Israelische Politiker und Analysten: Irans Raketenmacht ist nicht zu unterschätzen
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ParsToday- Israelische Politiker und Analysten warnten vor den Folgen eines Konflikts mit Iran und betonten, dass die Raketenmacht und militärische Fähigkeiten Teherans eine ernsthafte Herausforderung für Tel Aviv darstellen.
(last modified 2026-02-17T11:56:34+00:00 )
Jan 24, 2026 09:45 Europe/Berlin
  • Irans Raketenmacht
    Irans Raketenmacht

ParsToday- Israelische Politiker und Analysten warnten vor den Folgen eines Konflikts mit Iran und betonten, dass die Raketenmacht und militärische Fähigkeiten Teherans eine ernsthafte Herausforderung für Tel Aviv darstellen.

Der ehemalige israelische Ministerpräsident Ehud Olmert kritisierte die Äußerungen des amtierenden Premierministers dieses Regimes Benjamin Netanjahu zu Iran und erklärte, dessen Übertreibungen trügen nichts zur Sicherheit Israels bei. Laut ParsToday unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Tasnim betonte Olmert, diese Aussagen schürten lediglich Erwartungen und verursachten Besorgnis.

Olmert erklärte, Israel werde keinen Präventivangriff auf Iran ausüben. Er fügte aber hinzu, man solle Israels Fähigkeiten nicht überschätzen. Selbst die USA zögerten diesbezüglich, da ein Angriff auf Iran die innenpolitische Lage in den USA verkomplizieren würde. Die Kosten eines Angriffs auf Iran seien „sehr hoch“, und es bestehe kein Grund für die israelische Gesellschaft, in „unnötige Panik“ zu verfallen.

Er kritisierte die in Israel herrschende Atmosphäre und sagte, die ständige Fokussierung auf die Möglichkeit eines iranischen Angriffs verunsichere die Bevölkerung und Netanjahus Äußerungen schürten unbegründete Ängste. Olmert bezeichnete die Regierungskoalition zudem als „Marionettengruppe“.

In einer weiteren Stellungnahme erklärte der ehemalige israelische Kriegsminister Avigdor Lieberman: „Es ist praktisch unmöglich, Ziele iranischer Angriffe vorherzusagen und diese im Voraus zu evakuieren.“ Laut Lieberman habe hat Iran nach dem 12-tägigen Krieg die Qualität seiner ballistischen Raketen verbessert und Hunderte von Raketen produziert.

Lieberman erklärte, dass der iranische Angriff auf das Weizmann-Institut führte zu verheerenden Schäden, der Zerstörung zahlreicher wichtiger Daten, Erkenntnisse und jahrzehntelanger Forschung. Im Vergleich der Ausrüstung Irans und Israels fügte er hinzu: „Die meisten Kriege heutzutage werden mit Raketen, Drohnen und Quadcoptern geführt, und Iran verfügt über manövrierfähige Raketen mit Streumunitionssprengköpfen, darunter auch 1.800 Kilogramm schwere Sprengköpfe.“

Die zionistische Zeitung Haaretz schrieb außerdem, dass Iran im Falle eines US-Angriffs Israel mit Raketen angreifen oder über die Hisbollah Druck auf die libanesische Grenze ausüben könnte. Die Zeitung brachte auch die Möglichkeit eines Eingreifens jemenitischer Streitkräfte in den Konflikt ins Spiel.

Die zionistische Zeitung Yedioth Ahronoth berichtete ebenfalls, dass israelische Geheimdienstmitarbeiter die aktuelle Eskalationsrunde als zugunsten Irans entschieden ansehen und davon ausgehen, dass keine unmittelbare Bedrohung für dieses Land besteht. Der israelische Geheimdienst unternimmt jedoch umfangreiche Anstrengungen, Informationen aus Iran zu gewinnen, obwohl die Unterbrechung der internen iranischen Kommunikationswege die Genauigkeit dieser Informationen einschränkt.

Danny Citrinowicz, ein ehemaliger israelischer Geheimdienstoffizier, führte seine Analyse in einem Kommentar fort und schrieb, dass vor einer US-Entscheidung über einen Angriff auf  Iran mehrere Punkte berücksichtigt werden sollten. Seiner Ansicht nach ist es Iran gelungen, die Proteste einzudämmen, und es gebe derzeit keine nennenswerte Protestbewegung und ein Militärschlag könne keine inneren Unruhen auslösen.

Seiner Ansicht nach kann ein ausländischer Angriff die iranische Öffentlichkeit für das Narrativ der „nationalen Verteidigung“ mobilisieren und Iran verfügt nach wie vor über beträchtliche Fähigkeiten.