Luftabwehrsystem Raad – Eine Errungenschaft der Islamischen Revolutionsgarden im Bereich der Luftverteidigung
-
Luftabwehrsystem Raad – Eine Errungenschaft der Islamischen Revolutionsgarden im Bereich der Luftverteidigung
ParsToday – Die Streitkräfte der Islamischen Republik Iran haben gemeinsam mit dem Verteidigungsministerium bislang eine Reihe einheimischer Systeme entwickelt und produziert, die heute bei den Luftverteidigungseinheiten im Einsatz sind.
Wie ParsToday berichtet, haben auch die Islamischen Revolutionsgarden umfangreiche Anstrengungen im Bereich der Entwicklung und Produktion von Luftverteidigungssystemen unternommen. Eines dieser Systeme ist das Raketenabwehrsystem „Raad“, das von der Organisation für Selbstversorgung der Bodentruppen der Revolutionsgarden entwickelt wurde und das Ergebnis der wissenschaftlichen Leistungen iranischer Spezialisten darstellt.
Vorstellung des Systems
Der Name des Luftverteidigungssystems Raad wurde erstmals im September 2012 auf einer Pressekonferenz des damaligen Oberkommandierenden der Revolutionsgarden genannt. Damals wurden eine Reichweite von 50 Kilometern sowie eine Zielbekämpfung in Höhen von bis zu 27 Kilometern (70.000 Fuß) angegeben. Kurz darauf, am 21. September 2012, wurde das System im Rahmen einer Militärparade anlässlich der „Woche der Heiligen Verteidigung“ offiziell vorgestellt.
Das System steht der Luft- und Raumfahrtstreitkraft der Revolutionsgarden zur Verfügung. Der damalige Kommandeur dieser Einheit, der Märtyrer General Hadschisadeh, erklärte zu den eingesetzten Raketen, dass sie speziell für die Bekämpfung amerikanischer Flugzeuge entwickelt worden seien.
Die Präsentation des Systems sorgte bei internationalen Experten für Aufmerksamkeit, da es zwar Ähnlichkeiten mit dem russischen System Buk-M2 aufweist, jedoch deutliche Unterschiede erkennen lässt, die auf eine eigenständige Entwicklung hindeuten.
Das System ist in der Lage, einzelne Ziele zu bekämpfen und ist mit drei Taer-2-Raketen ausgestattet. Der Startmechanismus befindet sich auf einem sechsrädrigen Fahrzeug, das eine dreh- und höhenverstellbare Startplattform trägt. In einigen Varianten ist das System zusätzlich mit einem Radar ausgestattet, während sich unterhalb der Raketenplattform ein Bereich für die Bedienmannschaft befindet.
System Raad-1
Das Luftverteidigungssystem Raad-1 zählt zu den Systemen mittlerer Reichweite und mittlerer Einsatzhöhe. Aufgrund seiner Struktur und Bauweise wird es als Teil derselben Systemfamilie wie die Systeme „Sevom Khordad“ und „Tabas“ betrachtet.
Raad ist in der Lage, Ziele in Höhen von bis zu 27 Kilometern zu bekämpfen und feindliche Objekte zu zerstören. Das System nutzt verschiedene Raketentypen, darunter Taer-1 mit einer Reichweite von 50 Kilometern, Taer-2 mit bis zu 105 Kilometern sowie die Sayyad-2-Rakete mit einer Reichweite von 75 Kilometern.
Das Luftverteidigungssystem kann sowohl taktische als auch strategische Flugzeuge, Hubschrauber und Drohnen bekämpfen und ist zudem für den Einsatz unter Bedingungen elektronischer Kriegsführung ausgelegt.
Das System ist auf einem mobilen sechsrädrigen Fahrzeug installiert, das drei Raketen trägt und über Beweglichkeit in horizontaler und vertikaler Richtung verfügt. In einigen Varianten ist auch ein eigenes Radar integriert, während sich die Bedienmannschaft im unteren Bereich des Systems befindet.
