Schiitenbekämpfung nun auch in Ostasien
Nachdem die Islamische Revolution im Iran siegte, hat der Takfirismus unter muslimischen Gesellschaften erheblich zugenommen. In einigen arabischen Muslimstaaten in denen Stammesregierungen herrschen, haben die Staatsoberhäupter die Islamische Revolution zu ihrem Feind erkoren.
Dies, obwohl diese Revolution die Lehren des Korans und der Tradition des Propheten (Segen sei auf ihm und seinem Hause) verfolgt. Die Islamische Republik Iran hat allen muslimischen Ländern die Hand zur Freundschaft entgegengestreckt. Sie möchte, dass sich die muslimischen Länder gegenüber ihrem größten Feind, nämlich dem Zionismus vereinen. Leider hat aber die Mehrheit der arabischen Muslimstaaten die Freundschaft der Islamischen Republik Iran abgelehnt , sich mit dem Feind der Islamischen Revolution Iran verbündet und versucht der Islamischen Republik Iran zu schaden.
Diese Feindschaft hat verschiedene Formen angenommen und ihr Dreh- und Angelpunkt ist in einigen muslimischen Ländern die Angstmache vor dem Iran und den Schiiten. Die Herrscherfamilie der Ale Saud betreibt diese Politik mit den Erdöldollars, die der eigenen Bevölkerung zukommen sollten. Die Saudis führen die Kampagne der Angstmache vor dem Iran und den Schiiten in den muslimischen Ländern an. Sie haben zur Bildung einer Allianz gegen die Islamische Republik Iran große finanzielle Ausgaben gemacht.
Indem sie die Schiiten als Ungläubige( Kafer) erklären (Takfir) sind sie bestrebt, den schiitischen Glauben als Nicht-Islam und als Gefahr für die muslimischen Gesellschaften darzustellen. Die takfiristischen Terrorgruppen wie IS sind aus dem in Saudi-Arabien herrschenden Wahhabismus hervorgegangen. Diese Gruppen schüren heute nicht nur Zwietracht unter den verschiedenen islamischen Rechtsschulen, sondern sie sind zu einer Gefahr für die internationale Sicherheit herangewachsen, weil sie Extremismus und blinde Gewalt betreiben.
Die westlichen Regierungen tun wegen ihrer Ablehnung der Islamischen Republik Iran, den Terrorismus der takfiristischen Terrorgruppen , die die Saudis unterstützen, als harmlos oder sozusagen als „guten Terrorismus“ ab und stören sich nicht daran.
Die von Saudi Arabien geförderte Bekämpfung der Schiiten und die Angstmache vor ihnen bleibt nicht auf afrikanische und Länder im Mittleren Osten beschränkt. Auch in den muslimischen Ländern in Ostasien sind die wahhabitischen anti-schiitischen Gruppen tätig. Es ist sehr bedauerlich, dass einige Organe, Regierungspolitiker und religiöse Persönlichkeiten muslimischer Ländern mit den anti-schiitischen Gruppen in ihrem Land zusammenarbeiten. Im Verlauf der Entwicklungen in den letzten Monaten , in denen es zu erheblichen Spannungen in den diplomatischen Beziehungen der Islamischen Republik mit Saudi-Arabien kam, haben die saudi arabischen Herrscher bei Besuchen von verschiedenen Muslimstaaten darunter in Ostasien versucht, den politischen und kulturellen Beziehungen der Islamischen Republik Iran zu diesen Staaten zu schaden. In einigen Medien war die Rede von Geschenken im Werte von mehreren Millionen Dollar, die zu diesem Zweck den betreffenden Muslimstaaten gemacht wurden, damit sie die Beziehungen zur Islamischen Republik einschränken und gegen die Schiiten hetzen.
Die takfiristischen Wahhabitengruppen haben es sich zur Hauptaufgabe in den muslimischen Ländern gemacht die Schiiten zu bekämpfen . Sie erzeugen zu diesem Zweck Angst vor den Schiiten unter den Muslimen.
Der Westen nutzt die Zunahme der engstirnigen und extremistischen Denkweise und Schritte der Wahhabiten aus, um der öffentlichen Meinung einzuflößen, der Islam befürworte den Extremismus.
Die Islamfeinde im Westen wollen nicht, dass der öffentlichen Meinung die Botschaft des wahren Islams, so wie ihn Prophet Mohammad verkündet und gelebt hat, zu Ohren kommt.
, Da die schiitische Rechtsschule für die wahren friedfertigen und gerechtigkeitssuchenden Lehren des Heiligen Korans und die Vorgehensweise des Propheten und der Imame aus seinem Hause wirbt, erweisen die Wahhabiten dem Westen durch die Schiitenbekämpfung also einen guten Dienst
Die Wahhabiten verbreiten Gewalt und Extremismus. Sie unterstützen die takfiristischen Terrorgruppen und liefern den Islamgegnern im Westen dadurch die notwendigen Beispiele, die diese für eine Verunglimpfung des Islams als angeblich Gewalt und Extremismus befürwortende Religion brauchen. Durch die feindlichen Maßnahmen gegen Schiiten in muslimischen Ländern verhindern sie außerdem, dass die Allgemeinheit mehr über den echten Islam, der nach Frieden und Gerechtigkeit und Anbetung des einen Gottes strebt erfährt.
Die Schiiten bilden in den meisten muslimischen Ländern eine Minderheit und ihnen werden in vielen dieser Länder große Einschränkungen auferlegt. Die muslimischen Länder Malaysia und Indonesien schränken die Schiiten in ihrem Land noch mehr ein, als die westlichen Länder die Muslime.
