Ilhan Omar und Rashida Tlaib im Visier des Weißen Hauses – Trump fordert Ausweisung seiner Kritikerinnen
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ParsToday – US-Präsident Donald Trump hat die Ausweisung von zwei muslimischen Abgeordneten aus den Vereinigten Staaten gefordert.
(last modified 2026-02-26T15:51:32+00:00 )
Feb 26, 2026 16:43 Europe/Berlin
  • Ilhan Omar und Rashida Tlaib im Visier des Weißen Hauses
    Ilhan Omar und Rashida Tlaib im Visier des Weißen Hauses

ParsToday – US-Präsident Donald Trump hat die Ausweisung von zwei muslimischen Abgeordneten aus den Vereinigten Staaten gefordert.

Wie ParsToday berichtet, verlangte Donald Trump einen Tag nach einer verbalen Auseinandersetzung mit zwei muslimischen Kongressabgeordneten deren Abschiebung aus den USA. Die Forderung erfolgte als Reaktion auf scharfe Proteste der beiden Politikerinnen während einer Rede Trumps, bei der sie ihn der Lüge bezichtigten und riefen: „Sie töten Amerikaner!“ Der Slogan bezog sich auf den Tod zweier US-Bürger im Bundesstaat Minnesota im Zusammenhang mit einem Einsatz von Einwanderungsbeamten.

Am Mittwoch, dem 25. Februar, schrieb Trump in einer Botschaft auf seiner eigenen Plattform Truth Social, Rashida Tlaib und Ilhan Omar – beide demokratische Mitglieder des Repräsentantenhauses – hätten „hervortretende, blutunterlaufene Augen wie verrückte, geistig gestörte und kranke Menschen, die ehrlich gesagt in eine Nervenheilanstalt gehören“. Trump fügte hinzu: „Wir sollten sie so schnell wie möglich dorthin zurückbringen, woher sie gekommen sind. “

Ilhan Omar, Abgeordnete aus Minnesota, ist somalischer Herkunft; Rashida Tlaib, Abgeordnete aus Michigan, hat palästinensische Wurzeln.

Während der jährlichen Rede zur Lage der Nation beschuldigte Omar den US-Präsidenten lautstark, „Amerikaner zu töten“, und rief ihm zu: „Du bist ein Mörder! Du solltest dich schämen!“ Auch Tlaib schloss sich mit ähnlichen Zwischenrufen dem Protest an.

Islamfeindliche Rhetorik als politisches Muster

Trumps Islamfeindlichkeit und seine wiederholten scharfen Angriffe auf muslimische Kongressmitglieder – insbesondere auf Omar und Tlaib – gelten seit Jahren als fester Bestandteil seiner politischen Kampagnen und seines öffentlichen Diskurses. Mit der Forderung nach ihrer Ausweisung nach der Rede zur Lage der Nation im Februar 2026 erreichte diese Auseinandersetzung einen neuen Höhepunkt.

Beobachtern zufolge speist sich Trumps scharfe Reaktion aus mehreren Faktoren:

Erstens stellte der offene Widerspruch zweier muslimischer Abgeordneter bei einer offiziellen nationalen Veranstaltung eine direkte Herausforderung dar, die Trump als „inakzeptable Respektlosigkeit“ bewertete. In seinem Beitrag bezeichnete er die beiden als „verrückt“, „psychisch krank“ und „geistig zurückgeblieben“ und behauptete, sie gehörten in eine Anstalt.

Zweitens wird eine fremdenfeindliche Rhetorik gegenüber Minderheiten seit Langem als strategisches Instrument zur Mobilisierung von Trumps Wählerbasis gesehen. Durch die Betonung einer Bedrohung durch „den Anderen“ stellt er Muslime wiederholt als Gefahr für die amerikanische Kultur dar. Abgeordnete wie Omar – eine muslimische Politikerin somalischer Herkunft – und Tlaib – mit palästinensischen Wurzeln – verkörpern in diesem Diskurs das Feindbild eines multikulturellen Amerika. Mit seiner Forderung ignorierte Trump ausdrücklich die amerikanische Staatsbürgerschaft Tlaibs, die in Detroit geboren wurde, sowie jene Omars, die seit nahezu drei Jahrzehnten US-Staatsbürgerin ist.

Politische und gesellschaftliche Reaktionen

Die Auswirkungen der Äußerungen zeigten sich unmittelbar im politischen und gesellschaftlichen Raum der USA. Der demokratische Minderheitsführer im Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries, bezeichnete Trumps Wortwahl gegenüber Tlaib und Omar als „fremdenfeindlich“ und „beschämend“ und erklärte, die Aussagen deuteten darauf hin, dass der Präsident „die Kontrolle verliere“.

Edward Ahmed Mitchell, stellvertretender Vorsitzender des Council on American-Islamic Relations (CAIR), erklärte, es sei rassistisch und voreingenommen zu fordern, zwei muslimische US-Abgeordnete wegen ihrer Kritik an tödlichen Schusswaffeneinsätzen von Beamten der Einwanderungs- und Zollbehörde gegen Amerikaner in Länder zu schicken, in denen sie oder ihre Vorfahren geboren wurden.

Auch Rashida Tlaib reagierte auf der Plattform X und schrieb, Trump könne es nicht ertragen, die Stimme zweier muslimischer Frauen zu hören, und befinde sich nun in einem „unerwarteten Kontrollverlust“.

Über die offiziellen Reaktionen hinaus lösten Trumps Aussagen in Teilen der amerikanischen Gesellschaft Besorgnis über eine mögliche Zunahme politisch motivierter Gewalt und über die Sicherheit gewählter Vertreter von Minderheiten aus. Omar hatte bereits in der Vergangenheit erklärt, dass Trumps Angriffe zu einer Zunahme von Morddrohungen gegen sie geführt hätten.

Der Vorfall reiht sich in ein wiederkehrendes Muster von Trumps Umgang mit kritischen Minderheitenvertretern ein – ähnlich der Kontroverse aus dem Jahr 2019, als er vier demokratischen Kongressabgeordneten nahelegte, in „ihre Länder zurückzukehren“. Insgesamt verlagerte sich Trumps Reaktion erneut von einer politischen Auseinandersetzung hin zu einer persönlichen und identitätsbezogenen Attacke, die die tiefen parteipolitischen und gesellschaftlichen Spaltungen in den Vereinigten Staaten abermals sichtbar machte.