Interview mit Christoph Hörstel
Der große Syrienkongreß im russischen Sotschi mit 1600 Teilnehmern aller Gruppen aus der Bevölkerung, Regierung und Opposition ist vorüber.
Die US-Außenpolitik hat dafür gesorgt, dass Washington-abhängige wichtige Vertreter der kurdischen PKK-nahen Kräfte und der syrischen Opposition nicht teilnahmen. Dennoch konnte ein gewisser Fortschritt erzielt werden. Ein Mechanismus wird in Gang gesetzt, um eine Verfassungsreform zu ermöglichen. Diese soll der syrischen Opposition mehr Mitspracherecht verschaffen. Jedoch wird deutlich, dass wir nun mit drei Friedensmechanismen in Genf, Wien und Sotschi zu tun haben, die alle nicht schaffen können, was Washington nicht will: Frieden in Syrien durch Beendigung seiner illegalen und aggressiven Politik mit Truppen, Geld und Söldnern in anderen Ländern wie Syrien. Dass Israel von seinen Ausweitungsstrategien nicht ablassen will („Groß-Israel“) und Washington wie Tel Aviv darüber hinaus unbedingt auf syrischem Boden den wachsenden Einfluss des Iran und der Hisbollah bekämpfen wollen, ein Einfluss, der selbstverständlich wächst, wenn die Aggression gegen Syrien wächst, weil diese Kräfte nun einmal miteinander verbündet sind - das lässt nichts Gutes hoffen für die nächste Zukunft in dem geschundenen Staat Syrien. Über Lage und Aussichten dort sprach Syed Hedayatollah Schahrokny mit dem soeben einstimmig im Amt bestätigten Bundesvorsitzenden der Neuen Mitte, Christoph Hörstel.