Seltene Tier- und Pflanzenarten im Iran (20 - Die Kaspische Tyulka-Sardine)
Eine der wichtigsten der 78 Fischarten die im Kaspischen Meer im Norden Irans leben, ist die Kaspische Tyulka- Sardine - Mahi Kilka genannt. Dieser Fisch ist sehr klein aber sein Fleisch ist reich an Protein, Kalzium und Vitamin D, E, B, A, und K.
Clupeonella cultriventris caspia ist eine Sardinenart, die im Kaspischen Meer lebt. Diese Tyulka-Sardine wird in der Landessprache Mahi Kilka genannt. Es gibt drei Sorten von dieser Tyulka-Sardine im Kaspischen Meer. Sie nennen sich Kilka Anchovie, Kilka tscheschm doroscht - Großauge-Kilka und Kilka Mamuli - Normale Kilka. Lebensraum dieser Fische sind die südlichen Regionen des Kaspischen Meeres. Die Normale Kilka lebt in einer Tiefe von mehr als 50 Metern und den Teilen, wo der Salzgehalt geringer ist. Sie nähert sich niemals der Küste. In den zentralen Teilen des Kaspischen Meeres, wo die Tiefe circa 300 m erreicht, hat man diese Fischsorte jedoch auch noch nicht beobachtet und es ist anzunehmen, dass sie mehr im Süden des Kaspischen Meeres zubringt, dort besonders im Osten und Westen .
Der Kilka-Fisch wird 7 bis 13 cm oder höchstens 15 cm groß. Ungefähr 12 Prozent seines Körpers besteht aus Fett. Die Schuppen sind rund und die Rückenflosse ist kurz im Vergleich zur Afterflosse, deren letzten beiden Flossenstrahlen verlängert sind. Das Auge dieser Sardinenart hat kein drittes Lid (Nickhaut). Im Durchschnitt wird eine Tyulka-Sardine fünf Jahre alt. Mit 2 Jahren ist sie erwachsen. Sie legt ihre Eier bei einer Wassertemperatur von 6 bis 13 Grad Celsius und einem Salzgehalt von 6,12 bis 13 g pro Liter ab.

Normalerweise ist der Kilka-Fisch widerstandsfähig gegenüber Kälte und wird auch in Gebieten mit einer Temperatur von 3 Grad Celsius gesichtet. Dennoch hält sich diese Sardinenart im Winter mehr in Regionen mit einer Wassertemperatur von 7 bis 10 Grad auf. Um sich vor Angriffen zu schützen, bewegen sich diese kleinen Fische normalerweise als großer dichter Schwarm, der einem großen Fisch gleicht, durchs Wasser. Doch bei Dunkelheit verstreuen sie sich. Daher machen die Fischerboote vor Anbruch der Dunkelheit mit einem Fishfinder die Sardinenschwärme aus und lassen bei Dunkelheit Lampen in einer bestimmten Tiefe , leuchten, damit die Fische, die sich in dieser Tiefe aufhalten, auf das Licht zuschwimmen und mit Schleppnetzen gefangen werden können. Bis vor kurzem, als die Zahl der Kilka-Fische noch nicht abgenommen hatte, gingen bei jedem Fang 200 bis 300kg dieser Sardinenart ins Netz.
Einige Sachverständige sind der Ansicht, dass die Population des Normalen Kilka-Fisches in den letzten Jahren wegen übermäßiger Fischerei deutlich zurückgegangen ist, aber andere führen diesen Rückgang zum großen Teil auf die Existenz einer Rippenqualle namens Meerwalnuss (Mnemiopsis leidyi, ) zurück. Dieses Tier hat aufgrund der menschlichen Tätigkeiten Zugang gefunden: genauer gesagt es ist über das Ballastwasser, welches Schiffe aus anderen Gewässern in ihren Tankern mitgebracht haben und in das Kaspische Meer ablaufen ließen, in dieses Meer gelangt. Diese Rippenqualle besitzt eine große Anpassungsfähigkeit und weist eine hohe Fortpflanzungsrate auf. Sie fügt als eine aggressive Art der Umwelt im Kaspischen Meer Schaden zu. Im Schwarzen Meer, dem Asowschen und dem Mittelmeer hat die Meerwalnuss, die sich von Neoplankton, und dem Larven und Eiern der Sardinen ernährt bereits großes Unheil angerichtet .
Seitdem die Meereswalnuss im Kaspischen Meer aufgetaucht ist, hat das Zooplankton um 75 Prozent abgenommen und da Zooplankton die wichtigste Nahrung für den Kilka-Fisch sprich die Tyulka-Sardine darstellt, ist auch die Zahl der Kilka-Fische spürbar zurückgegangen. Die Fangmengen betragen inzwischen weniger als ein Viertel der Mengen vor dem Eintreffen der genannten Rippenqualle. Die Präsenz dieser aggressiven Art hat nicht nur die Sardinen im Kaspischen Meer sondern auch die anderen Lebewesen in Gefahr gebracht. Denn Sardinen sind für viele Lebewesen im Kaspischen Meer die Hauptnahrung wie zum Beispiel für die Störe, die Lachse aber auch für die Kaspische Robbe. Also haben auch diese Tierarten Einbußen gehabt, kurzum: die gesamte Nahrungskette im Kaspischen Meer ist von dem Angriff betroffen.
ماهی کیلکا
Die Islamische Republik Iran hat in den letzten Jahren zur Verbesserung des Ökosystems im Kaspischen Meer, Beseitigung der Krise und Abwägung von Möglichkeiten, wie sich der aggressive Eindringling bekämpfen lässt, Anstrengungen unternommen. Aber für die Bekämpfung dieses Störenfriedes im Kaspischen Meer müssen alle Anrainerländer dieses Binnenmeeres zusammenarbeiten. Es sind Pläne dafür aufgestellt worden und der Kampf gegen die angriffslustige Meereswalnuss wird ernsthaftere Dimensionen annehmen, sobald sich die hohen politischen Verantwortlichen entsprechend geeinigt haben.