Araghchi: Die Münchner Sicherheitskonferenz hat sich in einen „Zirkus“ verwandelt
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Der iranische Außenminister Abbas Araghchi
ParsToday- Der iranische Außenminister Abbas Araghchi hat der Münchner Sicherheitskonferenz eine anti-iranische Ausrichtung vorgeworfen und das Forum als „Zirkus“ bezeichnet.
In einer Reihe von am Samstag auf X veröffentlichten Beiträgen schrieb Araghchi: „Es ist traurig zu sehen, wie sich die normalerweise seriöse Münchner Sicherheitskonferenz in Bezug auf Iran in einen ‚Münchener Zirkus‘ verwandelt hat. Dieser Niedergang, bei dem die Inszenierung dem Inhalt vorgezogen wird, birgt wichtige Botschaften.“
„Die EU scheint verwirrt zu sein, was auf ein Unvermögen zurückzuführen ist, die Geschehnisse in Iran zu verstehen“, sagte er. Araghchi fügte hinzu: „Strategisch gesehen hat eine ziellose EU jegliches geopolitische Gewicht in unserer Region verloren.“
„Deutschland geht insbesondere mit gutem Beispiel voran, indem es seine Regionalpolitik vollständig an Israel übergibt“, fügte der iranische Außenminister hinzu.
Die jährlich stattfindende Münchner Sicherheitskonferenz, an der Staatsoberhäupter, Außenminister, Militärvertreter und Politikexperten teilnehmen, gilt weithin als die weltweit führende Plattform für die Debatte über globale Sicherheitsherausforderungen. Bei dem diesjährigen Treffen wurden der Ukraine-Krieg, Entwicklungen in Iran und die transatlantischen Spannungen diskutiert. Die Podiumsdiskussionen zum Thema Iran waren jedoch von scharfer Rhetorik geprägt. Mehrere Teilnehmer forderten einen militärischen Angriff auf Iran.
Araghchi fügte hinzu, dass der schwindende Einfluss der Europäischen Union bei den laufenden diplomatischen Bemühungen deutlich werde. „Was bedeutet das alles in der Praxis? Die Lähmung und Bedeutungslosigkeit der EU-Troika zeigen sich in der Dynamik der aktuellen Gespräche über das iranische Atomprogramm.“
Der iranische Außenminister erklärte, dass Europa, das einst eine wichtige Rolle in der Nukleardiplomatie gespielt habe, heute keine bedeutende Rolle mehr spiele. „Europa, das früher ein zentraler Gesprächspartner war, ist heute nirgends mehr zu sehen. Unsere Freunde in der Region sind dagegen weitaus effektiver und hilfreicher als die passive und unbedeutende EU-Troika.“