Dez 18, 2018 06:39 CET

Die Provinz Mazanderan im Norden des Irans hat zwei internationale Feuchtgebiete, welche die Ramsar Konvention registriert hat: das Talab-e Fereydun-Kenar und das Talab-e Miyankaleh.  Heute besprechen wir das erst genannte Feuchtgebiet.

Wir kehren vom Persischen Golf noch einmal zurück an das Kaspische Meer: nach Mazanderan. 

Mazanderan gehört zu den nordiranischen Provinzen am Kaspischen Meer, welches im Iran auch Mazanderan-Meer genannt wird.  Diese Provinz ist die einzige, die über drei Hauptstrecken mit der Hauptstadt Teheran in Verbindung steht, nämlich die Strecke über Haras, Kandewan und Sawadkuh. Außerdem gibt es drei Flughäfen in dieser Provinz nämlich in Sari, Noschahr und Ramsar, von denen aus andere Teile des Landes erreichbar sind.  Ebenso führt eine wichtige Bahnstrecke, die an das landesweite Bahnnetz angeschlossen ist, durch diese Region und  von Ramsar bis nach Babolsar verläuft entlang der Küste eine 220 km lange Straße, in 10 bis 300 m Entfernung von der Meeresküste.  Das Kaspische Meer ist für den Fischfang wichtig und touristischer Anziehungspunkt. Auch gehört der Damawand, der höchste Berg Irans zu dieser Provinz. 

Mazandaran verfügt über natürliche , kulturelle und historische Sehenswürdigkeiten. Zu den natürlichen gehören seine Feuchtgebiete.  In Mazandaran gibt es zwei wichtige Feuchtgebiete, die laut der Ramsar Konvention zu den 24 internationalen Feuchtgebieten im Iran zählen. Das eine ist bekannt als Talab-e Fereydun-Kenar und das andere als Talab-e Miyankaleh. Heute beschreiben wir das Talab-e Fereydun-Kenar. 

                        

Touristen im Talab-e Fereydun Kenar

Das Talab-e Fereyduan-Kenar liegt südlich des Kaspischen Meeres, 3 km entfernt von der Stadt Fereydun-Kenar und 13 km nordwestlich des Landkreises Babolsar.  Es umfasst eine Fläche von 5427 Hektarn und liegt 23 m unter dem  Meeresspiegel.

Schwäne auf  dem Talab - hier wächst im Frühling und Sommer Reis

Talab-e Fereydun-Kenar ist im Grunde ein künstlich angelegtes flaches Süßwasser-Feuchtgebiet. Es entsteht aus einer Reihe sogenannter Ab Bandan. Es handelt sich dabei im Talab-e Fereydan-Kenar um  künstliche größere separate Wassermulden, die  im Frühling bis Ende des  Sommers landwirtschaftlich für den Reisanbau genutzt werden. Nach der Reisernte wird das Gebiet künstlich überschwemmt, damit sich  dort Enten einfinden und ein Jagdrevier für diese Wasservögel entsteht. 

Luftbild von der Lage des Damgah Fereydun-Kenar 

 

Der bedeutsamste  Zugvogel, der den Winter im  Talab-e Fereydun-Kenar verbringt, ist Grus leucogeranus – der Sibirische Kranich. Im Jahre 2003 wurde dieses Talab  in Mazandaran, welches durch Niederschläge und aus  dem Fluss Sorch-Rud gespeist wird,  wegen seiner  besonderen Eignung als Winterquartier für diesen gefährdeten Zugvogel  in die Liste der Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung der Ramsar-Konvention aufgenommen.

 

 

Ein Zugvogel in den Feuchtgebieten Mazanderans: der weiße Sibirische Kranich 

 

Viele weitere Arten von Wasservögeln wie Schwimmenten und Gänse sowie einige Watvögel verbringen ebenso den Winter im Fereydun-Kenar-Feuchtgebiet.

verschiedene Entenarten (Fereydan-Kenar)

 

Das künstlich angelegte Feuchtgebiet von Fereydun-Kenar ist mit seinen Reisfeldern ein günstiger Lebensraum für  Wasser- und Watvögel unter den Zugvögeln

 

Schwäne aus kälteren Zonen in ihrem Winterquartier Talab-e Fereydun-Kenar

Neben dem Sibirischen Kranich hat man noch 30 weitere Zugvogelarten im Talab-e Fereydun-Kenar festgestellt. Nur drei davon halten sich vorübergehend dort auf, während der Rest den ganzen Winter in dieser Gegend verbringt.

