Johnson lädt Rohani nach London ein
New York (IRNA/ParsToday) - Der britische Premierminister Boris Johnson hat den iranischen Präsidenten Hassan Rohani zu weiteren Gesprächen nach London eingeladen.
Wie die britische Zeitung The Standard am Mittwoch früh schrieb, forderte Johnson dabei einen "Fortschritt" in den Fällen der in Iran inhaftierten britischen Bürgern.
Johnson traf gestern am Rande der 74. UN-Generalvollversammlung mit Rohani zusammen. "Es gibt noch andere Dinge, die ich mit Ihnen besprechen möchte, und es gibt ernsthafte Besorgnisse hinsichtlich der Inhaftierung der Personen mit iranisch-britischer Doppelstaatsangehörigkeit in Teheran, und wir freuen uns darauf, weitere entsprechenden Fortschritte zu erzielen", sagte der britische Premierminister. Johnson sah außerdem seine Reise im Jahr 2017 nach Teheran als sehr nützlich und fügte hinzu: "Ich denke, wir werden weiterhin große Fortschritte machen."
Rohani wies bei diesem Treffen auf die Geschichte und die Präsenz Großbritanniens in Westasien hin und dementierte, dass sein Land für die Angriffe auf saudische Ölanlagen Mitte des Monats verantwortlich gewesen seien. In einer gemeinsamen Erklärung hatten sich am Montag die deutsche, französische und britische Regierung einer entsprechenden Einschätzung der Amerikaner angeschlossen. Der iranische Präsident bezeichnete dies als unkonstruktiv und unnützlich. Rohani kritisierte außerdem London, seine Verpflichtungen aus dem umfassenden gemeinsamen Aktionsplan JCPOA nicht umgesetzt zu haben, infolgedessen Iran keinen Nutzen aus den wirtschaftlichen Vorteilen des Abkommens ziehen konnte. Präsident Rohani sprach sich außerdem für das Inkrafttreten des sogenannten Finanzmechanismus Europas (INSTEX) aus.
Auch Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat Rohani zu einem Treffen mit dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump noch in dieser Woche aufgerufen. Macron sagte am Dienstag, es wäre eine "verpasste Gelegenheit", sollten die beiden Widersacher nicht am Rande der UN-Generalvollversammlung in New York zusammenkommen. Macron äußerte sich bei einem Treffen mit Rohani, an dem auch der britische Premierminister Boris Johnson teilnahm.
Rohani sagte dagegen am Dienstag im Sender Fox News, vor einem möglichen Zweiertreffen müsse Trump wieder "Vertrauen" herstellen. "Wenn die Regierung der Vereinigten Staaten sprechen will, muss sie die notwendigen Voraussetzungen dafür schaffen."