Iran: Deutschlands Vorwürfe sind im Widerspruch zu Behauptungen Europas
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Teheran (ParsToday) - Ungeachtet der destruktiven und aggressiven Politik der USA und der westlichen Länder in Westasien hat das deutsche Auswärtige Amt Iran aufgefordert, seine regionale Politik zu ändern.
(last modified 2025-01-01T12:50:18+00:00 )
Jan 02, 2020 08:09 Europe/Berlin
  • Iran: Deutschlands Vorwürfe sind im Widerspruch zu Behauptungen Europas

Teheran (ParsToday) - Ungeachtet der destruktiven und aggressiven Politik der USA und der westlichen Länder in Westasien hat das deutsche Auswärtige Amt Iran aufgefordert, seine regionale Politik zu ändern.

Ohne Hinweis auf die illegale Präsenz der US-Soldaten im Irak sowie ihre Unterstützung für den Terrorismus teilte das deutsche Auswärtige Amt mit, die Verstärkung der Angriffe von den nicht-staatlichen Milizen gefährde die Sicherheit und Stabilität im Irak.

Das Auswärtige Amt hatte in einem offensichtlichen Verweis auf die Volksmobilmachungskräfte mit dem Namen Haschd al-Schaabi, die aktiv mit der irakischen Armee bei der Terrorismusbekämpfung zusammenarbeiten und gesetzlich in die staatlichen Streitkräfte integriert wurden, diese als "nichtstaatliche Milizen" bezeichnet und behauptet, dass sie die Stabilität des Irak bedrohen.

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums Abbas Mousavi reagierte gestern darauf in einem Tweet: "Deutschland wirft Iran zu Unrecht vor, die Region zu destabilisieren, während es die illegale Einmischung der USA als wichtigsten destabilisierenden Faktor in Westasien ignoriert".

Der deutsche Außenminister Heiko Maas

Mousavi sagte auch zuvor als Reaktion auf die Äußerungen des deutschen Außenministers Heiko Maas: "Solche Einmischungen können nicht die Unterlassung einiger europäischen Länder zur Umsetzung ihrer Verpflichtungen aus dem umfassenden gemeinsamen Aktionsplan (JCPOA), sowie eine passive Reaktion auf den Ansatz des wirtschaftlichen Terrorismus der USA beeinflussen. (...) Wir erwarten von Berlin, anstatt unprofessionelle und voreingenommene Haltungen einzunehmen, die grundlegenden Prinzipien der Menschenrechte mit offenen Augen, umfassend und basierend auf einem unparteiischen Ansatz auf die Agenda zu setzen".

"Die Weltöffentlichkeit erinnere sich noch an die militärischen Ausrüstungen, die einige Europäer an das Baath Regime unter Führung des Diktators Saddam Hussein geliefert haben. Das Ergebnis waren Kriegsverbrechen, Zerstörung und Tötung von Zivilisten, darunter Frauen und Kindern", betonte Mousavi weiter.

Einige europäischen Länder wie Deutschland ignorieren diese Fakten und unterstützen weiter die USA.

Der Dozent an der Universität Basel in der Schweiz Laurent Goetschel schrieb in einem Beitrag: "Ich schätze diese Haltung Europas nicht so hoch. Es ist sicherlich ein Schritt näher an der amerikanischen Position, die früheren europäischen Positionen widerspricht."

Die europäischen Länder kritisieren die USA, wenn ihre Interessen gefährdet sind, ansonsten unterstützen sie Washington. Als Beispiel kann man den Altbundeskanzler Gerhard Schröder nennen. Schröder, nun Verwaltungsratschef von Nord Stream 2, hat die US-Sanktionen gegen das Pipeline-Projekt Nord Stream 2 scharf verurteilt. 

"Die USA wollen bestimmen, mit wem wir Handel treiben dürfen und mit wem nicht. Das dürfen wir nicht akzeptieren. Wir sind nicht der 51. Bundesstaat der USA", sagte der Altkanzler der Neuen Osnabrücker Zeitung. 

Die USA warnen vor einer zu großen Abhängigkeit der EU vom russischen Gas. Sie wollen das Projekt verhindern und haben deshalb Sanktionen dagegen erlassen. Zudem möchten die USA  sein eigenes Flüssiggas den Europäer verkaufen. Die Kosten der Leitung Nord Stream 2 belauft sich auf rund zehn Milliarden Euro.

Zweifellos sind die Politik und die Sanktionen der USA nicht zu verteidigen. Die Entwicklungen nach dem 11. September 2001 zeigen, dass die kritische Lage in der Region sowie die auferlegten Kriege in Afghanistan, im Irak, in Syrien und im Jemen, Ergebnis der Politik der Vereinigten Staaten sowie einiger bösen Regime in der Region sind.

Irans Verteidigungsminister General Amir Hatami

In einer Rede am 24. April 2019 auf der Internationalen Sicherheitskonferenz in Moskau sagte der iranische Verteidigungsminister General Amir Hatami: "Solange die Hauptelemente der Gründung der IS-Terrormiliz vorhanden sind und in jener Zeit, in der das militärische Aufrüsten einiger aggressiven Länder durch den Westen und die USA fortgesetzt wird, kann man kein Licht am Horizont sehen und es gibt keine Hoffnung auf Herstellung der Sicherheit in der Region." General Hatami warnte zudem vor "den gefährlichen Schritten" des US-Präsidenten und unterstrich, dass der Mangel an ernsthaften Entscheidungen gegen die Machenschaften der USA, die US-Verantwortlichen im Weißen Haus zu weiteren Frechheiten ermutigt.

Es ist leicht anzunehmen, dass diese Länder über die Unsicherheit in der Region besorgt seien. Ihr Handeln allerdings bestätigt nicht ihre Behauptungen. 

Der Dozent an der Uni Blofield im Westen von Virgiana Colin S. Cavell sagte, die Vereinigten Staaten führten wegen des Verkaufs von Waffen an den Ländern in Westasien und in Nordafrika zur Verbreitung der Unsicherheit und Destabilität in der Region.

Der iranische Außenamtssprecher schrieb zudem auf seinem Twitter:  "Die falschen Anschuldigungen gegen Teheran, stellen Berlins Behauptung, eine entscheidende Rolle bei der Erschaffung von Frieden und Stabilität in der Region zu spielen, ernsthaft in Frage."