Iran: Haftstrafen wegen Abschuss ukrainischer Passagiermaschine verhängt
Teheran (ParsToday/Press TV) - Die iranische Justiz hat im Zusammenhang mit dem Abschuss einer ukrainischen Passagiermaschine vor drei Jahren 10 Angehörige der Armee verurteilt.
Wie das Justizportal Mizan am Sonntag mitteilte, verurteilte ein Militärgericht einen Kommandant der Flugabwehr zu 13 Jahren Gefängnis. Weitere 9 Beschuldigte erhielten demnach mehrjährige Haftstrafen.
Der Hauptbeschuldigte ist laut Mizan ein Kommandant der Flugabwehr, der die ukrainische Passagiermaschine mit einem Marschflugkörper „verwechselt“ habe und das Flugzeug entgegen der Anordnung des Kommandozentrums zweimal unter Beschuss nahm.
Die anderen Personen, die vom Gericht für schuldig befunden wurden, gehören zum Personal der Flugabwehr.
Das Gericht sprach in dem Urteil von einem menschlichen Fehler und sagte den Familien der Hinterbliebenen jeweils 150 000 Dollar Schmerzensgeld zu. Inmitten militärischer Spannungen mit den USA hatte die iranische Luftabwehr die ukrainische Boeing-Maschine am 8. Januar 2020 kurz nach dem Start in Teheran abgeschossen. Alle 176 Insassen wurden dabei getötet.
Das Urteil ist dem Bericht zufolge nach mehr als drei Jahren und insgesamt 20 Gerichtsverhandlungen in einem langwierigen Gerichtsverfahren ergangen, in dem 117 Kläger ihre Klagen eingereicht, 55 Kläger in den Gerichtssitzungen ausgesagt und ihre Klagen vorgelesen und 20 Anwälte daran teilgenommen haben.
„Die Untersuchung dieses Falls war eines der wichtigsten, heikelsten und komplexesten Gerichtsverfahren in den letzten Jahren des Landes“, hieß es auf dem mit der iranischen Justiz verbundenen Portal.
Die Boeing 737-800 der Ukraine International Airlines (UIA), die auf dem Weg von Teheran nach Kiew war, wurde am 8. Januar 2020 inmitten der Spannungen zwischen Iran und den USA kurz nach dem Start vom Flughafen der Hauptstadt Teheran irrtümlich abgeschossen. Alle 176 Menschen an Bord starben.
Unter den 176 Opfern waren vor allem Iraner mit kanadischem Pass sowie Afghanen, Briten, Schweden und Ukrainer. Nach dem Eingeständnis entschuldigte sich Iran offiziell. Die Regierung sprach von einer „Tragödie und einem unentschuldbaren Fehler“.