Die Verbrechen des Westens neu gelesen | Britische Verbrechen in Neuseeland
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ParsToday - Großbritannien beging während der Kolonialzeit in Neuseeland Verbrechen, deren Auswirkungen bis heute in der Maori-Gesellschaft und der politischen Struktur des Landes spürbar sind.
(last modified 2026-02-24T09:41:51+00:00 )
Nov 10, 2025 11:59 Europe/Berlin
  • Britische Verbrechen in Neuseeland
    Britische Verbrechen in Neuseeland

ParsToday - Großbritannien beging während der Kolonialzeit in Neuseeland Verbrechen, deren Auswirkungen bis heute in der Maori-Gesellschaft und der politischen Struktur des Landes spürbar sind.

Laut ParsToday wurde Neuseeland im 19. Jahrhundert, als das Britische Empire seinen Einfluss in Ozeanien ausdehnte, zu einem der Hauptziele der britischen Kolonialisten. Die Ankunft europäischer Siedler und die Unterzeichnung des Vertrags von Waitangi im Jahr 1840, zwischen britischen Vertretern und einigen Māori-Stämmen,leiteten eine Zeit blutiger Konflikte und vieler Ungerechtigkeiten ein. Der Vertrag sollte die Rechte der Māori schützen, wurde aber in der Praxis zu einem Instrument der vollständigen britischen Herrschaft.

Kolonialkriege gegen Maori-Stämme: Nach der Unterzeichnung des Vertrags entbrannten Streitigkeiten über dessen Auslegung. Trotz anfänglicher Zusagen zum Schutz der Rechte der indigenen Bevölkerung setzte die britische Regierung rasch Maßnahmen um, die zur Enteignung von Stammesland und zur Schwächung der Māori-Sozialstrukturführten. Daraufhin leisteten die Māori-Stämme Widerstand, und es brachen Kriege zwischen ihnen und britischen Truppen aus, die als Neuseelandkriege bekannt wurden. Diese Kriege, die von 1845 bis 1872 andauerten, waren äußerst gewaltsam.

Historische Statistiken belegen hohe Verluste unter der indigenen Bevölkerung bei den sogenannten „Neuseelandkriegen“. Laut historischen Schätzungen beliefen sich die menschlichen Gesamtverluste der Neuseelandkriege auf über 2.000 Māori und rund 800 britische und Siedlerkräfte. Diese Zahlen umfassen die direkten Verluste im Kampf und berücksichtigen nicht die indirekten Opfer durch Vertreibung, Krankheiten und Hungersnot.

Landenteignung und Zerstörung der indigenen Wirtschaft: Eines der größten Verbrechen der Briten in Neuseeland war die großflächige Enteignung von Maori-Land. Mit dem Erlass kolonialer Gesetze ging das Stammesland in den Besitz der britischen Regierung über und wurde an europäische Siedler vergeben. Diese Maßnahme zerstörte die traditionelle Wirtschaft der Maori, führte zu weit verbreiteter Armut und Obdachlosigkeit unter den Einheimischen und zerriss die soziale Struktur der Stämme.

Versuch der Kultur- und Identitätszerstörung: Der britische Kolonialismus beschränkte sich nicht auf militärische und wirtschaftliche Aspekte. Neben militärischen Aspekten wurde auch ein starker kultureller Kolonialismus praktiziert. 

Kulturpolitische Maßnahmen zielten darauf ab, die Māori in die britische Kultur zu assimilieren: Englisch wurde anstelle von Māori als Pflichtfach an Schulen eingeführt. Indigene Rituale und Traditionen wurden verboten oder herabgewürdigt. Māori-Kinder wurden von ihren Familien getrennt und in britischen Internaten unterrichtet. Dasselbe geschah mit den indigenen Völkern Kanadas.

Juristische Ungerechtigkeit und institutionalisierte Diskriminierung: Während der Kolonialzeit war das neuseeländische Justizsystem zutiefst diskriminierend: Die Māori waren vor Gericht nicht vertreten. Land- und Eigentumsgesetze wurden zugunsten europäischer Siedler formuliert. Proteste der indigenen Bevölkerung wurden streng bestraft. Diese Ungerechtigkeiten untergruben das Vertrauen der Māori in die staatlichen Institutionen und führten zu einer tiefen sozialen Spaltung.

Psychologische und soziale Folgen des Kolonialismus: Die Gräueltaten der Briten in Neuseeland hatten langfristige Folgen: erhöhte Selbstmord- und Suchtraten in den Maori-Gemeinden, sinkendes Bildungs- und Gesundheitsniveau bei der indigenen Bevölkerung sowie Gefühle der Ausgrenzung und Identitätslosigkeit in späteren Generationen.

Alle diese Folgen sind noch immer in der Sozialstatistik Neuseelands sichtbar und spiegeln die tiefen Wunden des Kolonialismus wider.