Sep 16, 2017 23:27 CET

Eine der wichtigsten der 78 Fischarten die im Kaspischen Meer im Norden Irans leben, ist die Kaspische Tyulka- Sardine - Mahi Kilka genannt. Dieser Fisch ist sehr klein aber sein Fleisch ist reich an Protein, Kalzium und Vitamin D, E, B, A, und K.

seltene Tier- und Pflanzenarten im Iran

 

Clupeonella cultriventris caspia  ist eine Sardinenart, die im Kaspischen Meer lebt. Diese Tyulka-Sardine wird in der Landessprache Mahi Kilka genannt.  Es gibt drei Sorten von dieser Tyulka-Sardine im Kaspischen Meer. Sie nennen sich Kilka Anchovie, Kilka tscheschm doroscht - Großauge-Kilka und Kilka Mamuli - Normale Kilka.  Lebensraum dieser Fische sind die südlichen Regionen des Kaspischen Meeres.  Die Normale Kilka  lebt in einer Tiefe von mehr als 50 Metern und den Teilen, wo der Salzgehalt geringer ist. Sie nähert sich niemals der Küste.  In den zentralen Teilen des Kaspischen Meeres, wo die Tiefe circa 300 m erreicht, hat man diese Fischsorte jedoch auch noch nicht beobachtet und es ist anzunehmen, dass sie mehr im Süden des Kaspischen Meeres zubringt, dort besonders im Osten und Westen .

Mahi Kilka

 

Der Kilka-Fisch wird 7 bis 13 cm oder höchstens 15 cm groß. Ungefähr  12 Prozent seines Körpers besteht aus Fett. Die Schuppen sind rund  und die Rückenflosse  ist kurz im Vergleich zur Afterflosse, deren letzten beiden Flossenstrahlen verlängert sind.  Das Auge dieser Sardinenart hat kein drittes Lid  (Nickhaut). Im Durchschnitt wird eine Tyulka-Sardine fünf Jahre alt. Mit 2 Jahren ist sie erwachsen. Sie legt ihre Eier  bei einer Wassertemperatur  von 6 bis 13 Grad Celsius und einem Salzgehalt von 6,12 bis 13 g pro Liter ab. 

 

 

Normalerweise ist der Kilka-Fisch widerstandsfähig gegenüber Kälte  und wird auch in Gebieten mit einer Temperatur von 3 Grad Celsius gesichtet.  Dennoch hält sich diese Sardinenart im Winter mehr in Regionen mit einer Wassertemperatur von 7 bis 10 Grad auf.  Um sich vor Angriffen  zu schützen, bewegen sich diese kleinen Fische normalerweise als großer dichter  Schwarm, der einem großen Fisch  gleicht, durchs Wasser. Doch bei Dunkelheit verstreuen sie sich.  Daher machen  die Fischerboote vor Anbruch der Dunkelheit mit einem Fishfinder die Sardinenschwärme aus und lassen bei Dunkelheit Lampen in einer bestimmten Tiefe , leuchten, damit die Fische, die sich in dieser Tiefe aufhalten,  auf das Licht zuschwimmen  und mit Schleppnetzen gefangen werden können.  Bis vor kurzem, als die   Zahl der Kilka-Fische noch nicht abgenommen hatte, gingen bei jedem Fang 200 bis 300kg dieser Sardinenart ins Netz. 

Ein Schwarm von Kilka-Fischen 

Einige Sachverständige sind der Ansicht, dass die Population  des Normalen Kilka-Fisches in den letzten Jahren wegen übermäßiger Fischerei deutlich zurückgegangen ist, aber andere führen diesen Rückgang  zum großen Teil auf die Existenz einer Rippenqualle namens Meerwalnuss  (Mnemiopsis leidyi, ) zurück. Dieses Tier  hat aufgrund der menschlichen Tätigkeiten  Zugang gefunden: genauer gesagt es ist über das   Ballastwasser, welches Schiffe aus anderen Gewässern in ihren Tankern mitgebracht haben und in das Kaspische Meer ablaufen ließen, in dieses Meer gelangt. Diese Rippenqualle besitzt eine große Anpassungsfähigkeit und weist eine hohe Fortpflanzungsrate  auf. Sie  fügt als eine aggressive Art  der Umwelt im Kaspischen Meer  Schaden zu. Im  Schwarzen Meer, dem Asowschen und dem  Mittelmeer hat die Meerwalnuss, die sich von Neoplankton, und dem Larven und Eiern der Sardinen ernährt  bereits großes Unheil angerichtet . 

die Rippenqualle Meereswalnuss

 

Seitdem die Meereswalnuss im Kaspischen Meer aufgetaucht ist,  hat das Zooplankton um 75 Prozent abgenommen und da Zooplankton die wichtigste Nahrung für den Kilka-Fisch sprich die Tyulka-Sardine  darstellt, ist auch die Zahl der Kilka-Fische spürbar zurückgegangen. Die Fangmengen betragen inzwischen weniger als ein Viertel der Mengen vor dem Eintreffen der genannten Rippenqualle.  Die Präsenz dieser aggressiven Art hat nicht nur die Sardinen im Kaspischen Meer sondern auch die anderen Lebewesen in Gefahr gebracht. Denn Sardinen sind für viele Lebewesen im Kaspischen Meer die Hauptnahrung wie zum Beispiel für die Störe,   die Lachse   aber auch für die Kaspische Robbe. Also haben auch diese Tierarten Einbußen gehabt, kurzum:  die gesamte Nahrungskette im Kaspischen Meer ist von dem Angriff betroffen.

Die Islamische Republik Iran hat  in den letzten Jahren zur Verbesserung des Ökosystems im Kaspischen Meer,  Beseitigung der Krise und Abwägung von Möglichkeiten, wie sich der aggressive Eindringling bekämpfen lässt,  Anstrengungen unternommen. Aber für die Bekämpfung dieses Störenfriedes im Kaspischen Meer müssen alle Anrainerländer dieses Binnenmeeres  zusammenarbeiten. Es sind Pläne dafür aufgestellt worden und der Kampf gegen die angriffslustige Meereswalnuss wird ernsthaftere Dimensionen annehmen, sobald sich die hohen politischen Verantwortlichen entsprechend geeinigt haben.