Oppositionsfigur: Proteste in Belarus waren nie gegen Russland gerichtet
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Minsk (ParsToday/PressTV) - Die belarussische Oppositionsfigur Svetlana Tikhanovskaya, die das Land nach dem Verlust der Präsidentschaftswahlen an Alexander Lukaschenko nach Litauen verließ, sagte, die Proteste in Belarus hätten sich nie gegen Russland gerichtet.
(last modified 2026-03-04T09:10:37+00:00 )
Sep 10, 2020 09:17 Europe/Berlin
  • Oppositionsfigur: Proteste in Belarus waren nie gegen Russland gerichtet

Minsk (ParsToday/PressTV) - Die belarussische Oppositionsfigur Svetlana Tikhanovskaya, die das Land nach dem Verlust der Präsidentschaftswahlen an Alexander Lukaschenko nach Litauen verließ, sagte, die Proteste in Belarus hätten sich nie gegen Russland gerichtet.

"Das war zu keinem Zeitpunkt ein Kampf gegen Russland, und ich bin sicher, dass dies auch in Zukunft nicht der Fall sein wird", sagte Tikhanovskaya in einer speziellen fünfminütigen Ansprache gerichtet an Russland, die am Mittwoch auf ihrem Telegrammkanal veröffentlicht wurde.

Tikhanovskaya forderte die Russen außerdem auf, propagandistischen Medien und Politikern nicht zu vertrauen. "Lasst nicht zu, dass sie die Beziehungen zwischen unseren Völkern beschädigen!"

"Die Völker von Russland und Belarus waren immer gute Nachbarn und enge Freunde", betonte sie und hoffte, dass dies auch in Zukunft der Fall sein werde.

Die Kommentare kommen zu einer Zeit in der der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko am 14. September Russland besuchen wird. Der geplante Besuch wurde am Mittwoch von der russischen Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf eine ungenannte diplomatische Quelle angekündigt. Am Montag hatte der Kreml angekündigt, Lukaschenko werde "in den kommenden Tagen" Moskau zu Gesprächen besuchen.

Vor und nach Lukaschenkos Sieg bei den Präsidentschaftswahlen am 9. August fanden Proteste unter der Führung von Tikhanovskaya statt. Die Opposition forderte die Wiederholung der Wahlen.

Tikhanovskaya verließ Belarus nach den Wahlen nach Litauen und initiierte von dort aus die Bildung eines Rates für einen Machtwechsel.

Der 66-jährige belarussische Präsident hat Vorwürfe der Wahlfälschung zurückgewiesen und sich geweigert, die Wahlen zu wiederholen. Er warnte vor einer westlichen Verschwörung zur Destabilisierung des Landes.

Der russische Präsident Waldimir Putin hat westliche Staaten davor gewarnt, sich in die inneren Angelegenheiten von Belarus einzumischen, und die Regierung und die Opposition aufgefordert, ihre Differenzen auf friedlichem Wege beizulegen. Russland könnte jedoch eingreifen, wenn extremistische Elemente die roten Linien überschreiten.