Kennen Sie die Postleitzahl von Herzog?
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Benjamin Netanjahu, Premierminister des besetzten Palästina
ParsToday – Donald Trump spricht bekanntlich mehr, als er schreibt. Doch wenn er sich gezwungen sieht, einen Brief zu verfassen, um jemanden vor dem Gefängnis zu bewahren, dann bedeutet das: Die Lage ist tatsächlich ernst.
Eingehende Notiz
Das aktuelle Leben von Benjamin Netanjahu, dem Premierminister des besetzten Palästinas, gleicht einer neuen Staffel einer Serie, die man wohl „Flucht vor der Verantwortung“ nennen könnte. In diesem Beitrag von ParsToday werden die jüngsten Herausforderungen und Verstrickungen Netanjahus beleuchtet. Während dieser jüdische Politiker weder dem Druck der öffentlichen Meinung entkommt noch dem Schatten seiner Korruptionsfälle oder gar der Kritik seiner einstigen Verbündeten, setzt er seine Drohungen gegen Iran und die Hamas mit ungewöhnlicher Selbstsicherheit fort.
Worauf soll dieses Ausmaß an Prahlerei einen Deckel setzen? Fürchtet Netanjahu etwa den Moment der Abrechnung?
Aktenstau ohne Ende
Die Korruptionsfälle, die Netanjahu seit Jahren wie ein ständiger Schatten begleiten, haben nun eine kritische Phase erreicht. Die berüchtigten Fälle „1000“, „4000“ sowie weitere Vorwürfe wegen Bestechung, Betrug und Vertrauensbruch befinden sich in entscheidenden Verfahrensabschnitten. Netanjahus Teilnahme an dreitägigen Gerichtsverhandlungen und die Konfrontation mit Schlüsselzeugen zeigen: Die Zeiten der last-minute-Verzögerungen scheinen vorbei zu sein.
Es ging sogar so weit, dass Netanjahu zur Normalisierung der Geschenkannahme den Generalstaatsanwalt und den Mossad-Chef ins Spiel brachte und behauptete, sie hätten ebenfalls solche „Geschenke“ erhalten. Ein Verhalten, das eher an Kinder erinnert, die versuchen, durch Schuldzuweisungen an Freunde der Strafe zu entkommen – jedoch kaum einer ernstzunehmenden juristischen Verteidigung ähnelt.
Trumps Drängen, Herzogs Hin und Her
Der Vorgang wurde noch kurioser, als Donald Trump, der witzelnde US-Präsident, sich persönlich wie ein Pflichtverteidiger einschaltete und einen offiziellen Brief schrieb, um seinen alten Freund aus der misslichen Lage zu befreien. Trump, der wie üblich alles als „politisch“ und „unfair“ bezeichnete, forderte Isaak Herzog, den Präsidenten des zionistischen Regimes, dazu auf, Netanjahu „vollständig zu begnadigen“. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten:
„Gegenseitiger Respekt besteht, aber zuerst muss der Angeklagte oder dessen Familie selbst einen Antrag auf Begnadigung stellen.“
Trump dürfte kaum mit einer solchen Antwort gerechnet haben und vermutlich lange im Weißen Haus auf und ab gegangen sein, um zu überlegen, ob er dem israelischen Regime nun möglicherweise auch Strafzölle auferlegen könne. Pikant ist, dass israelische Medien diesen Brief als klares Zeichen für Netanjahus Nervosität interpretierten — denn um Begnadigung bemüht sich nur, wer eine echte und bedrückende Gefahr einer Verurteilung sieht.
Der Joker des Nahen Ostens
Trotz all dieser Belastungen beharrt Netanjahu weiter darauf, den Krieg gegen Gaza fortzusetzen, die Hamas zu entwaffnen und Iran als anhaltende Bedrohung darzustellen. Bemerkenswerterweise dieselben Narrative, die einst Adolf Hitler, der deutsche Diktator, gegen Netanjahus eigene Vorfahren richtete. Trotz aller Unterschiede wird deutlich: Die Mentalität und das Verhalten von Diktatoren ähneln sich weltweit auf erstaunliche Weise.
Zugleich verschweigt Netanjahu, dass der zweijährige Krieg gegen Gaza keines der erklärten Ziele erreicht hat und das Regime letztlich zum Gefangenenaustausch gezwungen wurde. Selbst die Untersuchungskommission zu den Ereignissen des 7. Oktober führt er schwach und unter eigener Kontrolle — ein Schritt, den Kritiker als reinen Versuch werten, der Verantwortung zu entkommen.
Die Ruhe vor dem Sturm
Der jüngste politische Auftritt Tel Avivs fand statt, als der UN-Sicherheitsrat die von den USA eingebrachte Resolution zu Gaza verabschiedete. Wie üblich stellte das Regime dies als „historischen Erfolg“ dar und sprach – ganz im Sinne Trumps – enthusiastisch über dessen „Friedensdelegation“ und „20-Punkte-Plan“. Doch im Inneren der besetzten Gebiete herrscht alles andere als Ruhe. Die Konflikte innerhalb des Kabinetts über die „Zwei-Staaten-Lösung“ haben einen Höhepunkt erreicht; die extremistischen Verbündeten Netanjahus drohen gar mit dem Regierungssturz, sollte auch nur ansatzweise über einen palästinensischen Staat gesprochen werden.
Avigdor Lieberman, Vorsitzender der extrem nationalistischen Partei Unser Haus Israel, erklärte offen, diese Entscheidung bedeute eine „Rückkehr zur Mandatszeit“ und zeige, dass die Kontrolle verloren gehe. Wenn selbst aus dem Lager der radikalen Rechten solche Kritik laut wird, bedeutet das: Die Lage ist so chaotisch, dass selbst ehemalige Verbündete zu Gegnern geworden sind.
Gleichzeitig ist die zunehmende Gewalt der Siedler im Westjordanland derart offensichtlich geworden, dass Netanjahu selbst gezwungen war, sich als „gesetzestreu“ darzustellen. Doch niemand erklärt, warum dieses Gesetz für einen beträchtlichen Teil der Siedler jahrelang nur eine moralische Empfehlung war. Offizielle Zahlen der internen Behörden des zionistischen Regimes zeigen, dass strafrechtliche Verfolgungen dieser Verbrechen nahezu bei null liegen – mit nur einer Konsequenz: eine zusammenbrechende Legitimität.
Ein Regime in struktureller Krise
All diese Entwicklungen zeigen: Das zionistische Regime befindet sich in einer tiefen, vielschichtigen und strukturellen Krise. Und mitten in diesem Chaos beharrt Netanjahu darauf, die Rolle des „Helden“ zu spielen – ein Held, der täglich vor Gericht erscheint, im eigenen Kabinett streitet, sich vor Extremisten fürchtet und gleichzeitig so tut, als habe er alles unter Kontrolle.
Das Einzige, was er nicht kontrollieren kann, ist die Realität vor Ort – und natürlich die Zeit.