Empfehlungen des Revolutionsoberhaupts an Dozenten und Studenten der Teheraner Theologiehochschule
https://parstoday.ir/de/radio/iran-i7678-empfehlungen_des_revolutionsoberhaupts_an_dozenten_und_studenten_der_teheraner_theologiehochschule
Am 14. Mai trafen Dozenten und Studenten der Teheraner Theologiehochschule mit Revolutionsoberhaupt Ajatollah Khamenei zusammen.
(last modified 2025-01-01T12:50:18+00:00 )
May 19, 2016 00:18 Europe/Berlin
  • Empfehlungen des Revolutionsoberhaupts an Dozenten und Studenten der Teheraner Theologiehochschule

Am 14. Mai trafen Dozenten und Studenten der Teheraner Theologiehochschule mit Revolutionsoberhaupt Ajatollah Khamenei zusammen.

Die Theologiehochschule von Teheran besteht aus 133 Madaares (theologischen Ausbildungsstätten) und sechs Expertenzentren für Theologiewissenschaften. Sie wird von circa 15 Tausend Studenten besucht und ungefähr 1600 Dozenten unterrichten an ihr. 360 Studenten und Dozenten dieser Theologischen Hochschule sind seit Beginn der Revolutionsära zum Märtyrer geworden.  

Beim Treffen am 14. Mai nannte Revolutionsoberhaupt Ajatollah Khamenei die drei wichtigsten Aufgaben der Geistlichkeit nämlich: „geistige und religiöse Wegweisung“, „politische Wegweisung und Steigerung der Weitsicht“ sowie „Wegweisung und Teilnahme am Dienst an der Gesellschaft“.

Er betonte: „Ein Theologieschüler muss sich durch Erwerb der nötigen Fähigkeiten und Kenntnisse in der veränderten Welt von heute auf die Übernahme entscheidender Verantwortungen in der Gesellschaft vorbereiten.“

Ähnlich wie der Mensch die Religion, Religiosität und Spiritualität braucht, sind auch Personen nötig, die für die genaue Kenntnis der Religion ausgebildet werden, damit diese nicht in falsche Bahnen gebracht wird. Schon dadurch wird die Bedeutung des Erwerbs von Religionswissenschaften deutlich.

Wegen der wichtigen Rolle, welche das Erlernen von religiösem Wissen und dessen Vermittlung an andere für die Wahrung der Religion innehaben, empfiehlt der Heilige Koran den Gläubigen dass selbst während Kriegszeiten einige zurückbleiben und sich der religiösen Lehre widmen. Allerdings sollen damit die Theologiestudenten nicht vom Dschihad befreit werden, sondern gemäß Imam Baqir (gegrüßet sei er) ist damit gemeint, dass im Falle dass genug Kämpfer an der Front sind, der Reihenfolge nach eine Anzahl von Gläubigen zurückbleiben um den Islam zu lehren. An dieser Sonderbestimmung ist zu sehen, wie wichtig und notwendig die Lehre der Religionswissenschaften gemäß Islam ist.

Ajatollah Khamenei unterstrich den Theologiestudenten gegenüber, selbst wenn das von der Gesellschaft benötigte Expertenwissen optimal existiert aber diese Gesellschaft nicht religiös ist, werde sie im Diesseits und Jenseits Schaden erleiden und ernsthaften Schwierigkeiten begegnen. Die große Aufgabe der Gelehrten und Theologiestudenten, so sagte Ajatollah Khamenei weiter, bestehe darin die Gesellschaft in eine religiöse Gesellschaft zu verwandeln.

Er definierte den Begriff der religiösen Wegweisung mit der Darlegung des echten Islamischen Denkens und unterstrich, dass die Theologen und Theologiestudenten gut ausgerüstet die Arena zur Bekämpfung von abwegigen Ansichten und zur Verteidigung der Religion gegenüber Anzweifelungen betreten müssen.