Einige muslimische Länder verfahren mit der schiitischen Minderheit so als ob sie keine Muslime seien. Vor ungefähr 3 Jahren hat das Beratungskomitee für Islamisches Gesetz des malaysischen Bundesstaates Pahang die Befolgung der schiitischen Rechtsschule und Werbung für sie verboten. Der Rat zum Schutz islamischer und malaiischer Traditionen dieses Bundesstaates begrüßte diesen Beschluss und begann mit Aktivitäten zur Verhinderung der Ausbreitung des schiitischen Glaubens in diesem Bundesstaat.
In Indonesien, dem bevölkerungsreichsten muslimischen Land haben die anti-schiitischen Ansichten große Verbreitung gefunden und die Schiiten begegnen starken Einschränkungen und Bedrohungen.
Es gab sogar Fälle, bei denen die Häuser von Schiiten in Brand gesetzt und ihre Bewohner massakriert wurden. Die Verbreiter des Wahhabismus in Ostasien erklären immer wieder, die Schiiten hätten den Koran verfälscht und würden nicht an das Himmelsbuch glauben. Aber beide Vorwürfe widersprechen den Überzeugungen der Schiiten. Die Wahhabiten bezichtigen bewusst und böswillig die Schiiten auf diese Weise. Leider hat die mit Öldollars der Saudis betriebene Hetzpropaganda der Wahhabiten in einigen Gesellschaften, die nicht ausreichend über den schiitischen Glauben informiert sind, eine Wirkung gehabt. Dabei könnte sich jeder leicht beim Besuch von schiitischen Internetseiten über die wahren Überzeugungen der Schiiten informieren.
Die Quellen für die schiitische Rechtslehre sind der Koran, die Sunna (Vorgehensweise) des Propheten und der Edlen aus seinem Hause, sowie die Vernunft und der Konsens. Der Koran ist die erste Quelle für das Islamische Recht. Die anderen Quellen für das schiitische Religionsrecht werden durch den Koran und die Überlieferungen des Propheten bestätigt. Einer der bekanntesten Koranverse der auf die Befolgung der Tradition des Propheten und der Makellosen aus seinem Hause hinweist, ist der Vers 59 der Sure Nisa (Sure 4):
. «یا ایها الذین آمنوا اطیعوا الله و اطیعوا الرسول و اولی الامر منکم»
„Ihr Gläubigen! Gehorchet Gott und dem Gesandten und denen unter euch, die zu befehlen haben …“
In diesem Vers wird zum Gehorsam gegenüber Gott und seinem Propheten und gegenüber den Ulil- Amr angewiesen. Die Korankommentatoren und darunter auch die großen sunnitischen Korankommentaren sind sich darüber einig dass mit Ulil- Amr , d.h. „die, die unter euch zu befehlen haben“ die Edlen Imame aus dem Hause des Propheten gemeint sind. (Gegrüßet seien sie).
Der Prophet des Islams hat gegen Ende seines segensreichen Lebens die Gläubigen in die Moschee gerufen und eine Empfehlung mitgegeben, die als Hadith Thaqalain bekannt wurde. Sunniten und Schiiten sind von dieser Überlieferung überzeugt. Prophet Mohammad (s) hat gesagt:
„Wahrlich! Ich hinterlasse euch zwei Gewichtige [thaqalain]. Wenn ihr euch an ihnen festhaltet, werdet ihr nach mir niemals auf den Irrweg geraten. Das eine ist größer als das andere: Das Buch Gottes, welches ein Tau ist, vom Himmel zur Erde, und das andere sind meine Ahl-ul-Bait. Diese beiden trennen sich niemals voneinander bis sie am Kauthar –Brunnen zu mir kommen. So gebt darauf acht, wie ihr nach mir mit dem Recht dieser beiden umgeht.“
Dieser Hadith ist ein Beweis für die Makellosigkeit der Edlen Imame aus dem Hause des Propheten, denn sie kommen auf die Stufe des Korans und damit eines Himmelsbuches zu stehen, in dem kein Irrtum Zugang findet. In diesem Hadith wird die Haltsuche bei dem Prophetenhaus (Ahl-ul Bait) als ein Mittel zum Schutz vor dem falschen Weg für die ganze Geschichte bezeichnet. Sich nur auf eines dieser beiden zu stützen hat also mit Gewissheit auch die Abweichung auf den Irrweg zur Folge.
Die Einschränkungen für Schiiten in einigen muslimischen Ländern sind das Resultat der Unwissenheit über die schiitischen Überzeugungen.
Verstärkte Aktivitäten der Foren für die Annäherung der religiösen Rechtsschulen und die Teilnahme von islamischen Gelehrten von allen islamischen Rechtsschulen an den gemeinsamen Sitzungen können die verschwörerischen Machenschaften der Islamfeinde zur Zwietrachtstiftung unter den Muslimen seitens der wahhabitischen Gruppen mit ihren falschen Deutungen des Islams vereiteln.
Meinungsunterschiede zwischen den Schiiten und Sunniten sind nichts Neues. Diese wurden vorher an den religiösen Hochschulen debattiert.
Dabei hat keine der beiden Seiten die andere als ungläubig oder abtrünnig beschimpft, sondern die islamischen Gelehrten der verschiedenen Rechtsschulen waren miteinander befreundet. Die Muslime verschiedener Rechtsschulen haben friedlich zusammengelebt und auch jetzt leben sie in vielen muslimischen Ländern friedlich und problemlos zusammen.
Es verdient übrigens auch Beachtung, dass trotz der weitgehenden Anti-Schiiten Propaganda der Wahhabiten, sich viele in den muslimischen Ländern der Rechtsschule der Ahle- Bait und der Schiiten zuwenden.