Grossi: Iran hat als NPT-Mitglied das Recht auf Urananreicherung
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Rafael Grossi, Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
ParsToday – Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) hat eingeräumt, dass Iran als Vertragsstaat des Atomwaffensperrvertrags (NPT) das Recht auf Urananreicherung besitzt.
Rafael Grossi erklärte in einem Interview mit der britischen Zeitung Financial Times, Iran könne Uran anreichern. Voraussetzung sei jedoch, dass eine Überwachung und Verifizierung „bis zum letzten Gramm“ nuklearen Materials gewährleistet werde, um sicherzustellen, dass keine Abweichung von friedlichen Zwecken erfolge.
Die Islamische Republik Iran hat wiederholt betont, dass sie als NPT-Mitglied das unveräußerliche Recht auf Urananreicherung zu friedlichen Zwecken besitzt und auf dieses Recht nicht verzichten werde. Diese Position gewann insbesondere an Bedeutung, nachdem drei unter IAEA-Sicherungsmaßnahmen stehende Nuklearzentren in Iran Ziel von Angriffen der USA und des zionistischen Regimes geworden waren.
Der IAEA-Generaldirektor erklärte zugleich, die Inspektoren der Behörde warteten seit Monaten auf Zugang zu bestimmten Nuklearstandorten in Iran. Grossi behauptete zudem, die Bestände an hochangereichertem Uran befänden sich vermutlich weiterhin in den beschädigten Anlagen, räumte jedoch ein, dass er dies nicht mit hundertprozentiger Sicherheit bestätigen könne.
In einem weiteren Teil seiner Aussagen verwies Grossi auf die Ankündigung eines neuen unterirdischen Standorts in Isfahan im Zentrum von Iran. Eine Inspektion sei für den 13. Juni vorgesehen gewesen, sei jedoch mit Beginn der israelischen Angriffe ausgesetzt worden. Der Behörde lägen bislang keine detaillierten Informationen dazu vor.
Iran erklärte, die Inspektionen an Anlagen, die bei den Angriffen unbeschädigt geblieben seien, würden fortgesetzt. Hinsichtlich der betroffenen Einrichtungen sei jedoch zunächst die Festlegung eines rechtlichen und technischen Rahmens erforderlich. Zudem müsse die Haltung der IAEA zu den erfolgten Angriffen geklärt werden.
Mohammad Eslami, Leiter der Atomenergieorganisation von Iran, betonte, die IAEA müsse ein klares Verfahren für die Inspektion bombardierter Anlagen vorlegen.
Die Islamische Republik Iran unterstreicht, dass die Zusammenarbeit mit der Behörde im Rahmen der Sicherungsvereinbarungen und der nationalen Gesetze fortgesetzt werde. Der Bericht der Financial Times erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass das zionistische Regime kein Mitglied des NPT ist und seine Nuklearanlagen keinen internationalen Inspektionen unterstellt hat.