Bericht über Sitzung für Islamische Menschenrechte
Der Tag der Islamischen Menschenrechte ist eine Gelegenheit zur Vorlage von praktikablen Ideen für die Umsetzung der Grundsätze der Menschenrechte in der Islamischen Welt. Jährlich werden in der Islamischen Republik bei Herannahen dieses Tages auf Sitzungen von staatlichen und bürgerlichen Organisationen Erfahrungen und Ideen zu diesem Thema ausgetauscht.
Am 4. August 2016 steht im iranischen Sonnenkalender der Tag der islamischen Menschenrechte und der Menschenwürde verzeichnet. Dies entspricht dem Tag, an dem in Kairo die Islamischen Menschenrechtserklärung verabschiedet wurde.
Nach breitangelegter Werbung für die UN-Menschenrechtscharta haben Persönlichkeiten der Islamischen Welt die Regeln und Grundsätze der islamischen Menschenrechte aus den Schriften des Islams abgeleitet. Das Resultat - die Islamische Menschenrechtserklärung - wurde auf der 19. Sitzung der Außenminister der Mitgliedsländer der Islamischen Konferenz-Organisation (OIC),die vom 21. Juli bis zum 5. August 1990 in Kairo stattfand, verabschiedet.
Die Veröffentlichung der Islamischen Menschenrechtserklärung seitens der OIC war ein einleitender Schritt um der UN-Menschenrechtserklärung , die in einigen Fällen nicht in den islamischen Rahmen passt, eine Lösung gegenüberstellen zu können, in denen die Menschenrechte gemäß des Islamischen Rechtes geachtet werden.
Der Tag der Islamischen Menschenrechte ist eine Gelegenheit zur Vorlage von praktikablen Ideen zur Umsetzung der Grundsätze der Menschenrechte in der Islamischen Welt. Jährlich werden in der Islamischen Republik bei Herannahen dieses Tages auf Sitzungen von staatlichen und bürgerlichen Organisationen Erfahrungen und Ideen zu diesem Thema ausgetauscht.
Auf einer diesjährigen Sitzung von iranischen Zivileinrichtungen, die auf Initiative des Instituts zum Schutze der Frauenrechte in Anwesenheit des Vizedirektors des Menschenrechtsstabes der Judikative und einer Anzahl von Experten und Menschenrechtsaktivisten standfand, wurden die geistigen und theoretischen Grundlagen der Menschenrechte aus der Sicht des Islams und ihr Vergleich mit dem Westen erörtert. Wir möchten die auf dieser Sitzung diesbezüglich dargelegten Standpunkte hier zusammenfassen.
Die zentrale Rolle der Religion ist eine der wichtigen und elementaren Grundlagen der Islamischen Menschenrechte. Das Ziel dieser Religionsorientierung besteht darin, die Menschen rechtzuleiten, ihr Wohl zu erreichen und ihnen zur Vervollkommnung zu verhelfen.
Der Mensch gelangt nicht von selbst an Vollkommenheit, denn nur Gott der Höchsterhabene kennt alle Bedürfnisse und Fähigkeiten des Menschen und nur Er kann daher den Menschen rechtleiten und seinem Wohl und dem Ideal zuführen.
Ein weiterer Punkt ist das Recht Gottes. Das Recht Gottes besteht darin, dass der Mensch Gott, dem Allmächtigen dient. Das ist eine Pflicht, die wir gegenüber Gott haben.
In der Diskussion über die Islamischen Menschenrechte wird hervorgehoben, dass zu jedem Recht auch eine Pflicht gehört und zu jeder Pflicht ein Recht. Aber es besteht ein Unterschied zwischen Rechten und Pflichten. Wenn wir über Rechte sprechen, gestehen wir dem Inhaber des Rechtes zu, frei darüber zu entscheiden, ob er das Recht ausübt oder nicht. Aber in Bezug auf die Pflichten gemäß Islamischen Menschenrechtes ist dies nicht genauso, d.h. eine Pflicht ist zu erfüllen.
Wenn jemand das Recht auf freie Meinungsäußerung hat, so hat er demgegenüber auch eine Pflicht und er muss das Wohl der Gesellschaft, ihre Gesetze, die allgemeine Ordnung und roten Linien sowie die Grenzen , die durch die Freiheitsrechte der anderen entstehen, berücksichtigen. Wenn jemand das Recht auf freie Meinungsäußerung hat, so muss er auch die Pflichten erfüllen, die damit einhergehen..
Die zweite Grundlage bei den Islamischen Menschenrechten ist die Menschenwürde. Der Mensch ist das besondere Geschöpf Gottes. Gott hat ihn zu Seinem Statthalter auf Erden auserwählt. Er hat ihm eine innere Natur (Fitra) mitgegeben, die auf Gott ausgerichtet ist. Der Mensch entscheidet selber und Gott vertraut ihm wertvolle Dinge an. Der Mensch kennt das Gute und das Schlechte, er kann sich vervollkommnen und er besitzt das Potential Wissen zu erwerben und danach zu handeln. Der Mensch besitzt menschliche Würde und ist gegenüber seinem Gott verantwortlich. Dies sind die Merkmale die der Heilige Koran für den Menschen anführt. An dieser hohen Denkweise und dem hohen Platz den Gott dem Menschen gibt, lassen sich die Unterschiede der islamischen Lehre , die von der vollkommenen Kenntnis des Menschen ausgeht, zu dem Menschenrechtssystem der westlichen Welt erkennen.
