Internationale Feuchtgebiete im Iran (19-Miankaleh-Halbinsel und Gorgan-Bucht)
Wir sind wieder hoch im Norden des Landes und zwar in dem Feuchtgebiet Miankaleh, das wir ihnen heute vorstellen wollen.
Alljährlich treffen Hunderttausende Vögel aus dem kalten Sibirien auf der schönen Halbinsel Miankaleh ein, um dort den Winter zu verbringen. Das Naturschutzgebiet dieser langgestreckten Halbinsel liegt im Südosten des Kaspischen Meeres und umfasst unter anderem das Talab-e Miankaleh und die Gorgan-Bucht. Dieses Gebiet gehört noch zur Provinz Mazanderan. Wer mehr über das internationale Feuchtgebiet Miankaleh im Iran erfahren möchte, kann uns gerne durch die Sendung begleiten.
Die Halbinsel Miankaleh besteht aus Sanddünen, Sumpf, Wasserbecken, teilweise dichtem Wald und Weideland. Diese Halbinsel hat eine Fläche von über 68 Tausend Hektar. Über eine Strecke von mehr als 6 km wird sie von Sanddünen vom Kaspischen Meer abgetrennt. Dieses Gebiet kann mit seiner reizvollen Flora und Fauna Natur- und Umweltfreunden etwas bieten. Es hat ein Wasser- und ein Festland-Ökosystem. Das Miankaleh-Feuchtgebiet gehört zur Halbinsel Miankaleh und wurde in die Liste der Ramsar-Konvention für Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung aufgenommen.
Das Talab-e Miankaleh ist ein geeigneter Ort für Vogelbeobachtung. Das ganze Jahr über halten sich hier große Scharen von verschiedenen Vogelarten auf. Das Klima ist gemäßigt und es gibt genug Nahrung. Zu den Zugvögeln gehören Flamingos, Kormorane , Schwäne, Pelikane, der Seeadler und Enten. Zwei naturgeschützte, für den Nordiran typische Vogelarten, die das ganze Jahr über auf der Miankaleh- Halbinsel verbringen, sind Chazari-Fasane und Frankoline. Auf der Miankaleh-Halbinsel gibt es Wildschweine, Schakale, Igel, Hasen, Füchse, Wölfe, Rothirsche, Wildkatzen. Im Wasser des Feuchtgebietes tummeln sich unter anderem Karpfen, Meeräschen, der Kaspische Weißfisch und Zander, und es kommen auch Kaspische Robben in die Bucht. Auf der angrenzenden länglichen Halbinsel gibt es einheimische, halbwild lebende Pferde verschiedener Rassen, nämlich der Turkmene, das Kaspische Kleinpferd und Achal-Teke-Pferde. In der Regel sind die Pferde von Miankaleh weiß-rot gescheckt.
Ein großer Teil des Festland-Ökosystems der Halbinsel Miankaleh besteht aus Weideland mit der dafür typischen Vegetation. Aber die meisten Pflanzen des Feuchtgebietes Miankaleh sind Wasser- oder salzigem und sandigem Boden angepasste Pflanzen. Auch die Bäume von Miankaleh muss Salz vertragen, zum Beispiel der Wilde Granatapfelbaum, dessen Früchte säuerlich schmecken und der eine Höhe von circa 5 Metern erreicht. Im Feuchtgebiet Miankaleh gedeihen aber auch Brombeersträucher. Sie sind überall zu sehen. Für die traditionelle Heilkunde sind Bäume wie die Japanische Wollmispel, Christusdorn und Silber-Pappel in diesem Gebiet interessant. Weitere Pflanzen sind Salzkräuter, Seggen und Vogelknöterich.
Zur Miankaleh-Halbinsel gehört – wie bereits erwähnt - auch die Gorgan-Bucht im Süden. Die Gorgan-Bucht ist die größte Bucht des Kaspischen Meeres. Durch die Halbinsel Miankaleh wird sie vom Kaspischen Meer getrennt. Die Bucht umfasst circa 400 Quadratkilometer. Das Wasser ist flach und erreicht höchstens eine Tiefe von 4 m. Wegen der geringen Tiefe und bei zunehmender Verdunstung liegt die Salinität des Wassers in dieser Bucht zum Teil höher als im Kaspischen Meer. In der Mündung nimmt der Salzgehalt ab, weil sich hier die Deltas von Süßwasserflüssen wie der Qarah Su und der Goharbaran anschließen. Fast 25 größere und kleinere Flüsse speisen, von den Nordhängen des Elborsgebirges kommend, die Gorgan-Bucht. Dennoch ist die Wassermenge, die der Bucht auf diese Weise zufließt, in den meisten Monaten des Jahres weniger als die Wassermenge, die aus der Bucht ins Meer abfließt. Ein Ausgleich wird durch Eindringen von Meereswasser in die Gorgan-Bucht geschaffen. Es existiert über längere Zeit eine starke Strömung vom Kaspischen Meer in die Gorgan-Bucht, während es nur für kurze Zeit eine schwache Strömung in die umgekehrte Richtung gibt: von der Bucht ins Meer.
Die Gorgan-Bucht steht unter dem Einfluss des Kaspischen Meeres, der Flüsse in der Umgebung und der Miankaleh-Halbinsel. Dieser Einfluss spielt eine wichtige Rolle für die Entwicklung und Vermehrung von Lebewesen im Wasser, der Knochen- und Knorpelfische und für die Zahl der Zugvögel, die im Winter in die Gorgan-Bucht kommen.
Die Halbinsel Miankaleh und die Gorgan-Bucht gehören ökologisch gesehen unzutrennbar zusammen und sie wurden zusammengefasst zum Schutzgebiet erklärt. Die Gorgan-Bucht ist ein wichtiger Ort für die Kaviargewinnung. Ein beträchtlicher Anteil der iranischen Kaviarproduktion stammt aus dieser Bucht.
تصاویری از گونه های زیستی تالاب میانکاله و خلیج گرگان
Die Halbinsel Miankaleh sowie das dazugehörige Feuchtgebiet und die Bucht sind jeden Morgen Zeuge von Scharen von Vögeln. Im Morgendunst auf der Halbinsel bieten diese Vogelscharen einen einmaligen Anblick und die vielen verschiedenen Vogelstimmen bleiben unvergesslich in Erinnerung. Wer dieses kleine Naturparadies erleben möchte, muss, nachdem er Sari, die Hauptstadt der Provinz Mazanderan, hinter sich gelassen und die Stadt Behschahr erreicht hat, dort in Richtung der Industriesiedlung Behschahr abbiegen. Wenn man nach der Industriesiedlung die Ortschaft Amir Abad durchquert hat und am Talab-e Lapu-Zakhmarz vorbei ist, geht es noch 5 km weiter in Richtung Osten die Küstenstraße entlang bis man in dem Feuchtgebiet der Miankaleh-Halbinsel und der Gorgan-Bucht angelangt.