Sep 06, 2017 00:08 CET

Diesmal wenden wir uns den verschiedenen Störarten im Kaspischen Meer zu. Sie sind gefährdet.

Seltene Tier- und Pflanzenarten im Iran 

Die meisten Wirbeltiere auf der Welt sind die Fische. Zurzeit kennt man mehr als 20 Tausend verschiedene Arten. Von diesen leben circa 160 Arten in den iranischen Flüssen und Meeresgewässern. Sie lassen sich in drei große Kategorien einteilen, nämlich die Fische im Kaspischen Meer, die  in Binnengewässern und die im Persischen Golf und im Golf von Oman.  Einige der Fischarten im Iran sind leider inzwischen selten geworden oder sie sind gefährdet, was am übermäßigen Fischfang und an der Zerstörung der Meeresumwelt liegt. Eine der wichtigsten dieser Fischarten, ist der Stör im Kaspischen Meer. Darüber mehr in unserer heutigen Sendung.

                                     

Im Norden Irans liegt der größte Binnensee der Welt, genannt Kaspisches Meer. Das Kaspische Meer grenzt im Süden an Iran und in Norden an Russland, im Westen an Russland und die Republik Aserbaidschan und im Osten an die Republiken Turkmenien und Kasachstan. Es ist zusammen mit den einmündenden Flüssen und besonders mit seinem südlichen Teil  Lebensraum der teuersten Fische auf der Welt.  Die Küsten Irans bieten günstige Bedingungen für diesen Fisch, den Stör.  Im Kaspischen Meer leben 78 verschiedene Fischarten und Unterarten. Die Familie der Störe bildet die  bedeutendste von ihnen.  Die Störe des Kaspischen Meeres gehören zu den teuersten Meeresfischen auf der Welt, aber wegen zahlreicher Probleme, wie zum Beispiel ungehemmter Fischfang, ist ihre Art vom Aussterben bedroht. Wenn keine Abhilfe geschafft wird, so wird es den Stör bald nicht mehr im Kaspischen Meer geben. 

 

Kaspisches Meer

Die Störe gehören zu den Knorpelfischen. Auf Persisch werden sie auch Taas-Mahi genannt.   Die Knorpelfische   gab es schon  in der erdgeschichtlichen Periode Jura, welche circa vor 200 Millionen Jahren begann.   Daher werden die  Störe im Kaspischen Meer auch als lebende Fossile betrachtet. Es gibt 27 verschiedene Arten von Stören auf der Welt , 5 davon leben im Kaspischen Meer. Störe sind nicht wegen ihres Fleisches sondern wegen ihres Rogens begehrt. Dieser Rogen ist als  Kaviar oder schwarze Perlen bekannt. Die Kaviar-Reserven im Kaspischen Meer machen 93 Prozent der Kaviar-Reserven weltweit aus.  Die 5 besten Arten von Stören, die den Kaviar liefen, leben im Kaspischen Meer und heißen:

Fil Mahi, auch Huso Huso oder Beluga genannt,

Gharah borun - oder Persischer Stör -  Acipenser Persiscus

Tschalbasch  oder russischer Stör - Acipenser gueldenstaedtii

Mahi-Schip - oder Glatt-Stör -  Acipenser nudiventris - 

und Uzun borun oder  suruga - zu Deutsch Sternhausen  -  und in der Fachsprache Acipenser stellatus.

 

Der Huso huso, zu Persisch Beluga oder Fil-Mahi (wörtlich: Elefantenfisch) , ist der  größte Fisch im Kaspischen Meer, aber er steht auf der Liste der äußerst gefährdeten Arten. Sein Kaviar ist der teuerste. Einige Exemplare des Huso huso  die man im Kaspischen Meer  gefangen hat, wiesen ein Gewicht von circa 1400 kg auf und waren über 100 Jahre alt.  Dieser Fisch laicht alle zwei oder drei Jahre und ist erst im Alter von 14 bis 17 Jahren ausgewachsen. Seine Länge reicht von anderthalb bis zu über vier Metern. 

