Museen und Kulturlandschaften
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Gemäß Resolution der 12. Vollversammlung des Internationalen Museumsrates (ICOM) im Jahre 1977 wird der 18. Mai als internationaler Museumstag begangen.
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May 20, 2016 01:58 Europe/Berlin

Gemäß Resolution der 12. Vollversammlung des Internationalen Museumsrates (ICOM) im Jahre 1977 wird der 18. Mai als internationaler Museumstag begangen.

 In den jährlichen Bekanntmachungen der ICOM zu diesem Anlass werden die Ziele der Museen für die Weltbevölkerung dargelegt und wird versucht, die Bedeutung der Museen für die Weiterentwicklung einer Gesellschaft näherzubringen.  

Die Botschaft für den internationalen Museumstag wird im Iran in Anwesenheit von Professor Hans Martin Hinz, dem Leiter der ICOM vom Nationalen Museum aus veröffentlicht. Sie ist an 120 ICOM-Komitees und an 36 tausend Museen, die Mitglieder im internationalen Museumsrat sind, gerichtet.

1946 wurde nach dem zweiten Weltkrieg der Internationale Museumsrat unter Teilnahme von 14 Ländern in Paris gegründet und inzwischen sind 36 Tausend Museen Mitglied dieses Rates. Damit ist die ICOM inzwischen die größte nicht-staatliche Organisation der Welt. 120 Länder haben ein ICOM-Nationalkomitee gebildet, darunter auch Iran. Der Internationale ICOM verfügt über 30 Experten-Beratungskomitees und das Schutzkomitee ist das wichtigste von ihnen. In ihm arbeiten 2600 Experten für den Museumsschutz. Dieses internationale Organ tagt jedes Jahr in einem der Mitgliedsländer und alle Komitee-Mitglieder erörtern die gemeinsamen Probleme.

ICOM ist bestrebt, die Öffentlichkeit verstärkt über die Rolle der Museen für die Weiterentwicklung der Gesellschaften zu informieren und verpflichtet sich zur Förderung und dem Schutz von Natur- und Kulturerbe in Gegenwart und Zukunft.

Dieser Rat zieht zur Unterstützung der Museen auf der Welt bei Problemen Experten aus allen Ländern heran.

Museen wurden anfangs mit dem Ziel gegründet, bestimmte Gegenstände aufzubewahren und das kulturelle Erbe an kommende Generationen weiterzuvermitteln. Im 19. Jahrhundert wurden einige Paläste in Museen umgewandelt oder es wurden Gegenstände aus Palästen an die nationalen Museen übergeben, damit die Bevölkerung sie besichtigen können. Dies diente einmal der Bildung der Bevölkerung und andererseits auch der Hervorbringung einer nationalen Identität, d.h. man wollte der Bevölkerung das Gefühl geben, dass sie eine stolze Vergangenheit hat. In den 70iger Jahren kam man dann auf den Gedanken, Museen aktueller und ansprechender zu gestalten. Daher steht seit circa 20 Jahren in den Museen nicht nur die Vergangenheit sondern auch der Besucher im Mittelpunkt. Museen verstehen sich nun als ein Kulturinstitut im Dienste der Gesellschaft.

Die ICOM fokussiert nunmehr auf gesellschaftsorientiere Museen und den Austausch mit der Bevölkerung, gegenseitiges Kennenlernen und Hervorrufung einer friedlichen Co-Existenz zwischen den Menschen. Die Museen können wichtige Zentren für den Frieden und die Konvergenz zwischen Menschen und Gruppen sein und wesentlich zur kontinuierlichen Entwicklung beitragen.

Museen sind eine Pforte, um an die historische Identität der Völker zu gelangen. Die Wahl eines Internationalen Museumsjahres und Kulturfeste sind eine Gelegenheit zur Verwirklichung dieses Ziels.

Gemäß der Charta, die die ICOM-Konferenz 2014 in Siena (Italien) herausgab, entsteht die Kulturlandschaft eines Landes aus den Bildern und Symbolen, die ihre Bürger umgeben. Die Identität eines Landes wird von dieser Kulturlandschaft geprägt

Die Kulturlandschaft entsteht gestützt auf die Geografie, Geschichte, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur. Sie wird von den Museen dargestellt. Moderne Museen blicken dabei nicht nur aus historischer Sicht auf einen Gegenstand sondern auch aus anderen Blickwinkeln wie dem politischen und sozialen. Sie stellen dem Besucher einen Gegenstand vor und machen ihn zugleich mit einer Reihe von Ansichten vertraut, so dass er Vergleiche ziehen und eine Deutung vornehmen kann. Museen führen gegenständliches und geistiges Erbe vor Augen und beschreiben Kulturlandschaften. Ihre Aufgabe ist nicht nur die Sammlung von Gegenständen, sondern sie leisten aktiv einen Beitrag zur Erweiterung des Wissens in ihrem Land und der Darlegung verschiedener Ansichten. Sie übernehmen also eine Verantwortung für die Kulturlandschaft in ihrer Umgebung.

