US-Analyst: Trump treibt die Welt auf neue Kriege zu
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ParsToday – Ein US-amerikanischer Analyst warnt, dass die Außenpolitik der Regierung von US-Präsident Donald Trump mit der Wiederbelebung der Monroe-Doktrin und der Aufteilung der Welt in „konkurrierende Einflusssphären“ die Ordnung der Nach-Kalter-Krieg-Ära zerstört und die Welt auf neue Kriege zusteuert.
(last modified 2025-12-20T07:32:26+00:00 )
Dez 19, 2025 19:46 Europe/Berlin
  • US-Präsident Donald Trump
    US-Präsident Donald Trump

ParsToday – Ein US-amerikanischer Analyst warnt, dass die Außenpolitik der Regierung von US-Präsident Donald Trump mit der Wiederbelebung der Monroe-Doktrin und der Aufteilung der Welt in „konkurrierende Einflusssphären“ die Ordnung der Nach-Kalter-Krieg-Ära zerstört und die Welt auf neue Kriege zusteuert.

Wie ParsToday berichtet, warnte Greg Grandin, Professor für Geschichte an der Yale University, in einer scharfen Analyse in der New York Times, dass Donald Trump nicht nur die liberale Ordnung nach dem Kalten Krieg verworfen habe, sondern mit der Wiederbelebung der Monroe-Doktrin und der Einteilung der Welt in rivalisierende Machtzonen die internationale Gemeinschaft in Richtung eines „neuen Krieges“ dränge. Nach Einschätzung Grandins agierten Trump und seine Berater, als hätten sie aus den Geschichtsbüchern über die Ursachen der Weltkriege gelernt – um exakt dieselben gefährlichen Bedingungen erneut zu schaffen.

Ablehnung der liberalen Ordnung und Rückkehr zu Einflusssphären

Dem Analyse zufolge verurteilt Trump in seiner neuen nationalen Sicherheitsstrategie ausdrücklich Globalisierung, Freihandel und Auslandshilfen und fordert die NATO-Mitglieder auf, einen größeren Anteil der militärischen Kosten zu übernehmen. Kern dieser Strategie ist die Wiederbelebung der Monroe-Doktrin, einer Erklärung aus dem Jahr 1823, die die westliche Hemisphäre zur exklusiven Einflusssphäre der USA erklärte.
Grandin betont, dass diese Doktrin im Laufe der Geschichte als Rechtfertigung für militärische Interventionen, Putsche und hegemoniale Dominanz der USA in Lateinamerika gedient habe. Nun versuche Trump, sie zu einem globalen Modell für die Aufteilung der Welt zwischen Großmächten zu erheben.

Lateinamerika als neues gefährliches Experimentierfeld

In den vergangenen Monaten habe die Trump-Regierung mit Maßnahmen wie Angriffen auf Boote in der Karibik, Drohungen gegen Länder wie Kuba und Venezuela, einer verstärkten Einflussnahme auf den Panamakanal sowie einer beispiellosen militärischen Aufrüstung in der Region ihren Willen zur aggressiven Umsetzung dieser Doktrin unter Beweis gestellt.
In der neuen Sicht Washingtons werde Lateinamerika nicht mehr als Gemeinschaft souveräner Staaten betrachtet, sondern als Schauplatz der Konkurrenz mit Rivalen wie China, als Quelle für wirtschaftliche Ausbeutung und als strategischer Vorposten für die „nationale Sicherheit“ der USA.

Wiederholung der Geschichte – vom Weltkrieg bis heute

Grandin verweist auf historische Parallelen und warnt, dass die Betonung der Monroe-Doktrin durch die USA zu Beginn des 20. Jahrhunderts Länder wie Japan, Großbritannien und das nationalsozialistische Deutschland dazu veranlasste, eigene „exklusive Einflusssphären“ zu beanspruchen. Diese Rivalitäten hätten wesentlich zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs beigetragen.
Seiner Ansicht nach führt Trump durch die Globalisierung derselben Logik unter den fragilen Bedingungen der heutigen internationalen Beziehungen die Welt erneut in einen Strudel aus Konkurrenz, Instabilität und Konflikten.

Eine Welt voller Konfrontation und Risiken

Das Ergebnis dieser Politik sei eine Welt, in der die USA den Druck auf China und Russland erhöhen, bestehende Bündnisse schwächen und gleichzeitig in ihrem eigenen „Hinterhof“ auf Unterdrückung setzen. Dieses feindselige, multipolare Machtgleichgewicht erhöhe die Wahrscheinlichkeit von Konfrontationen, riskanten Eskalationen und letztlich von Kriegen erheblich.
Wie NATO-Generalsekretär Mark Rutte kürzlich gewarnt habe, müsse sich die Welt auf ein „Kriegsniveau“ einstellen, wie es frühere Generationen erlebt hätten.

Die letzte Warnung

Grandins Analyse endet mit einem Zitat eines bolivianischen Diplomaten aus dem Jahr 1919, der nach dem Ersten Weltkrieg sagte: „Die Saat des nächsten Krieges ist bereits sichtbar.“
Heute, so der Analyst, scheine die Trump-Regierung genau diese Saat auszustreuen – Samen, die im fruchtbaren Boden von aggressivem Nationalismus und ungezügelter Großmachtrivalität eine Zukunft voller Konflikte hervorbringen könnten.