 

Der sibirische Kranich am Rande des Talab-e Fereydun-Kenar

Das gesamte Talab-e Fereydun-Kenar (auch Damgah-e Fereydun Kenar) genannt, dient vom Frühling bis Mitte Sommer dem Anbau von Reis. Rund um die nach der Reisernte entstehenden einzelnen Parzellen stehen hohe Bäume. Das Talab-e Fereydun-Kenar liegt im Hycranischem Wald, wie der Gebirgswald, den es schon vor der Eiszeit gab,  im Iran am Kaspischen Meer genannt wird. Viele Teile des Waldes wurden inzwischen gerodet und in landwirtschaftliche Anbauflächen umgewandelt. Die Sommer in dieser Region sind warm und feucht und die Winter gemäßigt.

Reisanbau im Talab-e Fereydun-Kenar

Zu den Bäumen im Talab-e Fereydun-Kenar , gehören  Hainbuche, Esche , Kolchischer Ahorn, Buche, südlicher Zürgelbaum, die Ahornsorte Acer opulifolium, Buchsbaum,  Weiden, Eichen, Linden, das köstliche Fensterblatt aus der Familie der Ahornstabgewächse und Flügelnüsse.  In der Umgebung der Jagdreviere bis hinter die Erdwälle und die Hügel in der Umgebung wächst verstreut Schilfrohr. Zu den Wasserpflanzen dieses Gebietes zählen die Seggen.  

 

die Pflanzendecke im Talab-e Fereydun- Kenar

 

Manchmal bleibt keine andere Wahl und es  müssen Einschränkungen für die Nutzung der Natur seitens der Bevölkerung aufgestellt werden. Im  Talab-e Fereydun-Kenar ist daher zu bestimmten Zeiten im Jahr seitens der Umweltschutzbehörde ein generelles Jagdverbot eingeführt worden. Dieses Gebiet wurde ja auch von der Internationalen Organisation Birdlife  als wichtiges Vogelgebiet im Mittleren Osten anerkannt.  Nur zeitweise ist die Jagd auf Enten erlaubt.

 

 

 

In der Ortschaft Ezbaran ist es  Brauch für die    Singschwäne aus anderen Breiten, die das Talab-e Fereydun-Kenar zum Winterquartier wählen, Körner zu streuen

.Das internationale Feuchtgebiet Fereydun-Kenar ist wirtschaftlich von Nutzen. Das gesamte Gebiet dient im Frühling und Sommer dem Reisanbau und in bestimmten Zeiträumen im Jahr ist der Bevölkerung, als  zusätzlicher Einkommensweg, die  Entenjagd erlaubt. Ebenso birgt dieses Feuchtgebiet ein hohes Potential für Öko-Tourismus. .

Es lassen sich interessante Fotos von der Natur des Fereydun-Kenar Feuchtgebietes machen

Jedes Jahr kommen Touristen  ins Talab-e Fereydun-Kenar. Anziehungspunkte sind die  Natur und die Vogelwelt. 

Anziehungspunkte für die Besucher des Talabs in Mazanderan

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Um zum Talab-e Fereydun-Kenar zu gelangen, muss man von Fereydun-Kenar am Kaspischen Meer aus in Richtung Amol ins Landesinnere fahren. Man kann aber auch die Hauptstraße von Babolsar nach Babol nehmen.  Das internationale  Feuchtgebiet liegt in einer Entfernung von zwei drei Kilometer südlich von Babolsar und Freydun-kenar. Den Rand des Gebietes säumen Buchsbäume, Weiden, südliche Ziergelbäume und Eschen.

Für eine Besichtigung des   Feuchtgebietes sollte man hohe Stiefel und wasserdichte Kleidung mitbringen.   Im Winter ist das Talab-e Fereydun-Kenar am tiefsten. Dann kann das Wasser an einigen Stellen höher als zwei Meter stehen.

Paddelboote auf dem  Talab in Mazanderan

Zu den weiteren besonderen Sehenswürdigkeiten für Touristen im Landkreis Fereydun-Kenar gehören die Vogelquartiere  der Dörfer Ezbaran und Suteh und der  traditionelle Wochenmarkt  der regelmäßig jeden Samstag stattfindet.

Fereydun-Kenar ist internationales Habitat des Sibirischen Kranichs. Das  künstlich angelegte Feuchtgebiet dieses Landkreises ist mit seinen Pflanzen und Vögeln  eines der reichsten Ökosysteme im Norden Irans.

 

 

weitere Bilder vom Talab-e Fereydun-Kenar in Mazanderan