Gemäß ICOM stehen die Museen neuen Herausforderungen gegenüber und ist es wichtig, die Kulturlandschaften zu bewahren. Eines jeden Identität hängt von seinem Land und dessen geografischen und historischen Vorzügen und Werten ab. Diese Werte sollen von den Museen vorgestellt werden, dass dem Einzelnen und der Gesellschaft ein besseres Verständnis von Vergangenheit und Gegenwart möglich wird.

Die Beachtung von Museen ist die Beachtung der nationalen Identität. Museen sind das Haus der menschlichen Kultur und Zivilisation und geben Aufschluss über die Vergangenheit.

                           

Das Kulturerbe jeden Landes muss vor Schäden geschützt werden. Leider floriert aber immer noch der Schmuggel mit Kulturgütern. Er ist nach dem Schmuggel mit Waffen und Drogen international der einträglichste illegale Handel. In den letzten 15 Jahren hat ICOM jedoch eine rote Liste mit wertvollen Gütern, welche gestohlen wurden, aufgestellt. Diese hat der Rat an Interpol, sowie Zollstellen und Häfen verteilt, so dass bei Verdacht auf einen Schmuggel mit diesen Kulturgütern, sofort eingeschritten werden kann. In den vergangenen 15 Jahren gelang es der ICOM tatsächlich zahlreiche gestohlene historische Gegenstände zu identifizieren und in ihre Ausgangsländer wie Afghanistan und Irak zurückzuschicken. Der Schutz von wertvollem Kulturerbe in Kriegsbieten gehört zu den wichtigen Angelegenheiten der ICOM.

Iran zählt zu den fünf Ländern mit einer antiken Zivilisation und an vielen Orten im Land beherbergt es altes wertvolles Kulturerbe. Es gibt zurzeit 500 Museen im Iran und jedes Jahr wird am Internationalen Museumstag für eine Woche das Kulturerbe im Rahmen von Veranstaltungen gewürdigt. Es werden neue Museen eröffnet und die Museumsschätze und historische Plätze können ohne Eintrittsgeld von der Bevölkerung besucht werden.

Im Iran wird das 70-jährige Jubiläum von ICOM gleichzeitig mit dem 100-jährigen Eröffnungsjubiläum des ersten Museums gefeiert.

Vor 100 Jahren wurde einer der großen Räume im Muaref-Ministerium an der Nordseite des Dar-ul Fanun in ein Museum umgewandelt und diese Ausstellung wurde nach 11 Jahren in ein besonderes Gebäude namens Iranisches Archäologie-Museum gebracht. Das Archäologie-Museum bildet heute zusammen mit einem Museum über die Islamische Ära das iranische Nationalmuseum.

Dieses Museum ist das wichtigste im Land für die Aufbewahrung und Ausstellung von archäologischen Funden und Forschungen an ihnen.

Zum Internationalen Museumstag hat der Leiter des Internationalen Museumsrates Dr. Hinz im iranischen Nationalmuseum eine Ausstellung mit 100 Museumsgegenständen anlässlich des 100. Eröffnungsjubiläums des ersten nationalen Museums und mit 70 Museumsgegenständen anlässlich des 70. ICOM-Jubiläums eröffnet.

Gleichzeitig mit den Feiern für den Internationalen Museumstag und die Woche des Kulturerbes werden im Iran mehrere Museen eröffnet, und zwar: das Qadschar-Museum in West-Azerbaidschan und die erste Etage des Minu-Dascht-Museums in Golestan sowie das Museum für Naturgeschichte und ein Museum für Religion in Chorassan Rasawi, das Hakim-Nezami Museum in Astara, Provinz Gilan, sowie das Mussawi-Briefmarken Museum in der Provinz Elbors.

Zu dem Internationalen Museumstag werden auch namhafte Vertreter der traditionellen Künste gewürdigt und zudem wird das beste Museum im Land ausgewählt.