Nigeria, neues Ziel der US-Militärstrategie in Afrika
https://parstoday.ir/de/news/world-i101602-nigeria_neues_ziel_der_us_militärstrategie_in_afrika
ParsToday – Das US-Kommando für Afrika (AFRICOM) gab die Entsendung einer kleinen US-Militäreinheit nach Nigeria bekannt und räumte erstmals offiziell die Stationierung von US-Militärangehörigen in diesem afrikanischen Land ein.
(last modified 2026-02-05T16:24:21+00:00 )
Feb 04, 2026 19:50 Europe/Berlin
  • Nigeria, neues Ziel der US-Militärstrategie in Afrika
    Nigeria, neues Ziel der US-Militärstrategie in Afrika

ParsToday – Das US-Kommando für Afrika (AFRICOM) gab die Entsendung einer kleinen US-Militäreinheit nach Nigeria bekannt und räumte erstmals offiziell die Stationierung von US-Militärangehörigen in diesem afrikanischen Land ein.

Laut ParsToday erklärte General „Dagvin Anderson“, Kommandeur von AFRICOM, unter Bezugnahme auf die Stationierung einer kleinen US-Militäreinheit in Nigeria, die Entsendung dieser Truppe erfolge im Rahmen einer Vereinbarung zur Stärkung der Sicherheitszusammenarbeit zwischen beiden Ländern. Diese Maßnahme Washingtons, die unter dem Titel „Stärkung der Sicherheitszusammenarbeit“ und Bekämpfung der Terrorgruppen Boko Haram und des Islamischen Staats in Westafrika erfolgt, stellt das erste offizielle Eingeständnis der USA ihrer direkten militärischen Präsenz in diesem afrikanischen Land dar.

In den letzten Jahren hat die US-Militärpräsenz in Afrika, insbesondere in den westlichen Ländern des Kontinents, an Bedeutung gewonnen. Diese Präsenz, die zunächst mit Begründungen wie Terrorismusbekämpfung und Stärkung der Sicherheitszusammenarbeit einherging, ist heute zu einem integralen Bestandteil der globalen US-Strategie geworden. Das jüngste Beispiel für diese Interventionen ist die Entsendung von US-Militärkräften nach Nigeria. Oberflächlich betrachtet ist das Ziel dieser Entsendung die Bekämpfung von Terrorgruppen wie Boko Haram und des Islamischen Staats in Westafrika. Es scheint jedoch, dass die USA unter dem Deckmantel der Terrorismusbekämpfung neben Sicherheitsbedenken auch wirtschaftliche und geopolitische Ziele verfolgen, die letztlich im Bestreben dieses Landes liegen, die reichen Ressourcen und das Reichtum Afrikas auszubeuten. Daher ist Nigeria als Land mit der größten Volkswirtschaft Afrikas und gewaltigen Öl- und Gasvorkommen im Golf von Guinea für Washington von großer Bedeutung, zumal die Kontrolle über diese Ressourcen den Zugang zu einem der weltweit wichtigsten Energiezentren bedeutet.

Darüber hinaus hat die strategische Lage Nigerias in Westafrika es zu einem Einfallstor für den Einfluss auf andere Länder der Region gemacht. Diese militärische Präsenz bildet ein neues Glied in der langen Kette von Interventionen Washingtons auf dem afrikanischen Kontinent und dient als Vorwand für die lautlose und schrittweise Ausweitung des militärischen Einflussbereichs der USA an strategischen Punkten der Welt, insbesondere in den Nachbarländern Nigerias.

Die Wahrheit ist jedoch, dass Terrorgruppen wie Boko Haram das Ergebnis schwieriger sozioökonomischer Bedingungen in diesem Land und der Region sind. Weitverbreitete Armut, hohe Jugendarbeitslosigkeit, Korruption, ethnische und religiöse Diskriminierung sowie eine schwache Regierungsführung sind Faktoren, die das Wachstum dieser Gruppen und terroristische Aktivitäten in Nigeria und anderen Ländern der Region begünstigt haben. Zudem genießen einige dieser Terrorgruppen verdeckte finanzielle Unterstützung durch bestimmte westliche Länder. Daher ist ein militärisches Vorgehen keine nachhaltige Lösung im Kampf gegen Terrorgruppen in diesen Regionen. Wie die historische Erfahrung zeigt, haben ausländische Militärinterventionen nur selten eine dauerhafte Lösung für soziale und politische Krisen bieten können. Ein deutliches Beispiel für dieses Scheitern ist Somalia. Seit dem Jahr 2000 behaupten die USA, durch den Einsatz von Drohnenangriffen, Entsendung von Beratern und Durchführung von Spezialoperationen gegen die terroristische Gruppe al-Shabaab vorzugehen. Doch diese Gruppe wurde nicht vernichtet und setzt ihre tödlichen Angriffe fort. Ein weiteres Beispiel ist Mali: Trotz der mehrjährigen Präsenz der französischen Militärmission (mit US-Unterstützung) und später der UN-Friedenstruppen haben die Terrorgruppen nicht nur keinen Rückzug angetreten, sondern ihren Einflussbereich ausgeweitet und auf Nachbarländer wie Burkina Faso und Niger ausgebreitet, wodurch sie selbst zu einem Unsicherheitsfaktor geworden sind.

„Paul Pillar“, ehemaliger leitender Analyst des US National Security Council für Afrika-Angelegenheiten, schreibt hierzu: „Die US-Strategie in der Sahelzone ist übermäßig auf militärische Mittel angewiesen. Dieser Ansatz ignoriert die politischen und wirtschaftlichen Ursachen der Instabilität und kann langfristig keine nachhaltige Sicherheit schaffen.“

Letztendlich scheint die Entsendung von US-Militärkräften nach Nigeria eine sicherheitspolitische Inszenierung zu sein, die eher die strategischen Ziele Washingtons im Wettbewerb mit globalen Rivalen und die Aufrechterhaltung der eigenen Präsenz in Afrika verfolgt, als eine grundlegende Lösung der Krise. In diesem Zusammenhang scheint der beste Weg zur Bekämpfung der in der Region aktiven Terrorgruppen darin zu liegen, eine innere, umfassende Lösung unter der Führung der Länder der Region selbst zu erreichen, verbunden mit der Einstellung verdeckter Unterstützung für diese Gruppen.