Ajatollah Khamenei verwies darauf, dass der Vertrieb von Anzweifelungen zugenommen habe und sowohl der virtuelle Raum dies begünstige als auch politische Motive existieren. Er sagte: „Diese Situation erfordert eine Konfrontation. Nicht für jeden Dschihad ist der Griff zur Waffe nötig. Dies (die Bekämpfung von Skepsis) ist doch der größte Dschihad. Bereitet euch auf diesen Dschihad vor.“

In der heutigen Welt mit ihren modernen Kommunikationsmitteln und der raschen Herstellung von Kommunikationen erfordert die religiöse Öffentlichkeitsarbeit und die Klärung von Zweifelsfragen neue Fertigkeiten, während zuvor Bücher oder Ansprachen zur gedanklichen Rechtleitung der Gesellschaft als ausreichend erschienen.

Das Revolutionsoberhaupt bezeichnete eine reaktionäre fanatische Version des Islams, die starrsinnig an Äußerlichkeiten festhält ohne die spirituellen Wahrheiten zu erkennen, als anschauliches Beispiel für abwegiges Denken. Er sagte, dass Kreuzungen des Islams mit anderen Ideologen und ein Islam nach amerikanischen Geschmack eine Schlacht gegen den wahren Islam begonnen haben. Ajatollah Khamenei bezeichnete es als wichtige Aufgabe der Geistlichkeit, den wahren Islam, der sich auf den Koran und die Vorgehensweise des Propheten stützt, rational zu verbreiten und fuhr fort: „Der Weg der Propheten bestand in der Verbreitung dieses authentischen Denkens und die Geistlichen setzen diesen Weg zum wahren Glück, nämlich die religiöse Rechtleitung der Menschen, fort.“

Er erinnerte daran, dass die gedankliche Wegweisung der Bevölkerung durch eigene Praktizierung der Religion ergänzt werden soll und erklärte: „Ihr sollt auf die beste Weise auf den Weg zur Gottesanbetung und zu den Merkmalen der Religiosität, wie Aufrichtigkeit, Zuverlässigkeit, Gottesfürchtigkeit, Abkehr von dem Verbotenen und Aufruf zum Guten und zum rechtschaffenen Lebensstil lenken.“

Die Überzeugungen, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden und mit der Zeit verschleißen können, müssten durch eine geeignete Beweisführung vertieft werden, erklärte er.

Auch die politische Wegweisung bezeichnete Ajatollah Khamenei als wichtige Aufgabe der Gelehrten und Geistlichen und sagte:

„Der Grund für die wiederholte Hervorhebung der Notwendigkeit eines revolutionären Geistes an den Theologischen Hochschulen besteht darin, dass die Fortsetzung der richtigen revolutionären Bewegung des Landes und der Gesellschaft ohne die anhaltende Präsenz der Geistlichkeit nicht möglich ist.“ Ajatollah Khamenei erinnerte an die Tabak-Bewegung und die Konstitutionelle Revolution (Maschruteh) sowie die Bewegung der Nationalisierung des Erdöls und fuhr fort: „Die Konstitutionelle Revolution konnte nicht ans Ziel gelangen, weil die Mitbeteiligung der Geistlichkeit nicht andauerte. Die Kunst Imam Chomeinis (rh) hat darin bestanden, dass er nicht zuließ, dass die Mitbeteiligung der Geistlichkeit an der großen Revolutionsbewegung und in der Zeit nach ihr durch den Feind gestoppt wurde. Anderenfalls hätte nämlich weder die Revolution gesiegt, noch hätte die Islamische Revolution ihren Weg fortsetzen können.“

Ajatollah Khamenei fuhr fort: „Die Amerikaner haben von Beginn der Revolution an wie heute versucht, die Geistlichkeit aus der allgemeinen Bewegung des iranischen Volkes zu verbannen, damit in der darauffolgenden Phase die Gegenwart des Volkes auf der Arena aufhört und die Revolution scheitert. Das ist ihnen aber bislang nicht gelungen und wird ihnen – mit Gottes Segen - auch in Zukunft nicht gelingen.“ Ajatollah Khamenei fügte hinzu: „ Bei der Islamischen Erwachungsbewegung (in anderen Ländern) hat ebenso die Religion die Menschen auf den Schauplatz geholt, aber weil die religiösen Institutionen in diesen Ländern verstreut sind, hielt die Bewegung nicht an und das Erwachen führte nicht zu dem notwendigen Ergebnis. Doch in der Islamischen Republik wurde die Fortsetzung der revolutionären Bewegung möglich, weil die Präsenz der Religionsgelehrten und Geistlichen fortgesetzt wurde und infolge dessen die Anwesenheit der Bevölkerung auf den Schauplätzen anhielt.“

