Das Fitr-Fest - die Größe der Gottergebenheit Teil 1
Am Tag des Fitr-Festes sind von überall her in den islamischen Ländern die Rufe zur Preisung und Danksagung Gottes zu hören.
Zum Dank für den Segen des Monats Ramadan feiern die Muslime und Gott schickt die Engel mit dem Lohn für sie auf den Weg. Der Prophet Gottes sagt:
Wenn die Nacht zum Fitr-Fest begonnen hat, gibt Gott den Lohn der Fastenden im Überfluss.
Nun ist die Zeit gekommen, in der die vielen Gebete der Fastenden in Erfüllung gehen. Der Monat Ramadan ist zu Ende und die Muslime haben dank des Fastens und der Lesung im Koran ihre Herzen von dem Staub und Schmutz, der sich über sie gelegt hat, freigemacht. Sie sind Gott näher gekommen. Dieses Fest ist eine neuer Beginn.
Das Fitr-Fest wird begangen und es wird der Sieg des Menschen über sein Ego gefeiert. Alle, die 30 Tage lang Selbstbeherrschung geübt haben, freuen sich über die Erkenntnis, die ihnen zuteil wurde. Ein Engel ruft: „Frohe Kunde euch Dienern, denn Gott hat eure bisherigen Sünden verziehen. So gebt acht wie ihr euch die restlichen Tage eures Lebens verhaltet.“
In der Islamischen Welt herrscht große Freude am Tag des Fitr-Festes. An diesem Tag sind die Straßen geschmückt und zu Hause hat man sich auf den Empfang von Gästen vorbereitet. Die Kinder tragen neue Kleidung und erhalten Geschenke.
Das Fitr-Fest ist ein Tag, der den Muslimen zur Ehre gereicht. Die Muslime in Indien, Tadschikistan, in Syrien und Libanon und in vielen anderen Ländern nehmen an diesem Fest teil. Sie beglückwünschen sich und verrichten am Morgen den besonderen Gebetsdienst zu diesem großen Fest. Sie gehen zu den Gräbern der Verstorbenen und beten für sie, besuchen sich gegenseitig und besuchen Kranke und Bedürftige.
Ab der Nacht zum 27. Ramadan stellen die Muslime in Malaysia eine Kerze vors Herz oder schmücken ihre Straße mit Lichtgirlanden. Auf diese Weise gehen sie dem Fitr-Fest entgegen. In der Nacht zu diesem Fest lassen sie in der ganzen Stadt den Ruf der Großpreisung Gottes erschallen: Allah Akbar! Gott ist Größer. Mehrere Tage sind offizielle Feiertage und viele nutzen diese für eine Reise.
Die Muslime in Indonesien pflegen zum Fitr-Fest einen Brauch der sich Mudik nennt, was „Rückkehr zur Quelle“ bedeutet, d.h. sie nutzen die Feiertage, um an ihren Geburtsort zurückzukehren und um ihre Eltern und Verwandten zu besuchen.
Im Irak suchen die Muslime die Pilgerstätte von Imam Hussein auf, dem edlen Enkel des Propheten Gottes aleihe salam. Sie gedenken an diesem Tag dem großen opferbereiten Geist Imam Husseins, dem Fürsten aller Märtyrer.
Doch inmitten all dieser Freude bedrückt die Islamische Welt auch großes Leid. Viele Geschwister der Muslime auf der Welt leiden, in Palästina oder in Afghanistan zum Beispiel. Die Muslime fühlen sich gegenüber ihnen verantwortlich. So erheben sie zum Fitr-Fest ihre Hände zum Gebet und beten für die Freiheit der unterdrückten Völker.
Am Fitr-Fest ist es eine religiöse Pflicht den Bedürftigen zu helfen, wie zum Beispiel den Flutopfern in Pakistan. Imam Ali aleihe salam hat über die gläubigen Menschen gesagt, dass sie den anderen Menschen Sicherheit und Wohl bescheren, selbst wenn sie selber dafür große Mühen auf sich nehmen müssen.
Allen Gläubigen und Gott suchenden Mensch sei zum Fitr-Fest gratuliert.