Die dritte Grundlage der Islamischen Menschenrechte sind die natürlichen Rechte, d.h.die Rechte die in der Natur des Menschen begründet liegen. Entsprechend der Islamischen Sicht, wurden die natürlichen Rechte dem Menschen von Gott verliehen und bilden die Ausgangsbasis zur Erreichung von Rechtleitung, Wohl und Vervollkommnung. Jedes Recht, das Gott dem Menschen gibt, soll für die Erreichung der Vollkommenheit und Religiosität genutzt werden. Auch das ist ein Unterschied zu den westlichen Menschenrechten.
Das Recht auf Leben ist eines der wichtigsten Rechte jedes Menschen und findet im Islam besondere Beachtung. Die westliche Menschenrechtsordnung sieht darin das absolute Recht eines jeden Menschen, das niemand ihm nehmen kann. Aber gemäß dem islamischen Menschenrechtsdenken wird das Recht auf Leben dem Menschen von Gott verliehen, wobei bestimmte Bedingungen erfüllt werden müssen, die Gott der Allmächtige festlegt. Die Vergeltung einer Tötung mit gleichem ist daher keine Verletzung der Würde des Menschen. Immer wenn im Islam von der Vergeltung gesprochen wird, ist auch von der Vergebung die Rede.
Einer der Unterschiede zwischen den westlichen und der Islamischen Menschenrechtsordnung besteht in der Strafordnung. Bei allen Strafen geht es grundsätzlich darum von einer Untat abzuhalten . Außerdem hat bei den westlichen Menschenrechten das Recht auf Leben eine völlig materielle Bedeutung erhalten, aber im Islam bezieht sich das Recht auf Leben auch auf das spirituelle Leben.
Eine Tötung zur Vergeltung eines Mordes kann nur aufgrund des Gesetzes der Islamischen Regierung vorgenommen werden und niemand darf einen anderen töten. Die Vergeltungssstrafe wird ja gerade zur Vorbeugung von unrechtmäßiger Tötung aufgestellt. Wenn wir gemäß dem Koran der Überzeugung sind, dass, wenn jemand einen Menschen tötet, es so ist, als ob er alle Menschen getötet hat, so ist das ein Zeichen dafür, dass der Islam das Recht auf Leben der Menschen sehr hoch einstuft.
Das Recht auf Freiheit ist eine weitere Grundlage der islamischen Menschenrechte und ebenso der westlichen Menschenrechte. Aber die Betrachtungsweise dieses Rechtes ist verschieden. Zum Beispiel hat die iranische Gesellschaft nach der Islamischen Revolution immer wieder Terrorismus und politische und militärische Herausforderungen erlebt aber deshalb niemals die Freiheiten in der Gesellschaft verwehrt, während im Westen wegen Terrorismus der Ausnahmezustand verhängt wird und einige Menschenrechte für aufgehoben erklärt werden.
Die Gleichstellung der Menschen wird im Heiligen Koran und in der Verfassung der IRI an vielen Stellen beachtet. Es wird jedoch berücksichtigt,dass die beiden Geschlechter aus physischen Gründen ebenso wie hinsichtlich ihre Verantwortungen große Unterschiede aufweisen. Das lassen die westlichen Menschenrechtler außer Acht. Außerdem gilt in der westlichen Ordnung absolutes Eigentumsrecht, aber gemäß islamischen Denken sind wir davon überzeugt, dass Gott der Besitzer der gesamten Daseinswelt ist und falls von einem Eigentum des Menschen die Rede ist, so hat er dies von Gott erhalten und es ist nur ein Mittel für das Streben nach Wohl und Vollkommenheit.
In der Menschenrechtsordnung des Westens findet die Familie keine große Beachtung,während sie bei den Islamischen Menschenrechte eine Grundlage für die Gesetzgebung .
Der Vizedirektor des Menschenrechtsstabes der Judikative der Islamischen Republik Iran, Gharib Abadi, sagte auf dieser Sitzung: " Es gibt zwei besonders herausragende Aspekte der Islamischen Menschenrechtsordnung: Ein wichtiger Punkt den die westliche Menchenrechtsordnung nicht aufweist, ist die Herstellung einer sauberen religiösen Umgebung in der Islamischen Gesellschaft. Ähnlichem begegnen wir im Westen nicht.
Gharib Abadi sagte : Es werden zahlreiche Missverständnisse beseitigt werden wenn wir den Westen von einem Grundsatz überzeugen können, und zwar den Grundsatz, dass die kulturelle Vielfalt und die verschiedenen Werte die in den Gesellschaften existieren, toleriert werden muss. Es ist ein Problem für die Menschenrechte, dass man im Westen die westlichen Menschenrechte für universal hält.
Eine weitere Herausforderung in der Menschenrechtsfrage ist die politische Instrumentalisierung dieser Rechte und der doppelwertige Umgang mit ihnen. Was wir in Bahrain, Jemen, Irak, und Syrien beobachten, liefert deutliche Beispiele dafür. In diesem Zusammenhang sind das Schweigen westlicher Staaten gegenüber den Verbrechen und Verstößen Saudi Arabiens gegen die Menschenrechte und die Streichung des Namens Saudis Arabiens aus der UN- Liste der Verletzer der Rechte der Kinder seitens des UN-Generalsekretärs zu beurteilen."