Rohingya-Flüchtlinge tadeln UN wegen „verheerender“ Kürzung der Nahrungsmittelhilfe
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Dhaka - Rohingya-Flüchtlinge haben die von den Vereinten Nationen aufgrund einer massiven Finanzierungslücke vorgenommenen „verheerenden“ Kürzungen ihrer Nahrungsmittelhilfe kritisiert und erklärt, dass sie nach den Kürzungen verzweifelt ums Überleben kämpfen.
(last modified 2025-01-01T12:50:18+00:00 )
Mrz 03, 2023 11:07 Europe/Berlin
  • Rohingya-Flüchtlinge tadeln UN wegen „verheerender“ Kürzung der Nahrungsmittelhilfe

Dhaka - Rohingya-Flüchtlinge haben die von den Vereinten Nationen aufgrund einer massiven Finanzierungslücke vorgenommenen „verheerenden“ Kürzungen ihrer Nahrungsmittelhilfe kritisiert und erklärt, dass sie nach den Kürzungen verzweifelt ums Überleben kämpfen.

Letzten Monat gab das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) bekannt , dass ein Spendendefizit von 125 Millionen US-Dollar die Organisation gezwungen habe, die Rationen für Rohingya in Bangladesch zu kürzen. Die monatlichen Lebensmittelgutscheine wurden ab März von 12 auf 10 US-Dollar pro Person gekürzt.

Die weltweit größte humanitäre Organisation warnte auch davor, dass ohne eine sofortige Finanzspritze weitere Kürzungen „unmittelbar bevorstehen“.

Die angekündigten Kürzungen haben bereits das Überleben der fast eine Million Rohingya-Flüchtlinge erschwert, die in den überfüllten Lagern Bangladeschs leben, wo sie auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sind und Unterernährung bereits wütet.

Zwölf zivile Gruppen, die die überwiegend muslimische Minderheit vertreten, sagten, die Kürzungen würden „verheerend“ sein.

„Wir sind der festen Überzeugung, dass der Mangel an Finanzmitteln für die Rohingya ein Versagen der Vereinten Nationen ist“, sagten die Gruppen, darunter der Arakan Rohingya National Union, in einer gemeinsamen Erklärung.

Sie sagten, die Kürzungen würden eine bereits schlimme wirtschaftliche und humanitäre Situation in den erbärmlichen Lagern verschlechtern, und warnten, dass die Kürzungen „schwerwiegende Auswirkungen haben werden, darunter Kinderarbeit, Menschenhandel, Kinderheirat, illegale Aktivitäten, Prostitution und ein feindliches Umfeld“.

Tom Andrews, der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Myanmar, verurteilte den Schritt als „beschämend“ und „katastrophal“ und appellierte dringend an die Länder, en Lauf der Ereignisse umzukehren.

„Diese Kürzungen der Rationen belasten das Gewissen der internationalen Gemeinschaft. Ich habe mit verzweifelten Familien in den Lagern gesprochen, die aufgrund eines Preisanstiegs bereits wesentliche Nahrungsmittel einschränken mussten. Beim Rückgängigmachen der Kürzungen der Nahrungsmittelhilfe geht es um Leben und Tod für Rohingya-Familien."

Andrews warnte auch davor, dass Unterernährung, Blutarmut und Wachstumsstörungen in den Lagern bereits weit verbreitet seien.

"Wir haben kein Einkommen und die Rationen sind gekürzt", sagt das 40-jährige Rohingya-Flüchtling Rahela Begum, deren Sohn krank und unterernährt ist.

Im Jahr 2017 startete das Militär von Myanmar, unterstützt von lokalen buddhistischen Mobs, ein schreckliches Vorgehen gegen die Rohingya-Gemeinschaft.

Die international verurteilte Operation zwang 750.000 Rohingya aus ihren Häusern ins benachbarte Bangladesch. Tausende wurden bei dem Vorgehen getötet, vergewaltigt, gefoltert oder festgenommen, das laut den Vereinten Nationen, die die Gemeinschaft als die am stärksten verfolgte Minderheit der Welt bezeichnet haben, in „völkermörderischer Absicht“ begangen wurde.

Mindestens 920.000 Rohingya-Flüchtlinge, die Hälfte von ihnen unter 18 Jahren, sitzen derzeit unter überfüllten Bedingungen in Flüchtlingslagern in Bangladeschs südöstlichem Grenzbezirk Cox's Bazar fest.

Myanmar weigert sich, die Rohingya als Bürger anzuerkennen, und Amtsträger verzichten sogar darauf, das Wort „Rohingya“ zu verwenden, was Eingeborene aus Rakhine bedeutet, einem Bundesstaat in Myanmar, in dem sie Jahrhunderte lang gelebt hatten, bevor die staatlich geförderte Gewalt 2017 begann. Bangladesch weigert sich ihnen ebenfalls die Staatsbürgerschaft zu verleihen.