Russland verlegt atomwaffenfähige Bomber nahe Alaska
Russland hat zwei atomwaffenfähige Bomber vom Typ Tupolew Tu-160 in einen Teil des Landes verlegt, der gegenüber dem US-Bundesstaat Alaska liegt.
Das sei im Rahmen einer Übung geschehen, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am gestrigen Mittwoch mit. Die strategischen Überschall-Flugzeuge hätten eine Strecke von mehr als 6000 Kilometer auf dem Weg von ihrer Heimatbasis in die östliche Hafenstadt Anadir an der Beringsee zurückgelegt. Anadyr liegt etwa 600 Kilometer zur Grenze des US-Bundesstaates Alaska.
In der „Rossijskaja gaseta“, dem Amtsblatt der Regierung in Moskau, hieß es, der Flug zeige, dass die Regierung in der Lage sei, atomwaffenfähige Bomber so zu stationieren, dass sie die USA binnen 20 Minuten erreichen könnten.
Die taktische Übung solle noch bis Ende der Woche andauern. Dabei seien insgesamt zehn Kampfjets im Einsatz, darunter auch strategische Bomber Tu-160 und Tu-95MS sowie Tankflugzeuge Il-78. Der strategische Bomber TU-160 ist ein Überschallflugzeug, das in der Lage ist, bis zu 12 nukleare Kurzstreckenraketen zu transportieren und 12.000 Kilometer nonstop zu fliegen, ohne nachzutanken.
Russland hat den Bomber während seiner Operationen gegen terroristische Gruppen in Syrien wiederholt eingesetzt. Im vergangenen Jahr lobte der russische Präsident Wladimir Putin die verbesserte Version des Bombers, die laut Angaben der Firma Tupolev um 60 Prozent effektiver ist als die ältere Version, wobei die Waffen und die Navigation erheblich verbessert wurden.
Die Spannungen zwischen Moskau und Washington haben in den letzten Monaten zugenommen, nachdem sich US-Präsident Donald Trump von einem wegweisenden Atomwaffenpakt mit Russland, dem Intermediate Range Nuclear Forces Treaty (INF), zurückgezogen hat. Die INF wurde gegen Ende des Kalten Krieges 1987 vom damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan und dem sowjetischen Führer Michail Gorbatschow unterzeichnet. Es verbot alle landgestützten Raketen mit Reichweiten zwischen 500 und 5.500 Kilometern und schloss Raketen mit sowohl nuklearen als auch konventionellen Sprengköpfen ein.
Nach der Aussetzung der INF durch die USA sagte auch Putin, dass der Kreml seine Verpflichtungen aus dem Atompakt aus der Zeit des Kalten Krieges als "Spiegelreaktion" auf die US-Maßnahmen ausgesetzt habe.