Seltene Tier- und Pflanzenarten im Iran (19 – die kostbaren Störe)
Diesmal wenden wir uns den verschiedenen Störarten im Kaspischen Meer zu. Sie sind gefährdet.
Die meisten Wirbeltiere auf der Welt sind die Fische. Zurzeit kennt man mehr als 20 Tausend verschiedene Arten. Von diesen leben circa 160 Arten in den iranischen Flüssen und Meeresgewässern. Sie lassen sich in drei große Kategorien einteilen, nämlich die Fische im Kaspischen Meer, die in Binnengewässern und die im Persischen Golf und im Golf von Oman. Einige der Fischarten im Iran sind leider inzwischen selten geworden oder sie sind gefährdet, was am übermäßigen Fischfang und an der Zerstörung der Meeresumwelt liegt. Eine der wichtigsten dieser Fischarten, ist der Stör im Kaspischen Meer. Darüber mehr in unserer heutigen Sendung.
Im Norden Irans liegt der größte Binnensee der Welt, genannt Kaspisches Meer. Das Kaspische Meer grenzt im Süden an Iran und in Norden an Russland, im Westen an Russland und die Republik Aserbaidschan und im Osten an die Republiken Turkmenien und Kasachstan. Es ist zusammen mit den einmündenden Flüssen und besonders mit seinem südlichen Teil Lebensraum der teuersten Fische auf der Welt. Die Küsten Irans bieten günstige Bedingungen für diesen Fisch, den Stör. Im Kaspischen Meer leben 78 verschiedene Fischarten und Unterarten. Die Familie der Störe bildet die bedeutendste von ihnen. Die Störe des Kaspischen Meeres gehören zu den teuersten Meeresfischen auf der Welt, aber wegen zahlreicher Probleme, wie zum Beispiel ungehemmter Fischfang, ist ihre Art vom Aussterben bedroht. Wenn keine Abhilfe geschafft wird, so wird es den Stör bald nicht mehr im Kaspischen Meer geben.
Die Störe gehören zu den Knorpelfischen. Auf Persisch werden sie auch Taas-Mahi genannt. Die Knorpelfische gab es schon in der erdgeschichtlichen Periode Jura, welche circa vor 200 Millionen Jahren begann. Daher werden die Störe im Kaspischen Meer auch als lebende Fossile betrachtet. Es gibt 27 verschiedene Arten von Stören auf der Welt , 5 davon leben im Kaspischen Meer. Störe sind nicht wegen ihres Fleisches sondern wegen ihres Rogens begehrt. Dieser Rogen ist als Kaviar oder schwarze Perlen bekannt. Die Kaviar-Reserven im Kaspischen Meer machen 93 Prozent der Kaviar-Reserven weltweit aus. Die 5 besten Arten von Stören, die den Kaviar liefen, leben im Kaspischen Meer und heißen:
Fil Mahi, auch Huso Huso oder Beluga genannt,
Gharah borun - oder Persischer Stör - Acipenser Persiscus
Tschalbasch oder russischer Stör - Acipenser gueldenstaedtii
Mahi-Schip - oder Glatt-Stör - Acipenser nudiventris -
und Uzun borun oder suruga - zu Deutsch Sternhausen - und in der Fachsprache Acipenser stellatus.
Der Huso huso, zu Persisch Beluga oder Fil-Mahi (wörtlich: Elefantenfisch) , ist der größte Fisch im Kaspischen Meer, aber er steht auf der Liste der äußerst gefährdeten Arten. Sein Kaviar ist der teuerste. Einige Exemplare des Huso huso die man im Kaspischen Meer gefangen hat, wiesen ein Gewicht von circa 1400 kg auf und waren über 100 Jahre alt. Dieser Fisch laicht alle zwei oder drei Jahre und ist erst im Alter von 14 bis 17 Jahren ausgewachsen. Seine Länge reicht von anderthalb bis zu über vier Metern.
Die häufigste Art von Stören im Südbecken des Kaspischen Meeres ist Gharah Borun oder der Persische Stör. Er laicht vor allen Dingen im Frühling. Die Männchen sind mit 8 bis 11 Jahren ausgewachsen und die Weibchen mit 10 bis 16. Die durchschnittliche Produktion von Kaviar nimmt mit dem Alter zu und ist je nach Jahreszeit verschieden. Der Kaviar des Persischen Störs weist mehr Farbvariationen als der Rogen bei den anderen Störarten auf. Die Farbe reicht von dunkelgrau bis hellgrau und in seltenen Fälle ist der Rogen sogar goldfarben. Weltweit gehört der Kaviar des Persischen Störs zu den bekanntesten und beliebtesten Kaviarsorten.
Eine weitere Sorte ist der Russische Stör. Die Jungfische dieser Art von Stören leben im Norden des Kaspischen Meeres in einer Tiefe von zwei bis fünf Metern, aber die erwachsenen Fische halten sich in den südlichen Teilen des Gewässers in einer Tiefe von 2 bis 130 m auf. Dieser Stör zieht zur Eiablage in die Wolga, den Ural oder den Kura im Norden des Kaspischen Meeres oder in den iranischen Fluss Sefidrud im Süden. Die Fortpflanzung erfolgt im Frühling und Herbst.
Acipenser nudiventris - der Schip-Mahi oder Glattstör - ist eine weitere Art von Stör im Kaspischen Meer. Seine Bestände sind in den Gewässern Russlands, Aserbaidschans und Turkmeniens auf ein Minimum zurückgegangen, und der Handel mit seinem Rogen ist verboten. Aber im Iran wird diese Störart künstlich vermehrt und jährlich werden mehrere Millionen Jungfische im Kaspischen Meer freigelassen, um die natürlichen Bestände zu verbessern.
Die letzte Art der Störe im Kaspischen Meer, die wir noch besprechen, ist der Acipenser stellatus, zu Deutsch Sternhausen und in der Landessprache Suruga oder Uzun Borun genannt. Charakteristisch für diese Störart ist das langgezogene Maul. Der Kaviar dieser Störart ist kleiner und sehr schmackhaft. Im Frühling wandert dieser Fisch zum Laichen in die Flüsse.
Nach dem Zerfall der Ex-Sowjetunion hat der illegale Fang von Meerestieren im Kaspischen Meer erheblich zugenommen und einige Arten mit der Gefahr des Aussterbens konfrontiert. Zurzeit sind der Kaviarschmuggel, die Missachtung der Fangbestimmungen und der fehlende Aufbau von Reserven an Stören sowie die zunehmende Verschmutzung des Meeres infolge von Abwässern aus den Nachbarländern Irans die wichtigsten Ursachen für die Bedrohung dieser wertvollen Fischart im Kaspischen Meer . Außerdem haben die Dürreperioden der letzten Jahre und der Dammbau an den Flüssen zur Folge gehabt, dass der Laichprozess nicht mehr seinen natürlichen und vollständigen Verlauf nimmt und die Fortpflanzung dieser wertvollen Fischart in Gefahr geraten ist. Somit wird das Bedürfnis nach ernsthaften Entscheidungen auf nationaler und regionaler Ebene in Richtung Schutz der Bio-Reserven und Verhinderung des Aussterbens der Störe im Kaspischen Meer verspürt. Diese Fische sind ein Segen für die Bevölkerung in der Region. Durch sie entstehen Arbeitsplätze und Einkommensquellen. Daher scheint ein gutes Management und eine gute Planung für den Erhalt dieser Bio-Reserven notwendig.
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