Russland will im Juli taktische Atomwaffen in Belarus stationieren
Sotschi (ParsToday/Press TV) - Russland wird mit der Stationierung taktischer Atomwaffen in Belarus beginnen. Das kündigt der russische Präsident Wladimir Putin an.
Der russische Staatschef traf sich am Freitag in Sotschi mit dem weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko.
Russland werde mit der Stationierung beginnen, sobald spezielle Lagereinrichtungen vorbereitet seien, sagte Putin.
„Alles läuft nach Plan“, sagte Putin dem Kreml zufolge beim Gespräch mit Lukaschenko in Sotschi. „Die Vorbereitung der entsprechenden Einrichtungen endet am 7. und 8. Juli, und wir werden sofort mit Aktivitäten im Zusammenhang mit der Stationierung geeigneter Waffentypen auf weißrussischen Territorium beginnen“, so Putin.
Im April hatten belarussische Soldaten bereits mit der Ausbildung an atomwaffenfähigen Raketensystemen begonnen. Putin zufolge wurden inzwischen zudem zehn mit Nuklearwaffen ausrüstbare Flugzeuge an Belarus geliefert, ein spezielles Waffenlager soll zudem bis Anfang Juli fertiggestellt werden.
Putin sagte, die mobilen ballistischen Kurzstreckenraketen „Iskander“, die Atomsprengköpfe mit einer Reichweite von 500 Kilometern befördern können, seien bereits an Weißrussland übergeben worden.
Berichten zufolge wurden Suchoi-25-Flugzeuge mit einer Reichweite von bis zu 1.000 Kilometern für den Transport der Sprengköpfe umgerüstet.
Wenn die Waffen vom Hauptflughafen außerhalb von Minsk abgefeuert würden, könnten die Projektile möglicherweise praktisch ganz Osteuropa erreichen, einschließlich einer Vielzahl von NATO-Mitgliedstaaten sowie Städten wie Berlin und Stockholm.
Putin sagte im März, er habe zugestimmt, solche Waffen in Weißrussland einzusetzen. Er begründete die angekündigte Stationierung der Waffen damit, dass die USA seit Jahren Atomwaffen in Europa, darunter in Deutschland, lagern.