Neben den Raketen und dem Trägerfahrzeug ist auch das Radarsystem vollständig einheimischer Produktion. Dieses befindet sich auf einem Lastwagen und zeichnet sich durch hohe Mobilität aus. Während der Fahrt sind die Radarkomponenten vollständig eingefahren, lediglich eine kleine Antenne zur Kommunikation mit den Abschusseinheiten ist sichtbar.
Das System Raad verwendet zwei Radarsysteme: das Zielerfassungsradar S-111 sowie das Zielbeleuchtungsradar S-311. Je nach Quelle werden unterschiedliche Reichweiten angegeben, wobei für das S-111 eine Reichweite von etwa 75 bis 90 Kilometern und für das S-311 eine Reichweite von bis zu 55 Kilometern als wahrscheinlich gelten.
System Raad-2 – Weiterentwicklung der iranischen Luftverteidigung
Das Raketenabwehrsystem Raad-2 wurde erstmals am 22. September 2014 im Rahmen der Parade der Streitkräfte vorgestellt und markiert eine weiterentwickelte Generation innerhalb der Luftverteidigungssysteme Irans.
Wie ParsToday berichtet, wurden bei dieser Zeremonie der Startwerfer, das Trägerfahrzeug sowie die Raketen des Systems präsentiert. Damit wurde Raad-2 offiziell in die Familie der iranischen Luftverteidigungs- und Raketensysteme aufgenommen, zu der bereits Systeme wie Raad-1, Tabas, Sevom Khordad und Khorramshahr gehören.
Bereits zuvor war Anfang 2014 auf einer Ausstellung der Luft- und Raumfahrtstreitkraft der Revolutionsgarden, die vom Oberhaupt der Islamischen Revolution besucht wurde, eine verbesserte Version des Systems unter der Bezeichnung Raad-2 zu sehen gewesen. Diese Variante verfügt über elektrooptische Systeme mit großer Reichweite, die auf einem separaten Fahrzeug installiert sind und auch unter Bedingungen intensiver elektronischer Kriegsführung eine effektive Bekämpfung verschiedener Luftziele ermöglichen.
Raad-2 stellt eine modernisierte Version des Systems Raad-1 dar und befindet sich heute im Bestand der Luft- und Raumfahrtstreitkraft der Islamischen Revolutionsgarden. Im Unterschied zur Vorgängerversion ist der Startwerfer auf einem hochmobilen Lkw des Typs Iveco installiert, was die Beweglichkeit des Systems deutlich erhöht.
Das System ist mit Mittelstreckenraketen für mittlere Einsatzhöhen ausgestattet und kann Ziele in Höhen von bis zu 27 Kilometern bekämpfen. Es kann mit verschiedenen Flugkörpern ausgerüstet werden, darunter die Boden-Luft-Rakete Taer-1 mit einer Reichweite von 50 Kilometern, Taer-2 mit bis zu 105 Kilometern sowie die Sayyad-2 mit einer Reichweite von 75 Kilometern.
Zu den Hauptaufgaben des Systems gehören die Bekämpfung taktischer und strategischer Flugzeuge, Hubschrauber sowie unbemannter Fluggeräte. Darüber hinaus ist Raad-2 für Einsätze unter Bedingungen elektronischer Kriegsführung ausgelegt.
Obwohl Raad-2 – wie das Vorgängersystem – die Raketenfamilie Taer-2 nutzt, kommt hier die weiterentwickelte Variante Taer-2A zum Einsatz. Dies deutet darauf hin, dass im Zuge der Entwicklung auch die Raketentechnologie der ursprünglichen Version umfassend modernisiert wurde.
Ein weiteres gemeinsames Merkmal mit Raad-1 ist der Einsatz eines dreifachen Startwerfersystems, das die gleichzeitige Bereitstellung mehrerer Flugkörper ermöglicht und die Einsatzflexibilität erhöht.