Seltene Pflanzen- und Tierarten in Iran (15 - der "bombardierende" Hubara)
Einer der Zugvögel, die sich im Iran aufhalten und rar geworden sind, nennt sich hierzulande Hubara oder Hubare. Dieser Vogel wird im Deutschen Kragentrappe und in der Fachsprache Chlamydotis undalata genannt .
Trappen sind in der Hauptsache auf den Kanarischen Inseln, in Nordafrika und in Südwestasien beheimatet. Aber die Kragentrappe lebt auch im Iran. Es ist ein schöner Vogel, mit einer Körperlänge gemessen ab der Schnabelspitze von bis zu 65 cm. Das Weibchen und Männchen dieser Trappenart ähneln einander, allerdings ist der männliche Vogel etwas größer. Die Kragentrappe hat einen relativ langen Schwanz und schmale Flügel. Am Hals trägt der Vogel schwarz-weiße Schmuckfedern, die einen deutlich erkennbaren Streifen im Nacken bilden. Die Grundfarbe des Gefieders ist grau, aber auf der Innenseite der Flügel mehr oder weniger weiß. Den Kopf ziert eine schwarzweiße Federhaube und die Schwanzfedern sind grau mit schwarzen Querstreifen. Männliche Vögel, die noch nicht erwachsen sind, sehen den Weibchen besonders ähnlich. Allerdings ist die Zahl der Schmuckfedern am Hals des Weibchen geringer. Die Kragentrappe hat große gelbe Augen. Wenn sie am Boden hockt, ist sie völlig der sandfarbenen Umgebung angepasst. Die Kragentrappe und ihre asiatischer Artgenossin gehören zu den Vögeln, die sehr still und ruhig sind.
Die Kragentrappe verschmäht keine Kost. Sie ernährt sich von Saatgut, Körnern und dünnen Zweigen, Blättern und Blüten. Zu ihrem Menü gehören auch Insekten. Heuschrecken, Käfer, Würmer, Spinnen, Ameisen und auf Eidechsen stehen auf ihrem Speisezettel und auf eine Schlange würde sie auch nicht verzichten. Doch in der Hauptsache ernährt sie sich von den Blättern von Pflanzen wie dem Ziziphus-Baum sowie Alhagi und von Getreidekörnern wie Weizen und Gerste und ölhaltigen Körnern. Die Kragentrappe hat sich optimal an die Lebensbedingungen in der Steppe angepasst. Sie liebt ein für die Steppen typisches Gänsefußgewächs der iranischen Steppen, welches hier "schur" (salzig) nennt. Der Vogel trinkt kaum Wasser und deckt seinen Flüssigkeitsbedarf aus seiner Nahrung. Die Kragentrappen bauen ihr Nest am Boden. Im heißen Sommer ruhen sie sich am Mittag im Gebüsch aus und sind um diese Zeit selten zu sichten. Aber am Morgen und Abend, wenn ein leichter Wind weht, machen sie sich auf die Suche nach Nahrung und können schon aus der Ferne gesehen werden.

Die Kragentrappe wird im Iran auch Morghe Bombandoz genannt - was so viel wie "bombardierender Vogel" bedeutet. Dieser Vogel setzt nämlich eine besondere Taktik zur Selbstverteidigung ein. Wenn er fliegt und von einem Raubvogel verfolgt wird, schleudert er sein klebriges Exkrement in Richtung des Verfolgers ab. Die verspritzte Substanz verklebt dem Raubvogel das Gefieder und hindert ihn am Weiterfliegen. Es ist schon oft beobachtet worden, dass die Kragentrappe sich auf diese Weise gegenüber einem Falken behaupten konnte. In vielen Fällen musste nicht die Kragentrappe sondern der Raubvogel daran glauben.
Für die Paarungszeit hat die männliche Kragentrappe ein eigenartiges Bühnenstück auf Lager. Mit verschlossenen Augen stolziert das Männchen mit großen Schritten daher und richtet die Federn um den Hals und der Haube auf dem Kopf hoch auf. Das Weibchen baut sich auf dem Boden ein Nest aus Tragant (Astragalus) und legt 2 bis 3 Eier ab. Die Farbe der Eier ähnelt sehr dem Boden der Umgebung. Sie sind daher nicht so leicht auffindbar. Dies ist auf der einen Seite zum Vorteil der Kragentrappen, denn andere Tiere, die auf der Suche nach einem Leckerbissen sind, können sie nicht so leicht entdecken, aber auf der anderen Seite ist es auch wieder ein Nachteil für diese Vogelart, wenn nämlich am Tag die Hirten ihr Vieh zum Weiden bringen und die Tiere in der Herde unterwegs die Nester zerstören und die Eier zertreten. Dies ist übrigens einer der Gefahrenfaktoren für den Generationserhalt der Kragentrappen.
Aber nicht nur die Zerstörung des Lebensraumes gefährdet die Kragentrappen. Es wird auch ungezügelt Jagd auf diesen Vogel gemacht, so dass er droht auszusterben. Ein Grund für die Jagd auf diesen Vogel ist das Vergnügen der Arabischen Scheiche am Persischen Golf an der Jagd auf diesen Vogel mithilfe eines Falken. Schmuggler bringen eingefangene Vögel oder ihre Eier in arabische Staaten wo sie einen hohen Preis dafür verlangen können. Damit ihnen die Wildhüter nicht in die Quere kommen, pferchen sie eine große Zahl von diesen Vögeln in kleinen Containern ein, so dass viele von ihnen unterwegs sterben oder großen Schaden erleiden. Die Islamische Republik sieht allerdings hohe Strafen für den Fang und Schmuggel von Kragentrappen vor.
Die zuständigen Institutionen in der Islamischen Republik Iran haben weitgehend Maßnahmen ergriffen um diese seltene Vogelart zu schützen. Aber die Umweltexperten sind der Meinung, dass für den Schutz der Population der Kragentrappe auch eine Zusammenarbeit auf regionaler und internationaler Ebene erforderlich ist, damit die Gefahrenfaktoren ausgeschaltet werden und der Fortbestand dieses Vogels in einem sicheren und geeigneten Lebensraum gewährleistet werden kann.
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