Das Fitr-Fest – die Größe der Gottergebenheit Teil 2
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Wenn nach 29 oder 30 Tagen des Monats Ramadan die Sichel des Neumonds wider am Himmel erscheint, hat der Monat Schawwal begonnen. Der erste Tag dieses Monats ist das Fitr-Fest. Es wird überall, wo Muslime leben, gefeiert. Denn es ist für die Muslime von besonderen Wert, genauso wie der Monat Ramadan ein ganz besonderer Monat im Islamischen Kalenderjahr ist. Das Fitr-Fest ist das Fest der Einheit und spiegelt die Größe der Religion wieder.
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Jul 05, 2016 07:58 Europe/Berlin

Wenn nach 29 oder 30 Tagen des Monats Ramadan die Sichel des Neumonds wider am Himmel erscheint, hat der Monat Schawwal begonnen. Der erste Tag dieses Monats ist das Fitr-Fest. Es wird überall, wo Muslime leben, gefeiert. Denn es ist für die Muslime von besonderen Wert, genauso wie der Monat Ramadan ein ganz besonderer Monat im Islamischen Kalenderjahr ist. Das Fitr-Fest ist das Fest der Einheit und spiegelt die Größe der Religion wieder.

Die Menschen strömen zu dem gemeinsamen Fest-Gebet herbei und rufen : Allah Akbar – Gott ist Größer.

Dies ist Tradition:                                                                                                            

Wenn der Prophet Gottes am Fitr-Tag sein Haus verließ um zum Gebetsplatz zu gehen, rief er laut „La ilaha ilallah“ – Ist gibt keinen Gott außer Gott - und „Allah Akbar“ – Gott ist größer. Diese Losungen des Islams wiederholte er auch mehrmals während seiner Ansprachen nach dem Gebet. Und die anderen folgten ihm.

Imam Resa hat über die Größerpreisung Allah Akbar gesagt, dass dadurch Gott der allerhöchste gewürdigt und ihm für alle Segnungen gedankt wird.

Alle feiern das Fitr-Fest, besonders aber die Besitzer der Erkenntnis, dank ihrer großen Bemühungen auf dem Wege Gottes im Monat Ramadan. Imam Chomeini Gott segne ihn sagt- : „Was die Besitzer der Erkenntnis unter dem Fest verstehen ist sehr verschieden von dem was die anderen verstehen. Nachdem sie sich im Monat Ramadan in der Enthaltsamkeit geübt haben, ist das Fitr-Fest für sie der Tag der Begegnung mit Allah.“

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Am Vorabend des Fitr-Festes hat Imam Sadschad aleihe salam, jedes Jahr die Sklaven in seinem Haus herbeigerufen. Er sagte ihnen, sie sollten folgenden Satz wiederholen: O Herr! Du hast uns gesagt, dass wir denen verzeihen, die uns Unrecht getan haben. Wir haben denen verziehen, die uns Unrecht getan haben. Aber in Wirklichkeit haben wir uns selber auch Unrecht getan. So verzeih auch du uns!…. O Gott. Du hast gesagt: dass du keinen Bettler von deiner Schwelle zurückweist. Wir sind Bettler und Bedürftige und bitten um deine Wohltaten und Geschenke. Erweise uns Gnade und mach uns nicht zu den Entbehrenden!.

Dann sagte Imam Sadschad zu ihnen: Geht: Ich übe Nachsicht mit euch und lasse euch frei, in Hoffnung darauf, dass auch Gott mit mir Nachsicht übt und mich befreit.

Am Fitr-Tag beschenkte Imam Sadschad dann die freigelassenen Sklaven reichlich, damit sie sich versorgen konnten. Imam Sadschad aleihe salam liebte es, Sklaven ihre Freiheit zurück zu geben. Er kaufte jedes Jahr einige Sklaven, ohne dass er sie gebraucht hätte und ließ sie dann am Arafah-Tag im Hadschmonat Gott zuliebe frei und beschenkte sie reichlich. Dies war seine Art, das Sklaventum zu bekämpfen.

Die Muslime zahlen am Tag des Fitr-Festes eine besondere Abgabe – die Zakat Fetri. Dies ist in Wahrheit ein Geschenk des Fastenden an die Bedürftigen, und dient zur Lösung vieler finanzieller Probleme und der Armutsbekämpfung. Sie kommt den Bedürftigen zu gute, zum Beispiel zur Begleichung deren Schulden, oder dient dem Aufbau des Landes, wie Brücken- Straßen- und Krankenhausbau. Gemäß Überlieferung ist die Zahlung der Zakat Fetri eine Art Versicherung gegenüber Missgeschicken und gilt als gottesdienstliche Handlung. Überhaupt fördert das Spenden auf dem Wege Gottes und die Zahlung der Zakat die Menschenliebe und die Hilfsbereitschaft und regt den Einzelnen an etwas für die die Gesellschaft zu tun. Durch die Zahlung der Zakat wird die Seele reiner und entfalten sich die guten Eigenschaften im Menschen. Deshalb wurde auch gesagt, dass Gott das Fasten unter der Bedingung annimmt, dass jemand seiner Pflicht nachkommt, die Zakat-Fetri zu zahlen.