"Elefantenfisch" - Huso huso

 

Die häufigste Art von Stören im Südbecken des Kaspischen Meeres ist Gharah Borun oder der Persische Stör.  Er laicht vor allen Dingen im Frühling.  Die Männchen sind mit 8 bis 11 Jahren ausgewachsen und die Weibchen mit 10 bis 16.  Die durchschnittliche Produktion von Kaviar nimmt mit dem Alter zu und ist je nach Jahreszeit verschieden. Der Kaviar des Persischen Störs  weist mehr Farbvariationen als der Rogen bei den anderen Störarten auf. Die Farbe reicht von dunkelgrau bis hellgrau und in seltenen Fälle ist der Rogen sogar goldfarben.  Weltweit gehört der Kaviar des Persischen Störs zu den bekanntesten und beliebtesten Kaviarsorten.

Persischer Stör 

Eine weitere Sorte ist der Russische Stör. Die  Jungfische dieser Art von Stören  leben im Norden des Kaspischen Meeres  in einer Tiefe von zwei bis fünf Metern, aber die erwachsenen Fische halten sich in den südlichen Teilen des Gewässers in einer Tiefe von 2 bis 130 m auf.  Dieser Stör zieht zur  Eiablage in die Wolga, den Ural oder den Kura im Norden des Kaspischen Meeres oder in den iranischen Fluss Sefidrud im Süden. Die Fortpflanzung erfolgt im Frühling und Herbst.

 Acipenser nudiventris - der Schip-Mahi  oder Glattstör - ist eine weitere Art von Stör im Kaspischen Meer. Seine Bestände sind in den Gewässern Russlands, Aserbaidschans und Turkmeniens auf ein Minimum zurückgegangen, und der Handel mit seinem Rogen ist verboten.  Aber im Iran wird diese Störart künstlich vermehrt und   jährlich  werden  mehrere Millionen Jungfische  im Kaspischen Meer freigelassen, um die natürlichen Bestände zu verbessern.

Russischer Stör 

 

Die letzte Art der Störe im Kaspischen Meer, die wir noch besprechen,  ist der Acipenser stellatus, zu Deutsch Sternhausen und in der Landessprache Suruga oder Uzun Borun genannt. Charakteristisch für diese Störart ist das langgezogene Maul.  Der Kaviar dieser Störart ist kleiner und sehr schmackhaft.   Im Frühling wandert dieser Fisch  zum Laichen in die Flüsse. 

Uzun Borun

Nach dem Zerfall der Ex-Sowjetunion hat der illegale Fang von Meerestieren im Kaspischen Meer erheblich zugenommen und einige Arten mit der Gefahr des Aussterbens konfrontiert. Zurzeit sind der Kaviarschmuggel, die Missachtung  der Fangbestimmungen und der fehlende Aufbau von  Reserven an Stören sowie die zunehmende Verschmutzung des Meeres infolge  von Abwässern aus den Nachbarländern Irans  die wichtigsten Ursachen für die Bedrohung dieser wertvollen Fischart im Kaspischen Meer . Außerdem haben die Dürreperioden der letzten Jahre und  der Dammbau an den Flüssen zur Folge gehabt,  dass der Laichprozess nicht mehr seinen natürlichen und vollständigen  Verlauf nimmt  und die Fortpflanzung dieser wertvollen Fischart in Gefahr geraten ist. Somit  wird  das Bedürfnis nach ernsthaften Entscheidungen auf nationaler und regionaler Ebene in Richtung Schutz  der Bio-Reserven   und  Verhinderung des Aussterbens der Störe  im Kaspischen Meer  verspürt.   Diese Fische sind ein Segen für die Bevölkerung in der Region. Durch sie entstehen  Arbeitsplätze  und Einkommensquellen.  Daher  scheint ein gutes Management und eine gute Planung für den Erhalt dieser Bio-Reserven notwendig.