Fattah – Neuer Baustein der iranischen Raketenabschreckung in maritimen Gefechten
-
Neuer Baustein der iranischen Raketenabschreckung in maritimen Gefechten
ParsToday – Eine Analyse der Entwicklung der Raketenfamilie Fateh und der Einführung der hypersonischen Generation „Fattah“ zeigt, dass Iran auf Grundlage einheimischer Technologie die Fähigkeit zur Bekämpfung weit entfernter Seeziele sowie zum Durchdringen moderner Luftverteidigungssysteme ausgebaut hat.
Wie Mashregh News berichtet, haben sich die Analysen zur Rolle hypersonischer Raketen – insbesondere des Systems „Fattah“ – in den regionalen Sicherheitsgleichungen intensiviert. Zuvor hatte Ayatollah Ali Khamenei, Oberbefehlshaber der Streitkräfte, die Bedeutung strategischer Waffensysteme bei der Abwehr maritimer Bedrohungen hervorgehoben.
Das System „Fattah“ ist das Ergebnis eines langfristigen Entwicklungsprojekts innerhalb der Fateh-Familie und gilt inzwischen als eine der zentralen Komponenten der iranischen Raketenabschreckung.
Von Zelzal zu Fateh – Steigerung von Präzision und Reichweite
Die Grundlage dieser Fähigkeiten liegt in jahrzehntelangen Investitionen der iranischen Verteidigungsindustrie in die Präzisionssteigerung von Feststoffraketen. Die Umwandlung der ungelenkten Zelzal-Raketen in die präzisionsgelenkte Fateh-110 markierte den Beginn einer Entwicklung, die mit Varianten wie Fateh-313, Zolfaghar, Dezful und Kheibar-Shekan fortgesetzt wurde.
Dadurch wurde die Reichweite schrittweise auf rund 1.450 Kilometer erhöht und zugleich die Treffgenauigkeit deutlich verbessert. Die Entwicklung von Anti-Schiffs-Versionen wie „Persischer Golf“ sowie Anti-Radar-Varianten wie „Hormoz“ verdeutlichte zudem, dass eine Anti-Access-Strategie und die Fähigkeit zur Bekämpfung feindlicher Marineeinheiten seit Jahren Bestandteil der iranischen Verteidigungsplanung sind.
Einführung von Fattah – Neue Dimension der Raketenabwehrdurchdringung
Mit der Vorstellung der hypersonischen Fattah-1 im Juni 2023 wurde eine neue Phase erreicht. Die Rakete verfügt nach offiziellen Angaben über eine Reichweite von etwa 1.400 Kilometern und erreicht Geschwindigkeiten zwischen Mach 13 und 15.
Ausgestattet mit einem manövrierfähigen Gefechtskopf, reduzierter Radarsignatur sowie der Fähigkeit zur Kursänderung innerhalb und außerhalb der Atmosphäre erhöht Fattah die Wahrscheinlichkeit, konventionelle Raketenabwehrsysteme zu überwinden.
Die weiterentwickelte Variante Fattah-2 soll über einen gleitenden, schwer detektierbaren Gefechtskopf verfügen, der während der Mittelphase des Fluges manövrieren kann. Dieses Konzept zielt insbesondere auf die Umgehung moderner Abfangsysteme ab.
Maritime Zielerfassung und Bildverarbeitung
Eine zentrale Herausforderung bei Anti-Schiffs-Operationen ist die Identifikation beweglicher Ziele in großer Entfernung zur Küste. Die Erfahrungen mit der Rakete „Qassem Basir“, deren optischer Suchkopf mit Bildverarbeitungstechnologie ausgestattet ist, zeigen laut Berichten, dass eine Abgleichung realer Ziele mit gespeicherten Daten möglich ist und elektronische Gegenmaßnahmen erschwert werden.
In Kombination mit hypersonischen Trägersystemen könnte diese Fähigkeit die Bekämpfung großer Seeziele auch in weiter entfernten Gewässern ermöglichen.
Operative Tests und maritime Zielsimulationen
Auf eine entsprechende operative Ausrichtung deutet auch ein Raketenmanöver aus dem Jahr 2020 hin, bei dem die Zerstörung maritimer Ziele in einer Entfernung von rund 1.800 Kilometern simuliert wurde.
Die Entwicklung von Fattah im Verbund mit anderen Mitgliedern der Fateh-Familie unterstreicht nach Einschätzung von Beobachtern den Fokus Irans auf den Ausbau aktiver Abschreckung, die Stärkung maritimer Anti-Access-Fähigkeiten und die Verringerung der Verwundbarkeit gegenüber außerregionalen Bedrohungen.