Mrz 19, 2019 02:49 CET

In diesem Beitrag erfahren sie mehr über zwei Binnen- Feuchtgebiete im Süden des Landes.

 

 

 

Lage des Talab-e Neyriz und Talab-e Kamjan (Bachtegan-Wetland) 

 

Feuchtgebiete gehören zu den Anziehungspunkten im Iran. Es gibt zahlreiche Feuchtgebiete über das ganze Land verstreut und sie sind sehr unterschiedlich, und zwar gibt es in unserem Land   41 der insgesamt 42 Arten von Feuchtgebieten, die in der Ramsar-Konvention von 1971 beschrieben werden.

 In der Provinz Fars liegt ein weiteres Feuchtgebiet, bekannt als Talab-e Neyriz. Es besteht aus zwei Seen, nämlich dem Bachtegan- und dem Taschak-See. Der Bachtegan-See erreicht in wasserreichen Zeit höchstens eine Tiefe von 2 m und die maximale Tiefe des Taschaksees beträgt um einen Meter. Das Talab-e Neyriz wurde 1975 als Wildtierschutzgebiet anerkannt und  1995 wurde ein Teil dieses Gebietes, nämlich die beiden Seen Bachtegan und Taschak zusammen mit den anliegenden Feuchtgebieten und den Anhöhen im Norden des Bachtegan-Sees zum Nationalpark erklärt.  Der Österreicher Hans Löffler hebt ein besonderes Merkmal dieses Feuchtgebietes hervor, indem er schreibt: „Das Feuchtgebiet Neyriz zählt zu den wenigen Feuchtgebieten auf der Welt, in denen es zugleich Süßwasser und Salzwasser gibt, nämlich im Winter im östlichen Teil Süßwasser und im Sommer im Westen salzhaltiges Wasser. Dies ist ein außergewöhnliches Merkmal, das selten in einem Feuchtgebiet auftritt.“

             

Talab-e Neyriz

 

Von Teheran aus gesehen liegt das Talab-e Neyriz weit im Süden und zwar in der Provinz Fars. Diese Provinz hat viele schöne Feuchtgebiete. Das Talab-e Neyriz befindet sich östlich der  Provinzzentrale – der historischen Stadt  Schiraz. Das Feuchtgebiet wird unter anderem aus dem Rud-e Kor, dem Fluss Kor – gespeist.  Das Talab-e Neyriz ist – weil es aus diesem Fluss Süßwasser erhält, als Südwasser-Talab bekannt.  Auch aus den Quellen in der Umgebung gelangt eine größere Menge von Wasser in die Seen, die zu diesem Feuchtgebiet gehören. Diese Seen namens Taschak- und Bachtegan-See haben auch mehrere Inseln.  Die  wichtigsten sind die Inseln Narges, Gonbad und Menak. Die Größe dieser Inseln variiert je nach jährlicher Niederschlagsmenge.  An der Mündung des Kors in das Feuchtgebiet stehen Tamarisken und wächst viel Schilfrohr.  Im Norden und auf den Anhöhen rund um die beiden Seen des Feuchtgebietes  herum wachsen zahlreiche Pistazien- und Mandelbäume,  und in der Talebene und auf den anliegenden Berghängen wird Obstanbau und Ackerbau betrieben.  Zu den Pflanzen dieses Gebietes gehören verschiedene Arten von Algen darunter Kieselalgen ,verschiedene salzverträgliche Pflanzen, die Tamariske und das Schilfrohr, Thymian,  Kümmel, Ziziphora  und eine Steckkräuterart,  aus der das Galbanharz gewonnen wird und die den wissenschaftlichen Namen Ferrula gummosa trägt. 

In dem Feuchtgebiet Neyriz leben Wildkatzen, Haus- und Wildschafe,  Wölfe, Hyänen und Schakale, Füchse und Schildkröten.  Das Gebiet ist nicht nur Lebensraum verschiedener einheimische Vogelarten sondern auch Gastgeber verschiedener Arten von Zugvögeln.