Außer dem Hadsch gibt es noch die beiden großen Versammlungen der Muslime zum Fitr- und und Opferfest. Die Großen der Religion empfehlen allen, an dieser Versammlung teilzunehmen, denn eine solche gereicht den Muslimen zu Ehren und lässt sie erstarken. Imam Resa a.s. hat gesagt: Der Fitr-Tag wurde zum Fest bestimmt, damit sich die Menschen an diesem Tag versammeln und im Zeichen Gottes ihre Häuser verlassen und ihn für die Segnungen, die er ihnen geschickt hat, preisen. …
Imam Ali a.s. hat den Fitr-Tag mit dem Tag der Auferstehung verglichen. Der Tag der Auferstehung ist schicksalsbestimmend und an ihm warten alle darauf, dass ihnen ihr Lebenszeugnis ausgehändigt wird. Der Fitr-Tag ähnelt diesem Tag. Imam Ali hat ihn als Tag bezeichnet , an dem die Guten belohnt und die Schlechten bestraft werden.. Die Bilder von den Menschenmassen, die ihre Häuser verlassen um sich zum gemeinsamen Gebet zusammenzuschließen hat Imam Ali a.s. mit den Szenen vom Verlassen der Gräber verglichen. Und wenn die Menschen sich auf dem Gebetsplatz versammeln ähnelt es nach seinen Worten der Versammlung vor Gottes Audienz am Jüngsten Tag und wenn sie wieder in ihre Häuser zurückkehren dann gleicht es der Einkehr in ihre Wohnungen im göttlichen Paradies.
Der Fitr-Tag ist der Tag der Erinnerung an Gott und der Tag seiner Lobpreisung. Die wichtigste Zeremonie am Eyd-Tag ist das Eyd-Gebetsritual. Bevor dieses Gebet beginnt, erklingen die Allah-Akbar-Rufe aus allen Mündern. Die Atmosphäre ist von Spiritualität geprägt und berührt die Herzen. Die Betenden schließen ihre Gebetsreihen, sie stellen sich vor Gott den Allerbarmer und danken ihm für seine Großherzigkeit und Segnungen.
Der spezielle Eyd-Gebetsdienst besteht aus zwei Raka – das heißt zwei Gebetsabschnitten. Wobei wie bei den anderen Gebeten ein Gebetsabschnitt aus den Körperhaltungen: Stehen, sich Verbeugen, Niederfallen Sitzen und erneuten Niederfallen besteht und dazu die jeweiligen Worte gesprochen werden. Das heißt im Stehen wird die Sure Hamd gesprochen und danach folgt die Sure Ala. Daraufhin folgt 5 mal ein besonders Gebet. Und in der zweiten Gebetsabschnitt folgt der Sure Hamd die Sure Schams und 4 mal das besondere Bittgebet. In diesem besonderen Bittgebet während des Ritualgebet – es nennt sich Qunut - wird Gott gepriesen und es wird an seine Barmherzigkeit erinnert. Sein Gesandter, der letzte Prophet Gottes und dessen edle Familie werden gegrüßt und die Gläubigen bitten Gott um das, worum ihn der Prophet und die Edlen aus seinem Hause gebeten haben, denn diese sind ihr Vorbild.
Nach dem Gebet hält der Gebetsimam zwei Ansprachen. Er ruft in seinen Ansprachen die Menschen zur Gottesfürchtigkeit und zur Beachtung der moralischen Grundsätze auf. Aber er weist auch auf wichtige aktuelle Probleme in der Islamischen Welt hin, damit die Betenden mit den Problemen der anderen Muslime vertraut werden und Verantwortung verspüren. Auch hier sieht man wie bei vielen anderen gottesdienstlichen Konzepten des Islams, dass sie erzieherischen Wert besitzen und ethische Ziele verfolgen.
Der Prophet sagt dass Gott zu den Betenden, wenn sie wieder mit Hoffnung auf die Belohnung Gottes in ihre Häuser zurückkehren, sagt: Meine Diener! Ihr habt für mich gefastet und habt für mich das Gebet verrichtet. Kehrt in eure Häuser zurück : Es wurden euch eure Sünden verziehen!