Iran und die EU nach Abschluss des gemeinsamen Aktionsplanes (3)
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Die Gemeinsamkeiten und gegenseitigen Interesse der islamischen Republik Iran und der EU  sind viel zahlreicher als die Gegensätze. Die strategische Lage, der große Markt Irans und seine großen Energieressourcen  sind wichtige Punkte, die bei Länder wie die EU-Mitgliedsstaaten Interesse an Beziehungen zu Iran hervorrufen können.
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Nov 26, 2016 04:31 Europe/Berlin
  • Iran und die EU nach Abschluss des gemeinsamen Aktionsplanes (3)

Die Gemeinsamkeiten und gegenseitigen Interesse der islamischen Republik Iran und der EU  sind viel zahlreicher als die Gegensätze. Die strategische Lage, der große Markt Irans und seine großen Energieressourcen  sind wichtige Punkte, die bei Länder wie die EU-Mitgliedsstaaten Interesse an Beziehungen zu Iran hervorrufen können.

 

Alle Strategen sind sich über die besondere Lage der  Islamischen Republik Iran einig - von der politischen bis zu kulturellen. Die Islamische Republik kann eine Schlüsselposition bei der Herstellung von Friede und Sicherheit in der Region spielen. Wegen ihrer regionalen Position fällt Iran eine wichtige Bedeutung  für jegliches Sicherheitssystem in der Region des Persischen Golfes zu.  Die Schlüsselposition Irans liefert wichtige Voraussetzungen für den Austausch zwischen Iran und den EU-Mitgliedsländern. 

Die strategische Bedeutung Irans ist daran zu erkennen, dass es in einer instabilen Region voller Konflikte wie eine ruhige Insel wirkt -  im Gegensatz zu den arabischen Staaten in der Region, die sich  in der Regel hinsichtlich ihrer territorialen Grenzen nicht einig sind.

                                     

 

 Die regionalen Beziehungen Irans  bilden einen weiteren Gesichtspunkt zugunsten der   Kooperation zwischen Iran und Europa. Der Meinungsaustausch über Afghanistan, Irak, die Sicherheit im Persischen Golf, Mittelasien und die missliche Lage im Nahen Osten  können der Ausgangspunkt für eine wichtige Zusammenarbeit zwischen Iran und der EU sein. Wegen der strategischen Lage Irans in der Region können die regionalen Beziehungen des Landes eine sehr gute Grundlage für die Zusammenarbeit und Konsultationen Irans mit den europäischen Ländern bilden und zu einer Annäherung zwischen ihnen führen.

Die Islamische Republik betrachtet die Steigerung der Wirtschaftskooperationen mit der EU als einen Beitrag zur Stabilisierung der Region  und zugunsten der nationalen Interessen und Ziele ihres Landes sowie der Regionalstaaten.

                              

Das Europa-Parlament hat in den letzten 30 Jahren in seinen Iran-Resolutionen oder weiteren  Allgemeinresolutionen  eine größere Zahl von internen und externen Angelegenheiten Irans debattiert und in der Mehrheit kritisiert.  Aber  verschiedene Flügel im Parlament wollen den Dialog und parlamentarischen  Austausch mit Iran.  In den vergangenen Jahren sind verschiedene parlamentarische Gruppen aus Iran oder vom Europaparlament in Teheran oder in Brüssel oder Straßburg zu Gesprächen zusammengetroffen.  Die  parlamentarischen Delegationen Irans und der EU   können sich über verschiedene Themen austauschen und den Weg zu Kooperationen der Länder ebnen.  Die Parlamentarier können freier als offiziellen Vertreter beiden Seiten Probleme besprechen und Lösungen finden und einen Ausbau der Zusammenarbeit sowohl auf der Parlamentsebene als auch politisch, wirtschaftlich und kulturell vorbereiten.

