Wegen Nord Stream 2: USA verhängen Sanktionen
Washington (ParsToday/Sputnik News/dpa) - Die USA wollen die Gaspipeline Nord Stream 2 kurz vor der Fertigstellung stoppen und haben Sanktionen gegen beteiligte Firmen erlassen.
Das Sanktionsgesetz gegen Nord Stream 2 ist Teil des Gesetzespaket zum Verteidigungshaushalt, das US-Präsident Donald Trump gestern unterzeichnet hat.
Nord Stream 2 soll vom kommenden Jahr an unter Umgehung von Polen und der Ukraine Gas von Russland nach Deutschland liefern. Bislang wurden nach Angaben des Nord-Stream-2-Konsortiums mehr als 2100 Kilometer des Doppelstrangs in der Ostsee verlegt, rund 300 Kilometer fehlen noch.
Die USA wollen das Projekt Nord Stream 2 stoppen, damit sie ihres Flüssiggas nach Europa verkaufen können.
Russland und Deutschland kritisierten die US-Entscheidung. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Zakharova sagte, Washington verhindere wirtschaftliche Entwicklung anderer Länder.
Die US-Sanktion gegen dieses Projekt zeige, welche Methoden Washington für die Verhinderung der wirtschaftlichen Entwicklung anderer Ländern nutze, fügte Zakharova hinzu. Das amerikanische Denken könne nicht den globalen Wettbewerb ertragen, hieß es weiter.
Der Sprecher des russischen Präsidenten Dmitry Peskov verurteilte zuvor die US-Sanktionen wegen der Gaspipeline Nord Stream 2 und bezeichnete sie als wirkungslos.
Die stellvertretende Sprecherin der deutschen Regierung Ulrike Demmer verurteilte auch den Schritt als "Einmischung in unsere inneren Angelegenheiten". Die Bundesregierung lehne "derartige extraterritoriale Sanktionen" ab, teilte Demmer am Samstag mit.
Demmer erklärte weiter, die US-Maßnahmen würden insbesondere mit dem Schutz der Ukraine begründet. Sie verwies in dem Zusammenhang auf die am Donnerstag in Berlin erzielte Grundsatzeinigung über einen neuen Gastransitvertrag zwischen Russland und der Ukraine. Die Inkraftsetzung der US-Sanktionen gegen Nord Stream 2 sei vor diesem Hintergrund "besonders unverständlich", so Demmer.