9.11.2001: Opferfamilien  verklagen Saudi-Arabien
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New York(sputniknews/ParsToday)- Rund 850 Betroffene und Hinterbliebene von Todesopfern der Terroranschläge am 11. September 2001 in New York haben gemeinsam Klage gegen die saudi-arabische Regierung eingebracht, wie die Tageszeitung „USA Today“ berichtet.
(last modified 2025-01-01T12:50:18+00:00 )
Mrz 21, 2017 10:32 Europe/Berlin
  • 9.11.2001: Opferfamilien  verklagen Saudi-Arabien

New York(sputniknews/ParsToday)- Rund 850 Betroffene und Hinterbliebene von Todesopfern der Terroranschläge am 11. September 2001 in New York haben gemeinsam Klage gegen die saudi-arabische Regierung eingebracht, wie die Tageszeitung „USA Today“ berichtet.

Dem Blatt zufolge werfen die Kläger Saudi-Arabien  vor, die Terroristen bei der Organisierung und Ausführung des Anschlags  unterstützt zu haben. Riad soll aus ihrer Sicht gewusst haben, dass mindestens drei Terroristen, die Staatsangehörigen des Königreichs waren, eine Verbindung zur Al-Kaida unterhielten.

„Saudi-Arabien verhielt sich doppelzüngig. Gegenüber den USA und anderen westlichen Ländern zeigte es sich als ein Staat, der gegen Al-Kaida und Terrorismus kämpft, während einzelne Personen, die im Namen der saudi-arabischen Regierung agierten, Al-Kaida wichtige finanzielle Hilfe und Ressourcen bereitstellten“, heißt es in der Klage.

Da 15 der insgesamt 19 Attentäter vom 11. September aus dem saudi-arabischen Königreich stammten, waren seit den Anschlägen immer wieder Vorwürfe laut geworden, die Attentäter hätten Hilfe von offizieller Seite erhalten. Riad wies dies stets zurück und versuchte hinter den Kulissen in Washington, die Verabschiedung des Gesetzes zu verhindern, welches es aber doch seit Ende 2016 den Angehörigen von Anschlagsopfern internationaler Terrororganisationen in den USA erlaubt, auf amerikanischem Territorium jene Staaten zu verklagen, die derartige Organisationen unterstützen.

Nach langem Tauziehen  passierte  im Oktober 2016  ein Gesetz den US-Kongress passiert, das Hinterbliebenen von Anschlägen diesen Schritt ermöglicht. Der frühere amerikanische Präsident Barack Obama hatte vergeblich mit einem Veto versucht, das Gesetz zu verhindern.

Das Weiße Haus äußerte damals die Befürchtung,  dass amerikanische Bürger im Ausland durch das Gesetz Risiken ausgesetzt werden könnten. Die Regierung in Riad drohte  damit, US-Vermögenswerte in Höhe von 750 Milliarden Dollar zu verkaufen, sollte das Gesetz rechtskräftig werden.

Kurz danach klagte eine erste US-Amerikanerin  Saudi-Arabien wegen Beihilfe zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA an.

Bei den Terroranschlägen auf die USA am 11. September 2001 starben 2996 Menschen, darunter elf Deutsche. 14 der 19 Attentäter, die vier Flugzeuge entführten und zum Angriff auf das World Trade Center in New York sowie das Pentagon in Washington D. C. missbrauchten, waren saudische Staatsbürger.