörper zählen zu den wichtigsten modernen Produkten der iranischen Verteidigungsindustrie. In den vergangenen Jahren wurde dieser Waffengattung besondere Aufmerksamkeit gewidmet.

Das jüngste System in diesem Bereich ist der Anti-Schiffs-Marschflugkörper „Abu Mahdi“, benannt nach dem Märtyrer Abu Mahdi al-Muhandis. Dieses System stellt einen bedeutenden Fortschritt in der maritimen Offensivfähigkeit Irans dar. Mit der Entwicklung dieses Langstrecken-Marschflugkörpers ist Iran in einen exklusiven strategischen Kreis eingetreten.

Bislang verfügten lediglich die USA, Russland und China über Anti-Schiffs-Marschflugkörper mit einer Reichweite von über 1.000 Kilometern. Mit „Abu Mahdi“ ist Iran zum vierten Staat weltweit mit dieser Fähigkeit geworden.

Der Marschflugkörper wurde am 20. August 2020 gemeinsam mit der ballistischen Rakete „Hadsch Qassem“ vorgestellt und kann von See- und Landplattformen aus gestartet werden. Zuvor verfügten die iranischen Streitkräfte bereits über verschiedene Anti-Schiffs-Marschflugkörper mit Reichweiten zwischen 25 und 350 Kilometern.

Der damalige Kommandeur der Marine, Admiral Hossein Khanzadi, erklärte im September 2020, dass der weitreichendste Marschflugkörper unter der Bezeichnung „Talaeiyeh“ – benannt nach Abu Mahdi al-Muhandis – in den Dienst gestellt werde, was als bedeutender Schritt gewertet wurde.

Ersten Testaufnahmen zufolge erfolgt der Start über mobile bodengestützte Abschussplattformen. Als erste Einsatzverbände gelten Küstenraketeneinheiten der Marine entlang der Makran-Küste.

Technische Eigenschaften

Iranische Verteidigungsexperten entwickelten „Abu Mahdi“ auf Basis der landgestützten Marschflugkörperfamilie „Soumar“. Diese Herangehensweise reduzierte Entwicklungszeit und Kosten erheblich.

Zu dieser Familie gehören:

• „Soumar“ mit ca. 700 km Reichweite

• „Hoveizeh“ mit ca. 1.350 km Reichweite

• „Meshkat“ mit bis zu 2.000 km Reichweite

Durch Anpassung der Zielsysteme, Einsatz aktiver Radarsucher für maritime Ziele sowie Modifikation des Gefechtskopfs konnte ein Anti-Schiffs-System mit vergleichbarer Reichweite entwickelt werden. Gleichzeitig wurden spezifische Navigationssysteme landgestützter Marschflugkörper ersetzt und durch kombinierte GPS/INS-Navigation ergänzt.

Mit „Abu Mahdi“ wurde diese Fähigkeit praktisch umgesetzt und eine Reichweite von über 1.000 Kilometern erreicht. Dadurch hat sich die Fähigkeit von Iran zur frühzeitigen Verteidigung seiner Küsten gegen feindliche Schiffe deutlich erhöht.

Der Flugkörper nutzt ein Turbostrahltriebwerk aus der „Tolou“-Familie, das bereits in Drohnen und anderen Marschflugkörpern erprobt wurde.

Dank dieser Antriebstechnologie sowie aerodynamischer Anpassungen kann der Flugkörper mit variablen Geschwindigkeiten operieren. Im Gegensatz zu älteren Modellen verfügt „Abu Mahdi“ über rechteckige Tragflächen mit abgerundeten Enden sowie ein modifiziertes Steuerungssystem am Heck.

Ein Feststoff-Booster sorgt für die Anfangsbeschleunigung und nutzt ein modernes Gitterflossen-Design, das leichter und effizienter ist.

Operationelle Fähigkeiten

Durch die große Reichweite und moderne Navigationssysteme kann der Flugkörper aus größerer Tiefe des iranischen Territoriums gestartet werden, was die Entdeckung durch den Feind erheblich erschwert.

Zudem ist der Flugkörper in der Lage, unterschiedliche Flugrouten zu wählen und Ziele aus unerwarteten Richtungen anzugreifen.

Als Weiterentwicklung landgestützter Marschflugkörper verfügt „Abu Mahdi“ über die Fähigkeit zum sogenannten „Sea Skimming“ – einem Flug in sehr niedriger Höhe über der Wasseroberfläche, unterstützt durch Radarhöhenmesser. Dies reduziert die Erfassbarkeit durch feindliche Sensoren erheblich.

Aufgrund seiner Größe ist der Einsatz auf bestehenden Kriegsschiffen derzeit eingeschränkt, dürfte jedoch auf zukünftigen größeren Schiffsklassen mit vertikalen Startsystemen möglich sein, was die Schlagkraft der Marine erheblich steigern würde.

Strategische Bedeutung

Im Rahmen der Verteidigungsdoktrin Irans spielt die Fähigkeit zu weitreichenden Anti-Schiffs-Angriffen eine zentrale Rolle, um feindliche Flugzeugträger und logistische Einheiten auf Distanz zu halten und eine Anti-Zugangs-Zone zu schaffen.

Mit der Entwicklung des Marschflugkörpers „Abu Mahdi“ hat Iran eine entscheidende Fähigkeit aufgebaut, um auf diese Bedrohung zu reagieren.

Bei einem Einsatz von der südöstlichen Küste mit einer angenommenen Reichweite von etwa 1.200 Kilometern kann ein großer Teil des Arabischen Meeres abgedeckt werden.

Diese Fähigkeit stellt insbesondere für die US-Marine eine ernsthafte Herausforderung dar. Bereits im Verlauf militärischer Operationen wurde demonstriert, dass entsprechende Fähigkeiten feindliche Trägerverbände dazu zwingen können, sich weit von den Küsten von Iran zu entfernen.