Seltene Tier- und Pflanzenarten im Iran (10 – das lustige Kaukasische Eichhörnchen)
Der Iran ist ein Land in dem es eines der quicklebendigsten und zugleich sehr hübschen Wesen in der Fauna gibt - das Kaukasische Eichhörnchen - hierzulande Sandschab-e irani genannt. Das Kaukasische Eichhörnchen wird auf Englisch ähnlich Persian Squirrel genannt. Leider ist dieses muntere Tierchen im Iran zu einer Rarität geworden.
Sciurus anomalus oder einfacher gesagt das kaukasische Eichhörnchen gibt es noch in den großen Wäldern auf dem Kaukasus, in Anatolien und am östlichen Mittelmeerraum. Im Iran lebt es in der Region des Zagrosgebirges und zwar vor allen Dingen in den großen Wäldern im Westen Irans insbesondere in den Eichenwäldern von Sardascht, Provinz West-Aserbaidschan. Wie alle anderen Eichhörnchen, die nicht umsonst so heißen, ernährt sich auch die kaukasische Art vor allen Dingen von Eicheln. Das kaukasische Eichhörnchen legt sich in Felsspalten und in hohlen Baumstämmen sowie unter der Erde einen Vorrat von diesen Baumfrüchten an, um sich im Winter davon zu ernähren. Aber manchmal kann es sich nicht mehr daran erinnern, wo es denn genau einen Wintervorrat im Waldboden versteckt hat und so kommt es dass die in der Erde verbliebenen Eicheln im Frühling aufgehen. Damit sorgt Sciurus anomalus ungewollt für neuen Zuwachs im Eichenwald und erweist der Erneuerung der Eichenwälder im Westen Irans einen guten Dienst.
Das Iranische Eichhörnchen hat eine Rumpflänge von circa 20 bis 25 cm. Auf dem Rücken sind die Fellhaare bräunlich-grau und auf der Unterseite gelblich. Kopf und Schwanz sind hanna-rot behaart. Die Farbe des Kopfes und des buschigen Schwanzes machen eine Unterscheidung von anderen Eichhörnchenarten im Iran möglich. Allerdings stellen wir fest, dass die Farbe des Kopffelles und des Schwanzes des Iranischen Eichhörnchen je nachdem wie weit wir in den Wäldern im Norden des Zagrosgebirges in Richtung Süden des Gebirges ziehen, anders wird und von hannarot auf orange bis gelbfarben überwechselt. Die Ohren sind kurz , stehen aufrecht und tragen an der Spitze einige längere Haare. An den Vorderbeinen hat diese Eichhörnchenart 4 und an den Hinterbeinen 5 Krallen.
Der buschige Schwanz des iranischen oder auch kaukasischen Eichhörnchen ist nicht nur sehr hübsch, sondern dem Tierchen auch bei Gefahren behilflich, ebenso wie die scharfen Krallen es sind. Bei der geringsten Gefahr flüchtet das Eichhörnchen auf einen Baum hoch und springt von einem Ast zum anderen. Der lange buschige Schwanz hilft ihm dabei das Gleichgewicht zu bewahren. Aber auch für den Schlaf erweist er sich als praktisch und dient dem fröhlichen Wesen als Kopfunterlage und gewissermaßen als Wärmekissen, denn er erhält die Körpertemperatur aufrecht. Doch dieses Kopfkissen ist zugleich auch Kommunikationsmittel: Die Eichhörnchen verständigen sich untereinander mit entsprechenden Schwanzbewegungen zum Beispiel durch Wedeln mit dem Schwanz.
Normalerweise legen sich Eichhörnchen kein Nest an, sondern sie nutzen die Hohlräume in Bäumen als Behausung. In diesem Hohlraum bereiten sie sich mit Gräsern eine weiche Unterlage. Dies ist ihr Unterschlupf in der Nacht. Eigentlich sind Eichhörnchen Einzelgänger, aber bei großer Kälte lassen sie gerne andere Artgenossen in ihren Unterschlupf, damit sie sich gegenseitig aufwärmen. Wenn das Wetter wieder freundlicher geworden ist, verabschieden sich die Gäste und gehen ihrer Wege. Falls sich ungebetene Gäste wie Läuse oder anderes Ungeziefer eingenistet haben, überlässt das Eichhörnchen ihnen freiwillig seinen Unterschlupf und schaut sich nach einer neuen Baumhöhle um.

Eichhörnchen sind tagaktiv. Badefreudig sind die kaukasischen Eichhörnchen gerade nicht, aber dennoch sind sie ausgezeichnete Schwimmer. Im Sommer ist dieses Eichhörnchen circa 2 bis 3 Stunden nach Sonnenaufgang aktiv, aber am Nachmittag ruht es sich in seiner Baumhöhle aus, um dann vor dem Sonnenuntergang erneut kurz aktiv zu werden und schließlich in seinen Unterschlupf zurückzukehren. Nur ganz selten verlässt das Tier sein Heim in der Dunkelheit. Paarungszeit der Eichhörnchen ist gegen Ende des Winters und Anfang Frühling. Die Tragezeit beträgt circa 30 Tage. Die Jungen kommen unbehaart und mit geschlossenen Augen zur Welt. Nach einem Jahr werden sie erwachsen. Eichhörnchen werden bis zu 12 Jahre alt.
Der Hauptgrund für die Jagd auf das Kaukasische Eichhörnchen und den Schmuggel mit ihm ist der Vertrieb als Haustier und dieses Treiben ist zu einer echten Gefahr für diese Eichhörnchenart im Iran geworden. Viele der Tiere überstehen erst gar nicht den unsachgemäßen Transport. Allen Maßnahmen der Wildhüter und der Umweltschützer zum Trotz besteht aber noch eine größere Gefahr und zwar die Gefahr der Zerstörung des Lebensraumes. Die Viehhaltung der Nomaden und der Dorfbewohner in den westlichen Regionen der Eichenwälder hat zu einem Abholzen geführt . Nomaden und Dorfbewohner verwenden Äste der Eichenbäume zur Fütterung ihrer Tiere und dies lässt viele Eichenbäume absterben. Dies wiederum hat die Schrumpfung der wichtigsten Nahrungsquelle der Eichhörnchen zur Folge. Dabei leisten diese hübschen Tierchen doch selber einen guten Beitrag zum Erhalt der Eichwälder und damit der natürlichen Umwelt.
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