 

         

Neyriz- und Kamjan-Talab aus der Vogelperspektive

 

Das Feuchtgebiet Neyriz steht mittlerweile  auf der Montreux-Liste. In diese Liste kommen Feuchtgebiete zu stehen, die sich in einem schlechten ökologischen Zustand befinden oder auszutrocknen drohen. Eine Ursache ist in den geringen Niederschlagsmengen zu suchen. Aber auch  die  ungehemmte Entnahme von Wasser aus den Quellen und Flüssen, die die beiden Seen des Feuchtgebietes speisen,  ist ein Grund, wobei eine weitere Ursache darin besteht, dass  mit zwei Dämmen im Einzugsgebiet der Seen  Wasser aufgefangen wird und nicht in das Feuchtgebiet gelangt. Die klimatischen Veränderungen zählen zu den Faktoren  welche die Bedingungen in  Feuchtgebieten instabil werden lassen.

Videoclip:  Die Änderungen  des Neyriz- und Kamjan-Talabs in den vergangenen 20 Jahren und ihr teilweises Austrocknen.

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Der Name Talab-e Neyriz ruft automatisch den Namen an ein weiteres Talab in dieser Region nämlich das Talab-e Kamjan ins Gedächtnis. Auch Talab-e Kamjan ist ein internationales Feuchtgebiet. Es liegt in 70km Entfernung von der Stadt Schiraz und wurde als wichtiges Feuchtgebiet in die Ramsar Konvention aufgenommen. Das Talab-e  Kamjan befindet sich auf der Flugroute der Zugvögel und gemäß Ansicht internationaler Umweltgremien lebt dort ein Prozent der Vogelpopulation im Mittleren  Osten. Laut den jüngsten Untersuchungen gibt es hier 100 verschiedene Vogelarten,  und zwar Wasser- und Watvögel. Es sind sowohl einheimische Vogelarten als auch Zugvögel oder Strichvögel. Die einheimische Bevölkerung berichtet außerdem von zahlreichen  Gazellen,  Wildschweinen, Schakalen und Füchsen sowie verschiedenen Arten von größeren und kleineren Wildkatzen in der Umgebung dieses Feuchtgebietes. Es gibt eine Vielfalt von typischen Sumpf- und Seepflanzen, wie Schilfrohr, Rohrkolben, Salzkräuter, Artemisia und weitere. An einigen Stellen erreichen diese Pflanzen eine Höhe von 6 bis 8 m. Das Talab-e Kamjan ist wirtschaftlich für die umliegenden Dörfer ebenso wie für die Umwelt von Bedeutung. Die Dorfbewohner dieser Gegend bestreiten ihr Einkommen aus der  Viehhaltung. 

Galerie: Kamjan-Feuchtgebiet

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In den letzten Jahren sah sich das Talab-e Kamjan ebenso wie das Talab-e Neyriz ökologisch schlechten Bedingungen gegenüber. Wenn es heute trotzdem weiterexistiert, so ist dies dem Einsatz der einheimischen Bevölkerung zu verdanken. Angesichts der Dürre und der Wasserknappheit in der Provinz Fars  war die einheimische Bevölkerung bestrebt, das Feuchtgebiet wieder zu beleben. Sie hat größere Teile  ihrer Anbauflächen nicht landwirtschaftlich bewirtet und Wasser in das Talab gelenkt, so dass ungefähr 4 Hektar des Feuchtgebietes  erneut bewässert wurden.  An verschiedenen Stellen bildete sich eine neue Vegetationsdecke und  es  fanden sich wieder Wasser- und Watvögel ein.  Viele Vögel bauen heute wie in der Vergangenheit ihre Nester zwischen den Gräsern und im Schilfrohr  des Talab-e Kamjan. Die Vegetationsdecke hat sich in dieser Gegend dermaßen erholt, dass sie teilweise gar nicht mehr begehbar ist.