Internationale Feuchtgebiete im Iran (8- Talab-e Fereydun-Kenar)
Die Provinz Mazanderan im Norden des Irans hat zwei internationale Feuchtgebiete, welche die Ramsar Konvention registriert hat: das Talab-e Fereydun-Kenar und das Talab-e Miyankaleh. Heute besprechen wir das erst genannte Feuchtgebiet.
Wir kehren vom Persischen Golf noch einmal zurück an das Kaspische Meer: nach Mazanderan.
Mazanderan gehört zu den nordiranischen Provinzen am Kaspischen Meer, welches im Iran auch Mazanderan-Meer genannt wird. Diese Provinz ist die einzige, die über drei Hauptstrecken mit der Hauptstadt Teheran in Verbindung steht, nämlich die Strecke über Haras, Kandewan und Sawadkuh. Außerdem gibt es drei Flughäfen in dieser Provinz nämlich in Sari, Noschahr und Ramsar, von denen aus andere Teile des Landes erreichbar sind. Ebenso führt eine wichtige Bahnstrecke, die an das landesweite Bahnnetz angeschlossen ist, durch diese Region und von Ramsar bis nach Babolsar verläuft entlang der Küste eine 220 km lange Straße, in 10 bis 300 m Entfernung von der Meeresküste. Das Kaspische Meer ist für den Fischfang wichtig und touristischer Anziehungspunkt. Auch gehört der Damawand, der höchste Berg Irans zu dieser Provinz.
Mazandaran verfügt über natürliche , kulturelle und historische Sehenswürdigkeiten. Zu den natürlichen gehören seine Feuchtgebiete. In Mazandaran gibt es zwei wichtige Feuchtgebiete, die laut der Ramsar Konvention zu den 24 internationalen Feuchtgebieten im Iran zählen. Das eine ist bekannt als Talab-e Fereydun-Kenar und das andere als Talab-e Miyankaleh. Heute beschreiben wir das Talab-e Fereydun-Kenar.
Das Talab-e Fereyduan-Kenar liegt südlich des Kaspischen Meeres, 3 km entfernt von der Stadt Fereydun-Kenar und 13 km nordwestlich des Landkreises Babolsar. Es umfasst eine Fläche von 5427 Hektarn und liegt 23 m unter dem Meeresspiegel.
Talab-e Fereydun-Kenar ist im Grunde ein künstlich angelegtes flaches Süßwasser-Feuchtgebiet. Es entsteht aus einer Reihe sogenannter Ab Bandan. Es handelt sich dabei im Talab-e Fereydan-Kenar um künstliche größere separate Wassermulden, die im Frühling bis Ende des Sommers landwirtschaftlich für den Reisanbau genutzt werden. Nach der Reisernte wird das Gebiet künstlich überschwemmt, damit sich dort Enten einfinden und ein Jagdrevier für diese Wasservögel entsteht.
Der bedeutsamste Zugvogel, der den Winter im Talab-e Fereydun-Kenar verbringt, ist Grus leucogeranus – der Sibirische Kranich. Im Jahre 2003 wurde dieses Talab in Mazandaran, welches durch Niederschläge und aus dem Fluss Sorch-Rud gespeist wird, wegen seiner besonderen Eignung als Winterquartier für diesen gefährdeten Zugvogel in die Liste der Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung der Ramsar-Konvention aufgenommen.
Viele weitere Arten von Wasservögeln wie Schwimmenten und Gänse sowie einige Watvögel verbringen ebenso den Winter im Fereydun-Kenar-Feuchtgebiet.
Das künstlich angelegte Feuchtgebiet von Fereydun-Kenar ist mit seinen Reisfeldern ein günstiger Lebensraum für Wasser- und Watvögel unter den Zugvögeln
Neben dem Sibirischen Kranich hat man noch 30 weitere Zugvogelarten im Talab-e Fereydun-Kenar festgestellt. Nur drei davon halten sich vorübergehend dort auf, während der Rest den ganzen Winter in dieser Gegend verbringt.