                                

Die Europäische Union handelt insbesondere in ihren Außenhandelsbeziehungen koordiniert und sie befürwortet in diesem Rahmen  die Entstehung einer nützlichen Zusammenarbeit in den verschiedenen Regionen und unterstützt  die Bildung von regionalen Wirtschaftsblöcken.  Aus der Sicht dieser Union ist der Ausbau der regionalen Kooperationen von großer Bedeutung für die Beilegung der Konflikte unter den Regionalstaaten.  Die EU vertritt die Meinung, dass sie durch die Regelung der Beziehungen zu den regionalen Wirtschaftsunionen und Wirtschaftsblöcken viel besser ihre Beziehungen zu den Ländern in diesen Region koordinieren kann als durch bilaterale Gespräche mit jedem einzelnen Land, welche zeitlich und politisch enormen Aufwand erfordern. Also unterstützt diese Union den Ausbau der regionalen Kooperationen im Rahmen einer regionalen Konvergenz und sieht darin eine nützliche Strategie für den Ausbau seiner Beziehungen zu den Wirtschaftsblöcken auf der Welt.  In diesem Zusammenhang sind die überregionalen gemeinsamen Sitzungen mit dem Kooperationsrat am Persischen Golf, der Asean Verband Südostasiatischer Nationen, den lateinamerikanischen Ländern, der Handelsunion Mercosur (Gemeinsamer Markt Südamerikas)   und weiteren zu sehen.

Es besteht in diesem Zusammenhang daher auch die Möglichkeit für gemeinsame regionale Sitzungen zwischen der EU und  der ECO – der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit, deren Mitbegründer die Islamische Republik Iran ist und die ihren Sitz in Teheran hat.  Die Islamische Republik Iran kann dank ihrer strategischen Position durch ihre Beziehungen und Zusammenarbeit zu den Ländern am Persischen Golf, Zentralasien und den Anrainerstaaten am Kaspischen Meer  im Rahmen der Kooperation von Wirtschafts- und Handelsorganisationen wie die ECO  und die OPEC und weitere eine elementare Rolle übernehmen und eine Sonderposition in den Beziehungen der EU zu anderen Ländern erreichen.

                           

Die großen Öl- und Gasressourcen Irans  ziehen die Blicke  europäischer Großunternehmen auf sich. Angesichts der zahlreichen Schwierigkeiten bei Projekten für den  Energietransfer nach Europa  wie der geplanten Nabucco-Pipeline und der seitens Europa angestrebten Reduzierung der Energieabhängigkeit von Russland , könnte Iran einer der Hauptenergieversorger  für Europa werden, zumal die EU  eine größere Vielfalt in seinen   Energieversorgungsquellen anstrebt.

 

Die  EU sieht in der Tat in nahen Beziehungen zu Iran einen strategischen Schritt zur Deckung ihrer Interessen im Energiebereich. Als eine Gemeinschaft aus mehreren Industriestaaten sind Energiefragen ein wichtiges Thema. Erdöl ist für die europäischen Länder von vitaler Bedeutung und deshalb blickt die EU mit besonderer Aufmerksamkeit auf Länder oder Gebiete im Besitz dieser Energiequelle.

Die Islamische Republik Iran sieht aufgrund ihres 20-Jahres-Planes in der Wirtschaftsentwicklung eines ihrer wichtigsten Ziele und nimmt außerdem im Energiebereich einen besonderen Platz ein.   Sie ist davon überzeugt, dass sich gute Resultate aus der Investition und der finanziellen Mitbeteiligung von europäischen Ländern und Unternehmen  im Energiebereich erzielen lassen.

Durch die Thematisierung der Energie in der  Außenpolitik bietet sich eine Gelegenheit für verstärkte Zusammenarbeit und wechselseitige Beziehungen aufgrund gemeinsamer Interessen und damit die Herstellung und Fortdauer  friedfertiger Beziehungen zugunsten der nationalen Interessen.

