Seltene Tier- und Pflanzenarten im Iran (16 - "goldener Adler")
Zu den heute von der Weltnaturschutzunion als gefährdet eingestuften Vogelarten gehört eine Greifvogelart, die sich hierzulande "goldener Adler" nennt - Oqab- Talai. Dies ist zu Deutsch der Steinadler. Er lebt in den Bergen und im Vorgebirge und herrscht als unumstrittener König über die hohen Felsen Irans.
Der Oqab-e Talai, auf Englisch Golden Eagle und auf Deutsch Steinadler wird von den Wissenschaftlern mit Aquila chrysaetos bezeichnet und der Gattung der Echten Adler zugeordnet. Seinen Namen auf Englisch und Persisch verdankt er den hellbraunen golden schimmernden Federn an Kopf und Hals. Der Rumpf misst 76 bis 96 cm. Aber wenn dieser Adler mit ausgebreiteten Flügeln sich durch die Luft bewegt, wirkt er noch viel größer, denn seine Flügelspannweite beträgt 1,80 bis 2,30! Das gut durchblutete Muskelgewebe der Brust und seine Flügel, die reichlich Fettreserven aufweisen, verhelfen diesem Raubvogel zu einer großen Ausdauer, raschen Reaktionen und einem sehr schnellen Flug.
Die normale Fluggeschwindigkeit des Steinadlers beträgt 50 km pro Stunde, aber wenn er mit seinen scharfen Augen eine Beute entdeckt hat, kann er sie in wenigen Sekunden auf 160 km pro Stunde steigern und sich unglaublich schnell auf das Opfer stürzen. Der Steinadler ist mit Hilfe gespeicherter Energie in der Lage, stundenlang seinen Flug fortsetzen, ohne sich ausruhen zu müssen. Er verdankt diese besondere Fähigkeit der Beschaffenheit seiner Flügel und seines Körpers und ebenso den aufsteigenden Luftströmen, die bei Erwärmung der Erdoberfläche entstehen.
Die Paarungszeit des Steinadlers beginnt gegen Ende Winter und dauert bis Anfang Frühling. In dieser Zeit führen die Adler erstaunliche Kunststücke vor. Wir können beobachten wie zwei Adler wie bei einem gemeinsamen Manöver sich aus der Höhe in die Tiefe stürzen oder sie kreisen langsam, die Krallen gegenseitig ineinander verhakt gemeinsam von oben nach unten durch die Luft.
Jedes Paar baut sich im Laufe der Zeit mehrere Nester in seinem Revier und verbringt in jedem Horst eine Zeit lang. Ab Mitte Winter bis Mitte Frühling wählen sie den sichersten Horst davon als Bleibe und Nistplatz. Männchen und Weibchen bauen ihre Nester gemeinsam mit Holzstückchen und Zweigen. Standort ihrer Nester sind hohe Felsen. Innen wird das Nest mit weichen Pflanzenteilen ausgepolstert. Die Zahl der Eier beträgt meistens zwei, kann aber von einem bis zu vier Eiern variieren. Nach 43 bis 45 Tagen schlüpfen die Jungen aus.

Die ersten Wochen nach dem Ausschlüpfen der Küken besorgt der männliche Vogel die Nahrung für den Nachwuchs und stopft sie ihnen in den Schnabel. Das Weibchen bleibt dann die meiste Zeit bei den Küken. Nach 72 bis 84 Tagen sind die Jungen flugfähig und nach weiteren 32 bis 80 Tagen fliegen sie gemeinsam mit den Eltern aus, um das Jagen zu erlernen. Ab diesem Zeitpunkt lernen sie auf eigenen Beinen zu stehen. Übrigens verbringen die Steinadler ihr ganzes Leben lang mit demselben Partner, für den sie sich beim ersten Mal entschieden haben.

Der Steinadler ernährt sich hauptsächlich von kleinen Säugetieren wie Hasen, Eichhörnchen, Wieseln und Mäusen. Aber auch Schildkröten und Eidechsen verschmäht er nicht. Manchmal fängt er sich auch einen kleinen Fuchs oder ein Lamm. Die Männchen können eine Beute von 3 bis 5 kg und die Weibchen von 4 bis circa 6 kg durch die Luft zu ihrem Nest tragen. Wenn der Steinadler eine Schildkröte erwischt, packt er sie sich mit seinen Krallen, trägt das Opfer hoch in die Luft und schleudert es von oben aus auf einen Felsen herab, so dass der Schildkrötenpanzer zerbricht und er an das Fleisch herankommt.

Der Steinadler hat in der Natur keinen Feind, denn er lebt auf hohen Gipfeln, fliegt sehr schnell und in großen Hohen und ist den anderen überlegen. Der einzige Feind dieses schönen Greifvogels sind in Wahrheit die Menschen mit ihren Tätigkeiten. Sie haben zahlreiche Gefahren für diese Vogelart hervorgerufen. Schon oft ist ein Adler an dem Verzehr eines kleinen Säugetieres verendet, welches vorher chemisch - zum Beispiel durch DDT - vergiftet worden war. Die unerfahrenen Jungvögel sterben oft bei dem Angriff auf Beute, wenn sie mit einem elektrisch geladenen Zaun in Berührung kommen. Wegen dem Bau von Gebirgsstraßen geraten die Steinadler ebenso in Not. Durch den Straßenbau gehen diesem Vogel die abgelegenen Orte für den Nestbau verloren. Ihre Nistplätze werden leicht erreichbar für Menschen und daher muss der Vogel an andere Orte flüchten.
Alle diese Umstände haben zur Abnahme der Zahl der Steinadler geführt und verursacht, dass sie nun auf der Liste der gefährdeten Tierarten im Iran zu stehen gekommen sind. Unterdessen wirkt sich die abnehmende Population von Vögeln wie der Steinadler , welcher an der Spitze der Nahrungskette steht, direkt auf das Ökosystem der Region aus. Die Weltnaturschutzunion ist wegen dem allgemeinen Rückgang der Zahl der Steinadler auf der Welt besorgt und hat diese Vogelart auf ihre rote Liste gestellt. Also müssen geregelte Programme zum Schutz dieses Vogels und seines Lebensraumes seitens der nationalen und internationalen Organisationen ins Auge gefasst werden, um seinen Fortbestand zu gewährleisten.
عقاب طلایی
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