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Die große Versammlung zum gemeinsamen Gebet am Fitr-Fest ist der Solidarität zwischen den Muslimen sehr dienlich. Die Einheit ist ein vitaler Grundsatz für die islamische Weltgemeinde. Der Prophet Gottes hat die Muslime aufgerufen immer zusammen zu halten. Auf dieser großen Versammlungen rücken die Meinungsverschiedenheiten in den Hintergrund. In engen Reihen stehen die Menschen zum Gebet und auf diese Weise wird ihr Zusammenhalt gestärkt.. Imam Sadschad hat das Fitr-Fest den Tag der Versammlung, Freude und der Unterstützung der Muslime für einander genannt.

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Die große Versammlung der Muslime am Eyd-Fitr-Tag erinnert auch an wichtige Ereignisse in der Geschichte. Zum Beispiel an dem Tag, als Imam Resa aleihe salam zum Gemeinschaftsgebet vor die Stadt zog. Mamun, der Abbassidenkalif hatte Imam Resa aufgefordert, er solle mit der Bevölkerung das Festgebet verrichten. Er war ein durchtriebener Herrscher und versprach sich aus dieser Anweisung einen Vorteil für sich selber. Erst lehnte Imam Resa ab, aber weil Mamun beharrlich weiter darauf bestand, sagt er: Gut, ich verrichte das Festgebet unter der Bedingung, dass ich es so verrichte, wie der Prophet Gottes und Imam Ali aleihoma salam es getan haben.

Als nun am Fitr-Tag die Sonne aufging, setzte der Imam einen weißen Turban auf und verließ das Haus. Die Menschen eilten herbei und umringten ihn freudig. Der Imam streckte die Hände zum Himmel hoch und rief mit lauter Stimme Allah Akbar. Da riefen auch die Menschen Allah Akbar – Gott ist Größer und ihre Rufe erfüllten die Stadt. Die Gläubigen weinten vor Freude, dass der edle Nachkomme des Propheten unter ihnen ist. Sogar Soldaten und Heeresführer des Mamun gerieten in den Bann dieser eindrucksvolle Szenen. Der Imam blieb alle 10 Schritte stehen und rief laut und deutlich Allah Akbar . Bald kam dem Mamun zu Ohren, was sich ereignete. Sein Wazir Fasl Ibn Sahl warnte ihn: 2Wenn der Imam auf diese Weise seinen Weg zum Gebetsplatz fortsetzt und vor den Menschen spricht, werden sie so begeistert von ihm werden, dass sie deine Regierung stürzen.“

Da schickte Mamun schnell jemanden zu Imam Resa und forderte ihn auf ,sofort umzukehren und das Eyd-Gebet nicht zu verrichten. Mamun hatte also nicht ertragen können, dass Imam Resa das Fitr-Gebet leitet. Die Tatsache, dass dieses Gebet zum Fitr-Fest nicht stand fand, enthält eine wichtige Botschaft, und zwar die, dass wenn ein Gebet aufgrund seines wahren Geistes und unter Leitung von würdigen rechtschaffenen Menschen stattfindet, es eine Schicksalswendung für die Gesellschaft bedeuten kann.

Wir schließen mit den Worten Ajatollah Chameneis der gesagt hat:

„Jedes Fitr-Fest ist für einen klugen und bewussten Muslim ein wahres Fest. Der Tag, an dem er sein spirituelles geistiges Leben erneut beginnt, ist wie der Frühling für die Pflanzen. Gott hat am Ende dieses Monats, welches der Monat des Gott-Dienens ist, einen Tag eingerichtet, der ein Festtag sein soll. Ein Tag der Versammlung und ein Tag der Größe. Die Muslime beglückwünschen einander zu diesem Tag. Sie danken für die segensreichen Erfolge im Monat Ramadan. Sie bitten Gott um eine Belohnung und Ausgleich und behüten das, was ihnen in diesem edlen Monat zum Vorrat wurde. Dieser Tag ist der Eyde-Fitr-Tag. Dieser Feiertag ist auch wieder ein Tag des Gott-Dienens und der Hilfssuche bei Ihm, des Gott-Eingedenk-Seins und der Bemühung, Ihm näher zu kommen. Dieser Tag beginnt mit dem Gebetsdienst und endet mit Gebeten und Zufluchtsuche und Gotterinnerung (Zikr). Wisst diesen Tag zu schätzen! Wisst den Vorrat an Gottesfürchtigkeit zu schätzen und ebenso das Fitr-Fest!

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