Die Energie-Diplomatie kann die  Beziehungen des Landes zu anderen Akteuren der politisch-wirtschaftlichen internationalen Weltordnung, insbesondere der EU und ihrer Mitgliedsländer fördern.

                                            

Hier noch einige weitere Aspekte im Zusammenhang mit der Zusammenarbeit zwischen Europa und der Islamischen Republik Iran:

Die EU ist wie die UNO  ein geeignetes Tor für eine starke internationale Präsenz  in der internationalen Weltordnung, insbesondere  im Handelsbereich.  Dieser Fakt ist insbesondere für  die politische Position Irans von Bedeutung.

Die Wiederaufnahme der Handelsgespräche zwischen Iran und der EU, die von der Klärung der Atomakte abhängig gemacht wurde, kann  bei den eventuellen Handelsgesprächen Irans mit der Welthandelsorganisation WTO  als hilfreiche Erfahrung dienen.   Außerdem ist die EU ein wichtiger Partner der WTO und nimmt daher richtungsgebend Einfluss auf diese Organisation. Zudem können die EU-Mitgliedsländer bei einer guten Zusammenarbeit positiven Einfluss hinsichtlich des Antrags Irans auf eine Mitgliedschaft in der WTO üben. 

Auch besitzen die EU-Länder Einfluss auf  internationale Wirtschafts- und Finanzinstitute wie die Weltbank und den internationalen Währungsfonds, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und weitere und falls die EU eine Zusammenarbeit, die für beide Seiten einen Gewinn bringt, akzeptiert, können mit Hilfe des Einflusses der EU die Finanzierungs- und Investitionsmöglichkeiten dieser Institutionen genutzt werden.  Die EU verfügt  über Technologie, Technik, Industrie und finanzielle Möglichkeiten  und kann daher auch in größerem Umfang in Entwicklungs- und Aufbauprojekten in Iran investieren und Technologie in den Iran übertragen.

Die Islamische Republik Iran ist auch an der Wahrung der Wirtschafsbeziehungen zur EU interessiert, weil ein Teil des Bedarfes ihrer  Produktionslinien zu decken ist und auch ein Bedürfnis an Technologie besteht. 

Ebenso wird  ein Ausgleich in den außenpolitischen Beziehungen ermöglicht. Die Beziehungen zu Europa, gelten als wichtiger Bestandteil einer logischen und ausgeglichenen Außenpolitik,  insbesondere da die europäischen Länder in der jetzigen Weltordnung wichtige Akteure und Entscheidungsträger sind.

 

Iran und Europa verfügen über ausgezeichnete Kapazitäten für eine Zusammenarbeit.  Die Islamische Republik und die Europäische Union können nun aufgrund eines neuen Modells Gespräche führen, bei denen beide Seiten einen Gewinn davontragen. Wenn eine geeignete Atmosphäre für die iranisch-europäischen Verhandlungen zustande kommt, kann die Zusammenarbeit anstelle der Diskussion um  Konflikt hervorrufende Gesprächsthemen treten.  Für den Beginn eines konstruktiven Austauschs und einer neuen Zusammenarbeit,  wird ein gemeinsames Verständnis nötig.  Jedenfalls scheint die EU nach Einschätzung ihrer Beziehungen in den vergangenen 10 Jahren  an einer neuen Regelung der Beziehungen zu Iran und deren zukünftigen Ausbau interessiert zu sein.  Der gemeinsame Aktionsplan bildet auf gewisse Weise  die Achse für die   Entscheidungen  der EU  in Bezug auf die Gestaltung der neuen Beziehungen zur Islamischen Republik Iran. Die Kooperation zwischen der Islamische Republik Iran und die EU wird für eine Stabilität in der geopolitisch unruhigen Region des Nahen Ostens sorgen und kann daher für die internationale Gemeinschaft sehr nützlich sein.

Die Medien sollten die Bedeutung der Beziehungen der Islamischen Republik Iran zur Europäischen Union hervorheben.