Der Wille zur Entschädigung für Sklaverei; Ghana mobilisiert afrikanische Führer
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ParsToday- Angesichts der Auswanderung und Verschleppung von Millionen Afrikanern im Zuge der Sklaverei und des Kolonialismus hat Ghana dazu aufgerufen, die Bürger im In- und Ausland näher zusammenzubringen.
(last modified 2026-04-12T09:21:42+00:00 )
Dez 22, 2025 04:10 Europe/Berlin
  • Der Präsident von Ghana, John Dramani
    Der Präsident von Ghana, John Dramani

ParsToday- Angesichts der Auswanderung und Verschleppung von Millionen Afrikanern im Zuge der Sklaverei und des Kolonialismus hat Ghana dazu aufgerufen, die Bürger im In- und Ausland näher zusammenzubringen.

Bei einem zweitägigen Diaspora-Gipfel in der Hauptstadt Accra forderte der ghanaische Präsident John Dramani Mahama am Sonntag die Menschen auf dem gesamten afrikanischen Kontinent sowie die im Ausland lebenden Afrikaner dazu auf, die unterdrückte Geschichte von Sklaverei und Kolonialismus aufzugreifen und sie als Anlass für Einheit und Massenmobilisierung zu nutzen.

Bei diesem Gipfel warb die Regierung dafür, die im Ausland lebenden Ghanaer als 17. Region des westafrikanischen Landes zu betrachten, das in 16 administrative Regionen unterteilt ist. Mahama führte aus, die Nationalgeschichte sei ohne die Erfahrungen und Beiträge der Diaspora nicht vollständig.

Laut der ghanaischen Botschaft in Deutschland zielt die Initiative der Regierung darauf ab, Ghanaer im Ausland nicht mehr nur als Quelle von Geldüberweisungen zu betrachten, sondern als aktive Partner bei Regierungsführung, Investition, Innovation und Kulturförderung.

Die Gipfelteilnehmer bekräftigten ihre Forderungen nach Wiedergutmachung für die transatlantische Sklaverei und den Kolonialismus. Diese Wiedergutmachung soll unter anderem in Form von finanziellen Entschädigungen und einer formellen Anerkennung vergangener Ungerechtigkeiten erfolgen.

Laut ParsToday präsentierten die Teilnehmer – Experten aus Afrika, der Karibik, Europa, Lateinamerika und den USA – einen Plan für vorrangige Maßnahmen, der mit der Agenda der Afrikanischen Union übereinstimmt. Sie forderten den Präsidenten von Ghana auf, die afrikanischen Staats- und Regierungschefs in diese Richtung zu mobilisieren.

Mahama sagte, dass er das Thema der Anerkennung des transatlantischen Sklavenhandels als größtes Verbrechen gegen die Menschlichkeit im nächsten Jahr bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen mit einem formellen Antrag weiterverfolgen werde.

Er fügte hinzu: „Afrika hat sehr unter Sklaverei, Kolonialismus, Völkermord und Apartheid gelitten. Wir fordern, dass diese Verbrechen als Verbrechen gegen die Menschlichkeit anerkannt werden. Zudem müssen rechtliche, institutionelle und internationale Mechanismen geschaffen werden, um Gerechtigkeit zu fördern und Entschädigung zu erreichen.“

Der Präsident von Ghana betonte, dass Wiedergutmachung für die Sklaverei konkrete Maßnahmen umfassen sollte, darunter die Aufhebung von Schulden, eine finanzielle Entschädigung, die Rückgabe gestohlener historischer Objekte sowie Reformen internationaler Wirtschaftsinstitutionen.

Im Februar hat die Afrikanische Union ein Programm ins Leben gerufen, um eine „gemeinsame Vision“ hinsichtlich der Art der Entschädigung zu entwickeln, die afrikanische Länder erhalten sollten. Diese reicht von finanzieller Entschädigung und formeller Anerkennung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit bis hin zu institutionellen Reformen.