Das gesamte Talab-e Fereydun-Kenar (auch Damgah-e Fereydun Kenar) genannt, dient vom Frühling bis Mitte Sommer dem Anbau von Reis. Rund um die nach der Reisernte entstehenden einzelnen Parzellen stehen hohe Bäume. Das Talab-e Fereydun-Kenar liegt im Hycranischem Wald, wie der Gebirgswald, den es schon vor der Eiszeit gab, im Iran am Kaspischen Meer genannt wird. Viele Teile des Waldes wurden inzwischen gerodet und in landwirtschaftliche Anbauflächen umgewandelt. Die Sommer in dieser Region sind warm und feucht und die Winter gemäßigt.
Zu den Bäumen im Talab-e Fereydun-Kenar , gehören Hainbuche, Esche , Kolchischer Ahorn, Buche, südlicher Zürgelbaum, die Ahornsorte Acer opulifolium, Buchsbaum, Weiden, Eichen, Linden, das köstliche Fensterblatt aus der Familie der Ahornstabgewächse und Flügelnüsse. In der Umgebung der Jagdreviere bis hinter die Erdwälle und die Hügel in der Umgebung wächst verstreut Schilfrohr. Zu den Wasserpflanzen dieses Gebietes zählen die Seggen.
Manchmal bleibt keine andere Wahl und es müssen Einschränkungen für die Nutzung der Natur seitens der Bevölkerung aufgestellt werden. Im Talab-e Fereydun-Kenar ist daher zu bestimmten Zeiten im Jahr seitens der Umweltschutzbehörde ein generelles Jagdverbot eingeführt worden. Dieses Gebiet wurde ja auch von der Internationalen Organisation Birdlife als wichtiges Vogelgebiet im Mittleren Osten anerkannt. Nur zeitweise ist die Jagd auf Enten erlaubt.
.Das internationale Feuchtgebiet Fereydun-Kenar ist wirtschaftlich von Nutzen. Das gesamte Gebiet dient im Frühling und Sommer dem Reisanbau und in bestimmten Zeiträumen im Jahr ist der Bevölkerung, als zusätzlicher Einkommensweg, die Entenjagd erlaubt. Ebenso birgt dieses Feuchtgebiet ein hohes Potential für Öko-Tourismus. .
Jedes Jahr kommen Touristen ins Talab-e Fereydun-Kenar. Anziehungspunkte sind die Natur und die Vogelwelt.
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Um zum Talab-e Fereydun-Kenar zu gelangen, muss man von Fereydun-Kenar am Kaspischen Meer aus in Richtung Amol ins Landesinnere fahren. Man kann aber auch die Hauptstraße von Babolsar nach Babol nehmen. Das internationale Feuchtgebiet liegt in einer Entfernung von zwei drei Kilometer südlich von Babolsar und Freydun-kenar. Den Rand des Gebietes säumen Buchsbäume, Weiden, südliche Ziergelbäume und Eschen.
Für eine Besichtigung des Feuchtgebietes sollte man hohe Stiefel und wasserdichte Kleidung mitbringen. Im Winter ist das Talab-e Fereydun-Kenar am tiefsten. Dann kann das Wasser an einigen Stellen höher als zwei Meter stehen.
Zu den weiteren besonderen Sehenswürdigkeiten für Touristen im Landkreis Fereydun-Kenar gehören die Vogelquartiere der Dörfer Ezbaran und Suteh und der traditionelle Wochenmarkt der regelmäßig jeden Samstag stattfindet.
Fereydun-Kenar ist internationales Habitat des Sibirischen Kranichs. Das künstlich angelegte Feuchtgebiet dieses Landkreises ist mit seinen Pflanzen und Vögeln eines der reichsten Ökosysteme im Norden Irans.
weitere Bilder vom Talab-e Fereydun-Kenar in Mazanderan