Nach der Darlegung der religiösen bzw. politischen Rechtleitung sprach Revolutionsoberhaupt Ajatollah Khamenei über die dritte wichtige Pflicht der Geistlichkeit, nämlich eine wegweisende Vor-Ort Präsenz beim Dienst an der Gesellschaft. Wenn die Theologiestudenten an den Dienstleistungen für Bürger, dem Bau von Schulen und Krankenhäusern und Katastrophenhilfen und auf anderen Schauplätzen erscheinen, so werden sie dadurch auch die Kräfte des Volkes auf die Arena holen. Seitdem es den schiitischen Glauben im Iran gibt , sind die Geistlichen immer der Bevölkerung in harten Zeiten eine Stütze gewesen. Die Menschen konnten sich nicht nur in religiösen Fragen und in Religionskunde sondern auch bei Missgeschicken und Problemen im privaten und gesellschaftlichen Leben an sie wenden. Viele Schulen, Krankenhäuser und andere Dienstleistungszentren sind auf Initiativen von Geistlichen gebaut worden.

Ajatollah Khamenei empfahl den Theologiestudenten neben dem Studium auch an ihrer Charakterveredlung zu arbeiten und empfahl: „Setzt euch für die Erfüllung der Aufgaben von Geistlichen, die durch keine anderen Experten ersetzbar sind, ein. Natürlich nicht um an Ämter und Titel zu gelangen, sondern immer nur um Gottes Wohlwollen zu finden und um den Imam der Zeit ( Gott möge sein Erscheinen beschleunigen) zufriedenzustellen.“

Ajatollah Khamenei sagte weiter, die für die theologischen Hochschulen typische Lernmethodik dürfe nicht durch die Methodik an anderen Hochschulen ersetzt werden.

Die Studienmethodik von Theologiestudenten unterscheidet sich in wichtigen Punkten von der Lehre an Universitäten. Für die Studenten der Religionswissenschaften stellt das Lernen eine religiöse Pflicht dar und die Vorlesungen sind für sie etwas Heiliges. Dies geht auf die dringenden Empfehlungen des Korans und der Überlieferungen über das Studium von Religionswissenschaften zurück. In den theologischen Lehrzentren bedeutet Studieren nicht nur die Aneignung von Wissen, sondern geht mit ernsthaften Anstrengungen um Läuterung der Seele und Aneignung moralischer Tugenden einher. Diese spirituelle Atmosphäre motiviert die Theologiestudenten verstärkt zum Lernen.

 Zu der Methodik des Theologiestudiums gehört, dass der Student vor der Vorlesung des Gelehrten selber Bücher studiert und dass zwischen den Theologieschülern Debatten zum Lehrstoff stattfinden. Dies sind zwei typische Merkmale für die Lernmethodik an Theologischen Hochschulen, die jedoch an den Universitäten nicht vorliegen. Ajatollah Khamenei betont, dass man die Vorteile dieser Methodik nicht außer Acht lassen darf.

Die Teheraner Theologie-Hochschule (Howze Ilmiyieh Teheran) konnte dank großer Gelehrter der Ethik und Religionswissenschaft viele junge Studenten anziehen, die bereits in anderen Wissenschaften einen Abschluss besitzen. Ajatollah Khamenei verwies auf die lange Geschichte und Bedeutung des Teheraner Theologiezentrums und die hohen Gelehrten, die an ihm unterrichtet haben. Er sagte: „Das Teheraner Howzeh Ilmiyieh hat sich einen Namen gemacht. Dies sollte man zu schätzen wissen und um die Ausbildung qualifizierter Kräfte im islamischen Recht und den islamischen Geisteswissenschaften, der Überlieferungskunde und der Koranexegese bemüht sein.“